Flüchtlinge – Stadt Bochum errichtet Wohncontainer in allen Stadtbezirken

Container
Baucontainer: ähnlich sind meist hellgrau gehaltene Wohncontainer

Bisher war die Stadt Bochum davon ausgegangen, im Jahr 2015 etwa 900 Flüchtlinge zur Unterbringung zugewiesen zu bekommen. Angesichts dieser Steigerung war die Schaffung von 590 Plätzen zur Unterbringung vorgesehen. Die Flüchtlingszahlen sind jedoch seit in den letzten beiden Monaten deutlich gestiegen. Inzwischen wird von ca 1.700 Flüchtlingen ausgegangen, die unterzubringen sind. Hierfür fehlen weitere 900 Plätze. Die Stadtverwaltung will nun in allen sechs Bochumer Stadtbezirken Standorte mit Wohncontainern errichten.

Die Dramatik der Situation ist der Verwaltungsvorlage Nr. 20150548 zu entnehmen. Am Montag (23.02.2015) dieser Woche hatte die Verwaltung noch über die Errichtung von Plätzen in Günnigfeld (ab März) berichtet, Untersuchungen zum ehemaligen Gewerkschaftshaus an der Humboldtstraße (ab Mai) laufen. Weitere zur Unterbringung vorgesehene Gebäude finden sich an der Gerther Straße und der Bessemer Straße, die aber erst später im Jahr zur Verfügung stehen. Das dürfte viel zu spät sein.

Container sind Notlösung

Die Situation zu bewältigen ist schwierig und überall in Nordrhein-Westfalen stehen die Kommunen vor großen Herausforderungen. Daher kommen auch Ansätze wie die ungenutzte Zeltstadt in Duisburg (gescheitert) und die angeordnete Umwandlung eines privaten Ferienheims in Olpe.

Die Container sind Notlösungen, weil mit der herkömmlichen und Zeit intensiveren Herrichtung von Gebäuden nicht mehr hinterher gekommen wird. Derartige Container sind bereits im Jahr 2013 für Flüchtline aus Syrien an der Wohlfahrtstraße errichtet worden. Die Vorlage der Stadtverwaltung
listet mögliche Standorte für die Sitzung des Sozialausschusses am Donnerstag auf. Die Kosten sind immens. Container-Plätze für 110 Personen kosten im Jahr 750.000 € – nach Angaben der Stadtverwaltung. Das sind 568 € pro Platz und Monat. Folglich ist es aus Gründen einer dauerhaft menschenwürdigen und preiswerteren Unterbringung notwendig, besseren Wohnraum schnell zu schaffen.

In diesem Jahr wird davon ausgegangen, dass 300 Plätze durch Rückkehr ins Herkunftsland und Umzug in Wohnungen etwa 300 Plätze frei werden. Die sind aber bereits eingerechnet.

Dieser Artikel wurde auch auf lokalkompass.de veröffentlicht.

Über Dirk Schmidt 834 Artikel

Regional- und Kommunalpolitiker mit den Arbeitsbereichen Mobilität, Infrastruktur und Umwelt. U. a. Vertreter der Stadt Bochum beim Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) und im Verwaltungsrat der VRR AöR.

Aktiver Jäger und Politikwissenschaftler. Wohnhaft in Wattenscheid-Westenfeld, Vorsitzender der CDU Wattenscheid. Jahrgang 1974.

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