Ade Einheitsschule! Systemfrage kommunalisiert.

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Das Ergebnis des Schulkonsenses für Nordrhein-Westfalen: Es wird keine Einheitsschule geben. Es wird auch keine Gemeinschaftsschule geben und keine Verbundschule. Es wird eine (neue) Sekundarschule geben.

Die Sekundarschule wird eine eigenständige Schulformen sein, kein Verbund existierender Schulen. Sie wird keine Oberstufe haben, die zum Abitur führt, so dass eine Kooperation mit einer Schule mit Oberstufe (Gesamtschule, Gymnasium, Berufskolleg) notwendig ist. Wächst die Sekundarschule auf vier Züge und es entsteht Bedarf für eine eigene Oberstufe, dann ist die Sekundarschule in ein Gesamtschule umzuwandeln. Da sich die Lehrpläne für die Sekundarschule an denen der Gesamtschulen und Realschulen anlehnen soll mit einer Vorbereitung auf eine weitere schulische, aber auch berufliche Bildung, stellt sich mir das als Gesamtschule light in Konkurrenz zur Realschule dar. Auf jeden Fall kann die Sekundarschule vom Gymnasium abgegrenzt werden, da sich die Lehrpläne für die Klassen fünf und sechs nicht mehr wie bei der rot-grünen Gemeinschaftsschule strikt am Gymnasium orientieren.

Damit kann die CDU zufrieden sein. Das Problem mit der in einigen Landesteilen vom Elternwillen nicht mehr akzeptierten Hauptschule lässt sich lösen. Das gilt für den städtischen Raum, wie für den ländlichen, wo es stärker um Standortfragen geht. Die Lösung führt nicht zwingend zur einer Gesamtschule oder einer Einheitsschule. Der starken Lobby des Gymnasiums, insbesondere in seiner Ausformung mit 8 Jahren zum Abitur zu führen,ist innerhalb der CDU Rechnung getragen: Gymnasium erhalten. Gegliedertes Schulsystem erhalten. Schulstandorte auf dem Land gesichert.

Den Frieden mit der real existierenden Gesamtschule hatte die CDU vor Jahren gemacht. Die Beschlüsse des Siegener Landesparteitags der CDU sind berücksichtigt, sie machen den Kompromiss möglich. Die vom Elternwille nicht mehr gestützte Hauptschule kann in der Landesverfassung zugunsten eines gegliederten Schulsystem gestrichen werden. Die Einheitsschule kann dann realpolitisch nicht mehr ohne die CDU als Opposition eingeführt werden, die Hauptschule ist flächendeckend nicht verpflichtend, gerade wenn kein Bedarf ist.

20110719-101827.jpgSollte sich eine Sekundarschule jedoch als sehr erfolgreich herausstellen, führt dies zu einer weiteren Geamtschule. Es könnte über die Jahre einen lokalen Kampf der Systeme geben: Entweder entwickeln sich Sekundarschulen in Richtung Gesmtschulen oder fügen sich in ein kooperierendes, gegliedertes System ein. Die entscheidenden Rahmenbedingungen dazu werden insbesondere durch die Kommunen als Schulträger gesetzt werden. Die Systemfrage wurde damit kommunalisiert.

Das heute vorgestellte Eckdatenpapier: Schulpolitischer Konsens für Nordrhein-Westfalen -Gemeinsame Leitlinien von CDU, SPD und Bündnis 90/DIE GRÜNEN für die Gestaltung des Schulsystems in Nordrhein-Westfalen

Zu den politischen Folgen des Schulkonsenses siehe auch „Röttgen macht den Weg frei„.

Über Dirk Schmidt 834 Artikel

Regional- und Kommunalpolitiker mit den Arbeitsbereichen Mobilität, Infrastruktur und Umwelt. U. a. Vertreter der Stadt Bochum beim Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) und im Verwaltungsrat der VRR AöR.

Aktiver Jäger und Politikwissenschaftler. Wohnhaft in Wattenscheid-Westenfeld, Vorsitzender der CDU Wattenscheid. Jahrgang 1974.

1 Kommentar

  1. Wann schafft man es endlich mal aus der vernüftigsten Regelung in einem Bundesland eine gute Regelung für ganz Deutschland zu finden. Dass es große Unterschiede zwischen Bundesländern gibt ist offensichtlich und man sollte doch zumindest versuche die schlechteren Konzepte aufzuarbeiten.

    mfG

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  1. Links anne Ruhr (20.07.2011) » Pottblog

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