Category Archives: Wattenscheid

15Mrz/15
Base Burger

Baseburger – Pre-Opening am Sonntag aus Erfolg abgebrochen

Das Restaurant oder Café im Gertrudiscenter zum Alten Markt in Wattenscheid hatte es bisher nicht leicht. Mehrere Inhaber haben es versucht, aber keiner hat sich halten können. Die Kunden haben die Konzepte nicht akzeptiert. Ein neuer Anlauf startete jetzt mit ‘Baseburger‘. Eigentlich eröffnet wird das Restaurant erst am 21. März, aber es gab eine Pre-Opening, bei dem sich das Team einspielen sollte, wie mir beim Besuch erklärt wurde. Das Pre-Opening, dessen ich bei der Kirmeseröffnung am Samstag gewahr wurde, wurde am Sonntag gegen 17 Uhr abgebrochen. Die Burger waren ausgegangen. Die Inhaber posteten auf Facebook: “Ausverkauft

Da kann von einem Erfolg gesprochen werden. Das Pre-Opening fiel in die Zeit des Starts der Gertrudiskirmes und des verkaufsoffenen Sonntags. Die Wattenscheider Innenstadt war rappelvoll. Auch wenn es nicht das beste Wetter war, es hat zumindest nicht geregnet. Gegen 13 Uhr war zwar nur die untere Ebene des Restaurants geöffnet, aber es war auch hier rappelvoll. Wir haben am Tresen gewartet, dass ein PLatz frei wurde.
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13Mrz/15
Getrudiskirmes Wattenscheid

Gertrudiskirmes startet in Wattenscheider Innenstadt

In Irland wird am 17. März der St. Patrick’s Day gefeiert. Was Irland sein Nationalheiliger ist, ist Wattenscheid seine Stadtheilige St. Gertrud. Ihr Namenstag ist ebenfalls der 17. März. Und dieser wird mit der Gertrudiskirmes gefeiert.

AutoScooter Gertrudiskirmes

Autoscooter auf der Wattenscheider Gertrudiskirmes

Die Kirmes wird am Samstag, den 14.3.2015 um 14 Uhr eröffnet. Zum Start gibt es 15 Minuten lange freie Fahrt auf allen Fahrgeschäften. Die Kirmes dauert bis zum 22.3. und geht täglich von 14 bis 21 Uhr. Am Sonntag, den 15.3. ist aus Anlass der Kirmes ein verkaufsoffener Sonntag in der Wattenscheider Innenstadt.

Rosenmontagszug 2015 in Wattenscheid-Höntrop

Bei schönstem Wetter fand auf dem Wattenscheider Hellweg am Rosenmontag der Karnevalszug der Gänsereiter statt. Zuvor waren in den Königreichen Höntrop und Sevinghausen die Gänsereiterkönige ausgeritten worden. Ihnen wurde anschließend mit der Parade gehuldigt. Darunter waren auch einige politische Motivwagen.

Neue Gänsereiterkönige

Gans auf VW Käfer

Sevinghäuser Gänsereiter

Zügig ging das Reiten dieses Jahr ab. Die Höntroper begannen bereit um kurz nach eins mit dem Wettbewerb. Schnell stand dann Ulli Somberg als neuer König fest. Kurz nachdem die Nachricht in Sevinghausen angekommen dauerte es hier nicht mehr lang, obwohl hier der Wettbewerb eine halbe Stunde später beginnt. Hatte es bei der Probegans zunächst noch etwas gedauert, so war nach wenigen Runden der Kopf ab. Patrick Appelbaum zog einmal mit Anlauf, beherzt und kräfig, dann hatte er fast überraschend den Kopf in der Hand. Den von einige favorisierten Klaus-Michael Oskamp hatte er damit auch abgehängt.
Der neue König war wohl selber so überrascht, dass er gar keinen Triumphritt unternahmn, um die Trophäe den etwa 1.000 Zuschauern zu präsentieren. Sein Sieg ging im Fotogewitter und Posieren der Karnevalisten unter. Schade für die weiteren Gäste.
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07Feb/15
Gänsereiten im Südpark

Die Gans ist tot! – Pro Gänsereiten, kontra Petition

Seit ein paar Tagen bis Wochen gehen auf politischen Email-Adressen in Bochum wieder Protest-Emails gegen das Wattenscheider Gänsereiten ein. Kämpfer für Tierrechte wettern auf change.org gegen die Verletzung der Würde toter Gänse. Diese werden vom jeweiligen Gänsereiterkönig und seiner Königin später Gäste serviert und verspeist. Abgelehnt wird jedoch, dass vorher einem alten Brauch folgend der Kopf dieser Gänse von Reitern in einem Spiel abgerissen wird. Eine Botschaft: Die Gans ist bereits tot! Es handelt sich streng genommen um ein Lebensmittel, nicht (mehr) um ein Lebewesen.

Und was da alles vorgeworfen wird: Kinder müssten geschützt werden vor ermordeten Gänsen und diesem brutalen Kriegsspiel. Scharfe Polemik schäumt mit entgegen bei der Lektüre der Petition.

Ich will gegen diese ‘Argumente’ gar nicht mehr anschreiben. Die Radikalisierung von Tierrechtlern und manchem Veganer ist so stark, dass Argumente nichts ausrichten. Die Gans wurde aus einem vernünftigen Grund getötet, denn sie wird gegessen. Schmerzen werden der Gans auch nicht mehr zugefügt, denn sie ist tot. Bleibt der Aspekt der Würde des Tieres. Nunja. Die Gänsereitertradition scheint mir nicht würdelos. Und ich bezweifel die Würde eines toten Tieres, wenngleich Mitgeschöpf des Menschen, mit der Würde des Menschen – Beispiel in Artikel 1 des Grundgesetzes geschützt – gleichzusetzen. Tiere dienen der Nahrung des Menschen! So. Aber wer wettert da eigentlich?

Wer ist Sandra Lück?

Ich habe mal recherchiert, wer “Sandra Lück, Essen” ist, die als Verantwortliche für die Petition angegeben wird. Leider ist das nicht so leicht erkenntlich, da Sandra Lück Zugriff auf Informationen nur beschränkt zusätzlich macht: “Dieses Mitglied teilt Informationen über seine Aktivitäten ausschließlich mit seinen Bekannten”, heißt es auf change.org. Da muss mal unter das ‘Mäntelchen’ der vermeintlichen Anonymität geschaut werden.

Es gibt in Essen aber eine bekannte und im Internet recherchierbare Tierrechtaktivistin namens Sandra Lück, die in Essen für die Firma “Xact the voice company GmbH” als Team-Leiterin arbeitet. Darüber schmunzel ich, da es sich um ein Call Center handelt. Diese Branche hat für mich nicht die beste Reputation. Ich denke, dass wird diese “Sandra Lück” sein.

Dazu passt dann, dass Sandra Lück geborene Steinhaus aus Essen laut Facebook-Eintrag Aktivistin der Kleinpartei “Tierschutzpartei” ist. Aha, da liegt eine politische Aktion vor, was den Bürgerprotest besser werten lässt.

Das linksradikale Portal bo-alternativ.de kündigt für Rosenmontag, den 16. Feburar 2015 ab 12 Uhr eine Demonstration gegen das Gänsereiten am S-Bahnhof Höntrop an. Die Wortwahl zeigt eine Nähe zu den Texten der Petition.

04Feb/15
Bauarbeiten an S1 in Höntrop

Gleisarbeiten an der S1 in Höntrop im Sommer 2015

Teilweise mit Baulärm, aber auch mit sehr ruhigen Zeit ohne Zuglärm können die Bürger in Wattenscheid-Höntrop im Sommer rechnen. Die Deutsche Bahn will zwischen den Bahnhöfen Bochum und Essen-Steele Ost 20.000 Schwellen und 42.000 Tonnen Schotter austauschen. Es handelt sich um die Strecke für die sich Anwohner derzeit für mehr Lärmschutz einsetzen. Anlass sind zusätzliche Züge nach Inbetriebnahme des Rhein-Ruhr-Expresses auf der anderen Strecken über den Bahnhof Wattenscheid.

Für Reisende aus Höntrop und Bochum-Ehrenfeld werden die Bauarbeiten aber eine echte Belastung. Die zweitweise Sperrung der Strecke wird einen umständlichen Schienenersatzverkehr mit Bussen erforderlich machen. Das wird die Fahrtzeiten auf der Strecke deutlich verlängern. Einige Höntroper können auf andere Linien, insbesondere die Straßenbahn 310 ausweichen.

Der zentral in der Siedlung Höntrop gelegene Bahnhof ist Station für viele Pendler zur Arbeit, aber auch für viel Schüler. Diese wollen zu den nicht weit vom Bahnhof liegenden Schulen oder steigen hier zum Schulzentrum in Westenfeld und den Berufsschulen in Wattenscheid um. Durch die Verlagerung der Bauzeiten in den Sommer werden daher Probleme für diese Pendler reduziert.
Die Bahnlinie, über die die S1 führt, teilt Höntrop in einen Nord- und einen Südteil
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03Feb/15
Wolfgang Wendland kandidiert als Oberbürgermeister

Wolfgang Wendland kandidiert als Oberbürgermeister

Es ist die Meldung des Tages in Bochum und in Facebook-Timelines der Region. Der Wattenscheider Punk-Sänger Wolfgang Wendland will im September bei der Wahl des Oberbürgermeisters der Stadt Bochum kandidieren. Das verspricht, den Oberbürgermeister-Wahlkampf medial überregional interessant zu machen. Erste Spitzen von Sympathisanten gehen bereits gegen den vorgeschlagenen SPD-Kandidaten, den Landtagsabgeordneten Thomas Eiskirch (SPD). Wendland verfügt im Gegensatz zu Eiskirch über eine abgeschlossene Berufsausbildung.

Ganz so abwegig ist die Kandidatur von Wolfgang Wendland, liebvoll “Woelfi” genannt nicht. Er war immer schon politisch, nicht nur in den Liedtexte für seine Band ‘Die Kassierer’. Da wurde schon mal der Polizeipräsident oder SPD und Grüne aufs Korn genommen. Das nur lokal bekannte, öffentliche Geheimnis ist, dass der 53-jährige sich politisch engagiert.

Der politische Weg des ‘unabhängigen’ Wölfi

Zunächst soll Wolfgang Wendland Mitglied der CDU, Ortsverband Wattenscheid-Stadtmitte, gewesen sein. Aus dieser flog er zwangsweise raus, da die CDU keine Doppelmitgliedschaften und Kandidaturen für andere Parteien erlaubt. Wendland war Kanzlerkandidat der Anarchistischen Pogo-Partei Deutschland (APPD) geworden.
Diese Kapital wurde abgeschlossen. Die Partei Die Linke kürte Wolfgang Wendland 2009 zu ihrem Spitzenkandidaten für die Wahl zur Stadtbezirksvertretung Wattenscheid, das zur Stadt Bochum gehört. Dadurch gewann Die Linke einen Sitz im Nachfolger des Wattenscheider Stadtrates. Dort hat der parteilose Wölfi fünf Jahre lang an der Kommunalpolitik der vor 40 Jahren nach Bochum eingemeindeten Hellwegstadt mitgewirkt.
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29Jan/15
40 Jahre kommunale Neugliederung

40 Jahre kommunale Neugliederung

Kirchhellen zu Bottrop, Wanne-Eickel zu Herne, Wattenscheid zu Bochum. 40 Jahre ist die kommunale Neugliederung jetzt her. Dennoch gibt es diese Identitäten noch, denn es geht den Menschen nicht nach Verwaltungseinheiten. Allerdings kann man Wattenscheider und auch Bochumer zugleich sein.

Hier ein Beitrag der WDR Lokalzeit Ruhr dazu vom 28.01.2015, für den es hier viel Sympathie gibt.

30Okt/14
Schild in der Fritz-Reuter-Straße

Lärmspitzen in der Fritz-Reuter-Straße: Zeitliches Tempo 30 könnte Beitrag sein

“Tuner! Bitte leise!” heißt es auf einem Schild in der Fritz-Reuter-Straße in Fahrtrichtung Wattenscheider Bahnhof. CDU-Ratsmitglied Dirk Schmidt hat es auf einem Anhänger aufgestellt. Es soll einen Beitrag leisten, den Lärm in der Straße zwischen Bahndamm und Autobahn A40 zu reduzieren. Besonders empfindlich sind die Anwohner gegen knatternde Auspuffe getunter Autos und aufgemotzter Motorräder. Einige Mitglieder der Tuning-Szene, die sich an Wochenenden an der Autobahnausfahrt Dückerweg trifft, können es nicht lassen, ihre Anlagen dort zu testen, wo andere bereits schlafen. Karsten Herlitz sprach mit dem Westenfelder Kommunalpolitiker, der auch verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Ratsfraktion ist.

Karsten Herlitz: Warum hast Du ein Hinweisschild in der Fritz-Reuter-Straße aufgestellt?

Dirk Schmidt: Ich will damit mit den Tunern kommunizieren. Und das dann auch zielgerichtet mit denen, die nach Einbruch der Dunkelheit da knatternd durchfahren. Ich denke, dass das nur einige sind, die sich in der Situation nicht konkret bewusst sind, dass da schon Leute schlafen und dass es in der Straße besonders hallt.

Schild in der Fritz-Reuter-Straße

Schild in der Fritz-Reuter-Straße

Karsten Herlitz: Hätten es da nicht auch Flugblätter oder Plakate getan?

Dirk Schmidt: Wie gesagt, es geht nur um einige aus der Tuner-Szene. Die können viel besser mit einem Schild herausgepickt werden, als dass Flugblätter verteilt werden. Für Plakate werden Entgelte an die Deutsche Städtereklame nötig, so dass die Zweckentfremdung eines Werbeanhängers besser geeignet ist. Auch wenn Werbeanhänger sonst als nervig empfunden werden.

Karsten Herlitz: Woran liegt es, dass es in der Fritz-Reuter-Straße besonders hallt?

Dirk Schmidt: Die Straße ja nur einseitig bebaut. Nach hinten raus sind meist Gärten und dann folgt erhöht gleich die Schallschutzmauer der A40. Nach vorne raus ist die Straße und dann der Bahndamm. Aber der beginnt mit einer etwa zwei Meter hohen Mauer aus Bruchsteinen, die nur leicht geneigt ist. Da kann der Schall gar nicht aus der Straßenschlucht raus. Die Anwohner bekommen die doppelte Ladung ab, weil die Mauer vom Bahndamm den Schall zurückwirft. Ein 2-Takter-Moped mit Tempo 50 schallt da kräftig durch die Straße, auch Busse. Normale Autos sind da im Vergleich sehr leise.

Karsten Herlitz: Du bist der Meinung, dass die Tuner-Szene gar nicht Schuld an der Lärmsituation ist?

Dirk Schmidt: Das will ich so nicht sagen. Sie tragen dazu mit bei. Die stärkere Lärmbelästigung kommt sicher durch den Zugverkehr und die Autos insgesamt. Der Stadtteil Westenfeld ist ja auch noch eine Einflugschneise für den Flughafen Düsseldorf. Die meisten getunten Autos und Motorräder werden sicher die gesetzlichen Vorgaben für die Lautstärke einhalten. Aber das Knattern getunter Autos ist ja sehr eigentümlich und fällt besonders auf. Es häuft sich dann auch noch gerade zu bestimmten Zeiten in den Abendstunden, wenn der Umgebungslärm abnimmt. Das fällt dann besonders auf. Und dann gibt es einige Rücksichtlose, die nicht wahrnehmen, dass sie die Anwohner belästigen, wenn sie besonders geräuschvoll fahren, um mal zu zeigen, was ihre Maschinen so können. Und diese Lärmspitzen, will ich mal sagen, müssen raus.

Karsten Herlitz: Du wendest Dich aber gegen ein generelles Tempo 30 auf der Straße.

Dirk Schmidt: Ja, weil ich denke, dass es das Problem nicht beseitigt und wenn überhaupt nur in Nachbarstraßen verlagert. Vom erwarteten Umfang von Verkehrsverlagerung schreibt auch die Stadtverwaltung. Es bringt ja nichts, wenn die Lärmbelastung in der Straßenschlucht erhalten bleibt und dann noch die Anwohner der umliegenden Straßen sich beschweren. Einige Anwohner wollen leider nur Ruhe vor ihrer Tür und denken nicht an die Belastung in den Nachbarstraßen. Ein zeitlich begrenztes Tempo 30 könnte schon ein besserer Beitrag von mehreren sein, da die Probleme ja nur an Wochenenden, meist abends und im Sommerhalbjahr auftreten.

Karsten Herlitz: Und was schlägst Du für weitere “Beiträge” vor?

Dirk Schmidt: Ich denke, es muss ein abgestimmtes Maßnahmepaket entwickelt werden. Das kann nicht nur im Aufstellen von Schildern bestehen. Auch bauliche Veränderungen sollten untersucht werden. Vielleicht kann die Mauer verändert oder begrünt werden. Fahrbahneinbauten in der Fritz-Reuter-Straße oder benachbarten Straßen sind auch denkbar. Das muss aber alles komplex eingefügt werden. Da ist ja noch ein Betriebshof der Stadt und eine Feuerwache an der Grünstraße. Die Fritz-Reuter-Straße ist zudem eine wichtige Verbindungsstraße, die zum Vorbehaltsnetz der Stadt gehört. Zudem muss die gesamte Situation mit der Tuner-Szene am Dückerweg angeschaut werden.

Die Bezirksvertretung Wattenscheid hat im Sommer beschlossen, dass eine Bürgerversammlung dazu stattfinden soll. Dazu sollen nicht nur Anwohner eingeladen werden, sondern auch Vertreter der Tuner-Szene, von dort ansässigen Tuner-Firma und den beiden Schnellrestaurants. Da ist aber noch nichts passiert. Vor der Bürgerversammlung sollte nichts entschieden werden. Bis dahin kann es aber richtig sein, für Rücksichtnahme zu werben. Daher das Schild auf dem Anhänger mit einer alten Vorwarntafel.


Das Gespräch führte Karsten Herlitz, Pressesprecher der CDU Wattenscheid.

07Okt/14
Altarkerze mit Nonnendarstellung über Wappenschild

Pilgern mit Wattenscheids Stadtheiliger Gertrud von Nivelles

Die heilige Gertrud ist die Patronin der Wattenscheider Propsteikirche St. Gertrund und der gleichnamigen katholischen Kirchengemeinde. Als Stadtheilige zierte sie bis 1937 das Wappenschild der Stadt, dann wurde sie von den Nazis aus der Darstellung verbannt. Dennoch findet sich das vollständige Wappen noch recht häufig auf Darstellungen, auch an Nachkriegsfassaden im Stadtgebiet. Im benachbarten Bochum findet sich so auch häufig noch die alte Darstellung des Bochumer Stadtwappens mit den drei preußischen Zinnen, die nicht auf eine dort nie vorhandene Stadtmauer verwiesen.

Altarkerze mit Nonnendarstellung über Wappenschild

Altarkerze mit dem Stadtwappen von Wattenscheid mit St. Gertrud

Seit 1957/58 besteht eine Verbindung zwischen Wattenscheid und Nivelles, dessen Kathedrale (La Collegiale, Stiftskirche) von “den Deutschen” zerbombt in Trümmern lag. Wattenscheider Pilger nehmen an der alljährlichen Prozession mit dem Schrein der Heiligen um die Stadt in wallonisch Brabant teil. Das wurde immer als Zeichen der Völkerverständigung gesehen und war damas nicht so selbstverständlich wie heute, wo sich in der 1984 wieder hergestellten Kathedrale im Chor neben der Fahne der Stadt Nivelles auch die der Stadt Wattenscheid anfindet.

20141005_064209 (1)Die Schutzheilige der Reisenden und Seefahrer zog auch diese Jahre wieder etwa 35 Wattenscheider nach Nivelles, wo die Heilige einst wirkte. Die meisten hatten den vom Komitee Sankt Gertrud organisierten Bus genommen. Einige wie Heinz Kessler vom Heimat- und Bürgerverein Wattenscheid sowie meine Frau und ich waren aufgrund anderer terminliche Verpflichtungen mit dem eigenen Auto angereist. Wir erreichten noch die Messe am Vorabend.

Prozession durch und um Nivelles herum

Die Prozession beginnt morgens mit einer Messe, anschließend wird der neue Schrein mit den Gebeinen der Heiligen und Elementen des historischen, zerbombten Schreins auf einer Kutsche mit starken Brauereipferden davor vor die Stadt und dann rundherum gekarrt. Dabei geht es nicht nur über Wege und Straßen, sondern auch querfeldein. Hunderte von Pilger hinterher. Es werden auch immer mehr, je heller es wird.

Dieses Jahr gab es besondere Strapazen. Es gab zwar nur ein paar Regentropfen, aber der Regen vor der Prozession hat die abgeernteten Äcker um Nivelles in Matsch verwandelt. Der Pferdewagen gab gerade bergauf nur langsam und mit vielen Pausen für die sechs Pferde voran. Die Pilger blieben im Matsch stecken, einige verloren ihre Schuhe oder die Sohlen lösten sich im Matsch. Am Ende hatte der Zug eine Stunde Verspätung. Aber das ist kein Ärgernis, denn alle nehmen das Erlebnis als kleine Abenteuer. Der Weg zur Erlösung von Sünden soll ja auch kein einfacher sein.

Nach einer Pause endet der Tag mit einem feierlichen, mittelalterlich gestalteten Festumzug durch die Altstadt von Nivelles. In diesen Zug reiht sich auch die Wattenscheider Delegation und die weiterer Gertrudenpilger ein. Die Prozession endet in der Kathedrale, wo erneut eine Messe stattfindet. Die Prozession findet jeweils am Tag des heiligen Michaels statt, falls dieser ein Sonntag ist, oder am Sonntag danach. In 2015 wird diese der 4. Oktober sein. Der Tag der Heiligen Gertrud ist der 17. März, an der sich der Termin der Gertrudiskirmes in Wattenscheid orientiert.

Bemerkenswerterweise fanden wir auf der Rückreise über Maastricht noch das kleine Örtchen Sint Geertruid. So begleitet einen die Stadtheilige.

01Aug/14
Mängelmelder: Verwaiste Baumscheibe

Mängelmelder: Fehlende Bäume an der Jung-Stilling-Straße, Wattenscheid

Die Stadt Bochum hat ein neues Spielzeug: den Mängelmelder. Das find ich gut. Bürger Können über die Webseite nun Mängel direkt an die Verwaltung melden. Das gilt auch für kleinere Ärgernisse, wo ein Kommunalpolitiker durch die Verwaltung telefonieren muss, wenn er nicht gleich eine Anfrage oder einen Antrag initiieren will, weil ein Baum oder ein Straßenschild fehlt. In den Mängelmelder habe ich 13 von mir identifzierte Missstände an der Jung-Stilling-Straße in Wattenscheid eingegeben. Hier berichte ich von dem Selbstversuch.

Die Jung-Stilling-Straße ist nach dem Freimaurer, Gelehrten und Augenarzt Johann Heinrich Jung-Stilling benannt. Er gründete auch eine Forstlehranstalt. Also machte ich die Augen auf an dieser Straße direkt vor meiner Haustür und sah vor allem eines: verwaiste Baumscheiben. Nicht gemeldet habe ich die vier Baumstümpfe, die durch den Sturm am Pfingstmontag 2014 entstanden sind. Sie sind mit rot-weißem Flatterband markiert und die Stadtverwaltung wird sicher noch Zeit benötigen, hier aktiv zu werden.
10 Baumscheiben an der Jung-Stilling-Straße, die eigentlich eine Allee sein sollte, sind seit Jahren verwaist. Einige waren gerodet worden und es gab auch Ersatzpflanzungen. Ein Baum davon ist verdorrt und irgendwann samt sichernden Pfählen einfach umgefallen. Zwei Baumscheiben sind verwaist, müssten vor einer Neubelegung aber leicht verlegt werden. Die Gründstückseigentümer haben inzwischen hinter den leeren Baumscheiben Garagenzufahrten angelegt.

Die Jung-Stilling-Straße hat ihren Alleecharakter in Teilen verloren. Das ist ärgerlich, aber nicht dem schicksalhaften Ereignisse des Sturmes im Juni 2014 anzulasten. Seit Jahren sind die Baumscheiben leer. Das Bild zu diesem Beitrag seit eine besonders traurige Angelegenheit. Die Anwohner eines Hauses pflegen sehr intensiv zwei Bauscheiben, auf denen sie Hecken gepflanzt haben. In der Mitte einer Baumscheibe steht ein Baum, die andere schmückt nur ein leerer Heckenquader.

Mängelmelder: Verwaiste Baumscheibe

Gepflegte, aber verwaiste Baumscheiben in Wattenscheid-Westenfeld

Verwaiste Baumscheiben kennt der Mängelmelder nicht

Baumscheiben werden die Flächen auf Gehwegen genannten, in die Straßenbäume gepflanzt werden. Bei der Nutzung der Mängelmelder fällt erst einmal auf, dass gar nicht vorgesehen ist, fehlende Bäume zu melden. Nur umsturzgefährdete Bäume und drohende Astbrücke sind zur Meldung im Formular möglich. Das sollte mich nicht abschrecken, und ich habe als “Mängelart” Gehweg eingegeben.
Außerdem habe ich marode Pflanzkästen und ein verwildertes städtisches Grundstück gemeldet, das mal wieder einen Rasenschnitt benötigt. Beides sind aufgrund der Besitz- bzw. Eigentümerverhältnisse meiner Erwartung nach komplexe Vorgänge für die Stadtverwaltung.

Leider mailt der Mängelmelder dem Melder nicht die Mängelmeldung samt anhängendem Bild zu. Ich habe meine Meldungen selber kopiert und gesichert. Zu jeder Mängelmeldung habe ich mit meinem iPad ein Bild erstellt und gleich an die Meldung wie vorgesehen angehängt.
30 Tage werde ich warten, ob ich was von der Stadt Bochum höre. Ich bin gespannt.

Ruhrbaron Stefan Laurin kommentierte den Mängelmelder sarkastisch auf Facebook so:

Pfiffig: Ich kann jetzt meiner Stadt Mängel elektronisch melden und die Stadt schickt mir dann eine Mail in der steht, dass sie kein Geld hat, die Mängel zu beheben.
http://www.derwesten.de/staedte/bochum/bochums-buerger-koennen-stadt-jetzt-elektronisch-maengel-melden-id9646545.html

P.S.: Ich fühl mich wie Alfred Tetzlaff. Der wohnte bekanntermaßen auch in Wattenscheid.

26Jun/14
Böse laute Auspüffs der Tuner belästigen die Anwohner mit Lärm

Tempo 30 als Lärmschutz gegen ge-tunte Autos

Die Anwohner der Fritz-Reuter-Straße in Wattenscheid sind vom Lärm gebeutelt. Ihre Straße führt vom Bahnhof Wattenscheid über die Grünstraße zur Autobahnauffahrt am Dückerweg, wo einige Fast Food-Ketten, eine Feuerwache und ein Tuning-Laden liegen. Die Straße liegt in der engen Schlucht zwischen den Lärmschutzwänden der Bundesautobahn A 40 und der ICE-Bahntrasse Bochum-Essen. Der Lärm der Züge und der Autobahn scheint nichts zu sein im Vergleich zu den lauten Auspuffs der Fahrzeug von Tuning Fans. Diese sollen angeblich so oft dadurch fahren, dass die Anwohner jetzt gegen die Tuner und ihre Autos geschützt werden müssen. Schilda lässt grüßen.

Tuning: Böse laute Auspüffs der Tuner belästigen die Anwohner mit Lärm

Böse laute Auspuffs der Tuner belästigen die Anwohner mit Lärm

Jetzt hat die Stadtverwaltung einen Beschlussvorschlag vorgelegt, um das Umfeld des gelegentlichen Treffs der Tuningszene mit Tempo 30 zu drangsalieren. Und entsprechend der rot-grünen Verbotskultur auch gleich alle anderen Autofahrer. Begründet wird dies (hier aus Vorlage Nr. 20140864) mit der Lärm durch die aufgemotzten Autos:

Die Hauptproblematik, so ergibt sich aus Vorlage Nr. 20132986, besteht darin, dass die getunten Fahrzeuge zwar als sehr laut empfunden werden, sich aber im Regelfall noch im Rahmen der gesetzlichen Werte bewegen. Die Geräusche werden auch deshalb subjektiv als „Rasen“ wahrgenommen, da durch die Bebauung der Schall ungünstig reflektiert wird. Auffällige Geschwindigkeitsübertretungen wurden nicht festgestellt. Das Problem ist daher nur durch einer Reduzierung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit und Kontrolle dieser zu beheben.

Tuning: Der Lärm legaler Auspuffanlagen

Und in der genannten Vorlage Nr. 20132986 heißt es:

Das Lärmaufkommen wird in diesen Straßen neben dem Straßenverkehr insbesondere durch die Zu- und Abfahrten der Autobahn, die Autobahn selbst und die Bahnstrecke bestimmt.

Der Lärm, der durch die Tuningszene zusätzlich verursacht wird, beschränkt sich dabei höchstens auf wenige Stunden in der Woche. Entsprechend den oben aufgeführten Erkenntnissen entsteht dieser Lärm in erster Linie durch die zumeist legalen Auspuffanlagen und die baulichen Gegebenheiten, und nur sehr vereinzelt durch Geschwindigkeitsüberschreitungen.

Lärmstauende Lärmschutzwand im Hinterhof

Lärmstauende Lärmschutzwand im Hinterhof

An anderer Stelle verweist die Verwaltung auch auf den Lärm der Musikanlagen der Tuner. Diese würden leiser gestellt, sobald die Polizei auftauche. Auch hätten die Tuner dazugelernt. Eine ersten Hinweis will ich mal geben: Der Parkplatz der Tuningszene und die Feuerwache sind noch mehrere Hundert Meter entfernt!

Hier sollen Rennen stattfinden?

Hier sollen Rennen stattfinden?

Schon bei den Autorennen, die da stattfinden sollen, bin ich sehr, sehr skeptisch. Die Polizei hat nie welche nachweisen können. Und jetzt schaut Euch mal die Straße an: Auf der einen Seite parken Autos! Wie soll das bei dieser Straßenbreite gehen, selbst wenn kein Auto entgegen kommt?

Andere Lärmquellen sind an der Fritz-Reuter-Straße sind viel bedeutender. Die angebliche Lärmbeästigung durch Tuner ist selten und auf einige wenige Fälle beschränkt. Die Lösung ist die Tempo 30-Zone nicht. Aber ganz Aussperren darf die Verwaltung die “ach so bösen Tuner” nicht, denn die Freizügigkeit gilt auch für sie. Es wird bei zwei symbolischen 30-Schildern bleiben. Darunter leiden dann alle Autofahrer, nicht nur die Tuning Szene.

06Mai/14
Umfrage - Aufforderung zur Beteiligung

Verbleib der Post in Wattenscheid-Höntrop: Umfrage auch online verfügbar

Umfrage - Aufforderung zur Beteiligung

Umfrage – Aufforderung zur Beteiligung

Angestoßen durch die vielen unterschiedlichen Rückmeldungen zur Schließung von Edeka und insbesondere der Post-Filiale in Höntrop unternehme ich derzeit zusammen mit der CDU eine Bürgerbefragung. Dafür werden in dieser Woche in Höntrop mehr als 2.000 Fragebögen verteilt. Gegenüber der Haltestelle “Höntrop Kirche” wurde am ein Briefkasten für den Einwurf der ausgefüllten Bögen aufgestellt, ebenso im Vorgarten des Hauses Harenburg 9c. Mit dem Fragebogen soll ermittelt werden, wie stark die Unterstützung für eine Post am Wattenscheider Hellweg in Höntrop ist und welche Dienstleistungen dringend benötigt werden. An der Umfrage kann sich auch online beteiligt werden.

Unter den Reaktionen auf die Presseberichterstattung, in Emails an mich und in Facebook-Diskussionen, finden sich weitere Wünsche, zum Beispiel nach Fachärzten, nach einem Drogeriemarkt und mehrfach einem Netto-Markt. Auch ging eine Email bezüglich potentieller Nachfolgenutzer ein, aber auch eine Nachricht seitens des Betreibers der Immobilie. Dieser führt auch Gespräche hinsichtlich des Erhalt von Bäcker und Post-Filaile. Es tut sich also einiges.

Die Umfrage erfolgt bis zum 17.05.2014 einschließlich. In der Woche danach gibt es an den Briefkästen und online eine Auswertung. Auch hier auf dieser Seite und bei der CDU.

www.post-in-hoentrop.de

Links zur Post in Höntrop und zur Umfrage

CDU Bochum: CDU unternimmt Bürgerbefragung zur Post in Höntrop (04.05.2014)

Lokalkompass Bochum: Bürgerbefragung zur Post in Höntrop (Karsten Herlitz, 06.05.2014)

Lokalkompass Wattenscheid: Edeka und Post in Höntrop schließen (Dirk Schmidt, 28.04.2014)