#1 von 150: Was passiert genau am Bahnhof Wattenscheid?

Als #1 von 150 Bahnhöfen sollen in 2018 Maßnahmen am Bahnsteig erfolgen

Bahnhof Wattenscheid

Der Bahnhof Wattenscheid ist einer von 150. „#1von 150“ ist eine Kampagne der Deutschen Bahn und der Verkehrsverbünde in Nordrhein-Westfalen. Sie informieren über Maßnahmen der Sanierung und Modernisierung von Bahnhöfen. Sowohl Verkehrsverbünde, als auch der Bahn-Konzern geben Geld hierfür. Teilweise stammt das Geld auch aus dem Bundeshaushalt. Die Seite soll für Bürger sichtbar machen, was bereits passiert ist und was in Kürze noch passieren soll.

In Bochum sind die Bahnhöfe in Dahlhausen und in Wattenscheid enthalten. Am Bahnhof in Dahlhausen ist bereits viel passiert. In Wattenscheid stehen die Arbeiten noch aus. Diese waren auch nicht zeitgleich mit den Maßnahmen in Dahlhausen beschlossen worden, sondern sind nachgerückt. Der Bahnhof wurde später in das Programm namens MOF3 aufgenommen. MOF steht für Modernisierungsoffensive. Das laufenden Programm ist das dritte Programm dieser Art.

Barrierefrei werden heißt Aufzug einbauen

Folgende Maßnahmen sind vorgesehen:

  • Verlängerung Bahnsteig
  • Wetterschutz
  • Beleuchtung
  • Beschallung
  • Neubau Bahnsteig
  • Aufzug

Der Einbau eines neuen Aufzugs wird zum Beispiel vom Verkehrsverbund Rhein-Ruhr gefördert. Damit soll der Bahnhof barrierefrei werden. Um allerdings ohne Stufen zum Bahnsteig zu kommen, müssen noch ein paar Rampen erstellt werden. Im Eingangsbereich des Bahnhofsgebäude sind Stufen vorhanden.

Die Maßnahmen machen den Bahnhof Wattenscheid fit für den Rhein-Ruhr-Express (RRX), der hier halten wird.

Arbeiten am Bahnsteig, nicht am Bahnhofsgebäude

Ein Irrtum besteht meist. Die Maßnahmen betreffen nur den Bahnsteig. Das Bahnhofsgebäude ist nur indirekt betroffen. Der Aufzug wird im Tunnel zu den Bahnsteigen gebaut werden, der vom Bahnhofsgebäude nach hinten heraus führt. Notwendige Rampen werden vor dem Bahnhofsgebäude entstehen. Auch am Bahnhofsgebäude und im Bahnhofsumfeld muss es Verbesserungen geben. Folglich werden die Bürgerinnen und Bürger dennoch nicht zufrieden sein, wenn die Arbeiten an den Gleisen erfolgt sind. Zurecht.

Und was ist mit dem Gebäude? Es soll ein Problem mit Feuchtigkeit geben. Folglich ist das Mauerwerk marode. Die Bahnhofskneipe Charivari wurde freigezogen, angeblich um den Bahnhof besser verkaufen zu können. Die Stadtverwaltung hat abgelehnt, den Bahnhof zu kaufen. Den politischen Gremien wurde die Entscheidung jedoch nicht vorgelegt.

Kein Käufer in Sicht?

Ich kannte nur einen weiteren potentiellen Käufer, von dem auch die Bahn ausging. Allerdings wollte bzw. konnte der gar nicht. Im Gegensatz zum Wattenscheider SPD-Vorsitzenden Serdar Yüksel MdL vor einem Jahr (vgl. WAZ 13.01.2015) sehe ich die vielen Interessenten nicht, die am Bahnhofsgebäude interessiert sind. Ich vermute, dass der Kaufpreis zu hoch angesetzt ist.
Bleibt dann am Ende doch nur die Stadt als Käufer?

2017 passiert am Bahnhof erst einmal nichts. Auch nach den inzwischen für 2018 vorgesehenen Maßnahmen wird weiterhin Handlungsbedarf am Bahnhofsgebäude und im Umfeld bestehen. Ab 2019 soll dann nichtsdestotrotz der RRX am Bahnhof Wattenscheid halten. Vielleicht bietet sich hierdurch eine weitere Chance.

Über Dirk Schmidt 831 Artikel
Regional- und Kommunalpolitiker mit den Arbeitsbereichen Mobilität, Infrastruktur und Umwelt. U. a. Vertreter der Stadt Bochum beim Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) und im Verwaltungsrat der VRR AöR. Aktiver Jäger und Politikwissenschaftler. Wohnhaft in Wattenscheid-Westenfeld, Vorsitzender der CDU Wattenscheid. Jahrgang 1974.

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