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24Okt/14
Tuning ja, aber bitte damit nicht die Anwohner nachts aufschrecken,

Tuning-Szene und Verkehrslärm – Maßnahmen gesucht!

Für die Fritz-Reuter-Straße in Wattenscheid wird Tempo 30 gefordert. Damit sollen Raser aus der Auto-Tuning-Szene aus der Straße ferngehalten werden. Diese werden für den Lärm verantwortlich gemacht. Die gewünschte Beschilderung halte ich weiterhin nicht für zielführend. Sie trägt allenfalls dazu bei, einige nächtliche Lärmspitzen in andere Straßen zu verlagern.

Der Freitagabend des 17.10.2014 war ein warmer. Aufgrund einer Verabredung in einer Bürgersprechstunden mit Ratsmitglied Karsten Herlitz (CDU) aus Leithe trafen wir uns mit etwa 30 Bürgern um 22:00 Uhr auf dem Parkplatz vor D&W, an der Autobahnabfahrt Dückerweg. Die Gruppe fand sich erst spät, da sich zwei Teile gebildet hatten. Die Situation war unübersichtlich, den es waren wirklich viele Tuner da.

Aber das hatten die Anwohner der Fritz-Reuter-Straße auch vorausgesagt. Karsten Herlitz und ich hatten den Tunertreff auch in den letzten Monaten aufgesucht, aber zu anderen Zeiten. Die Versammlung scheint in der Zahl der Teilnehmer abhängig von den Variablen Uhrzeit, Wochentag, Jahreszeit, Regen und Außentemperatur zu sein.
Ds waren wirklich viele Fahrzeuge da. Und einige habe ich bei unserem Rundgang auch laut knatternd durch die Fritz-Reuter-Straße fahren gesehen und gehört. Das wirkt dann auch so störend wie der Zuglärm am Bahndamm.

Tuning ja, aber bitte damit nicht die Anwohner nachts aufschrecken,

Tuning ja, aber bitte damit nicht die Anwohner nachts aufschrecken.

Tuning-Szene: Problemverlagerung ist keine Lösung

Nur, wie kriegt man den Lärm aus der Straße heraus, ohne ihn nur zu Lasten anderer Bürger zu verlagern? Auch einigen Bürgern ist klar, dass das Probleme einige “Raser” unter den Tunern seien. Aufgrund der baulichen Situation in der Fritz-Reuter-Straße bezweifle ich jedoch, dass es allein auf die Geschwindigkeit anbekommt. Tonlage und Schallausbreitung tragen erheblich zum Problem bei.

Die Tuner treten ja nicht zu jederzeit auf. Und es sind nicht alle am Problem beteiligt. Es ist falsch, sie alle zu kriminalisieren. Daher spricht einiges dafür das Problem einzugrenzen. Und das entsteht laut Anwohnern an Wochenenden, im Sommer nach Sonnenuntergang, wenn die Anwohner schlafen wollen. Eine abgegrenzte Einschränkung des Verkehrs zwischen den Autobahnauffahrten Wattenscheid und Dückerweg könnte eine Lösung sein, die die Bürger alternativer Routen und all jene, die tagsüber die Straße nutzen wollen, weniger belastet. Das muss auch alles zusammenpassen. Die Fritz-Reuter-Straße und angrenzende Straßen leiden ja auch unter Lärm von der Eisenbahnstrecke, der Autobahn und Fluglärm.

50er Moped wirkt schon laut in Fritz-Reuter-Straße

Allerdings bin ich überzeugt, dass Tempo 30 ohne permanente Überwachung nichts bringt. Die Route müsste baulich unattraktiver sein, zum Beispiel durch Fahrbahneinbauten. Das würde die Anwohner alternativer Routen wieder belasten. Denkbar sind auch Maßnahmen, die den Schall schlucken. Der Bahndamm hat unten eine wenig geneigte Mauer aus Naturstein, die bis zum ersten Stock der gegenüberliegenden Häuserzeile reicht. Ein 50er Moped wirkt vor dem Hintergrund extrem laut, wie auch der durchfahrende Bus. “Normale” Autos sind da recht leise.

Maßnahmepaket notwendig

Vieles spricht folglich für ein ganzes Paket an Maßnahmen. Das wird nicht ohne bauliche Maßnahmen gehen oder auch eine Begrünung der Wände. Auch ein Einwirken auf die Tunigszene leistet einen Beitrag. Allein die Steuerung über ein Verbot wie eine Geschwindigkeitsbegrenzung wird Hoffnungen enttäuschen und wirkungslos verpuffen. Auch haben die Tuner ja ein Recht, sich zu treffen. Es sind halt einige dazwischen ein Teil des Problems.

Bürgerversammlung bis heute nicht erfolgt

Auffällig ist, dass das Thema Fritz-Reuter-Straße zur Befassung im Ausschuss für Infrastruktur und Mobilität der Stadt Bochum zur Diskussion ansteht, ohne dass die von der zuständigen Bezirksvertretung Wattenscheid beschlossene Versammlung mit Bürgern, Vertretern der Tuning-Szene und unter Einbeziehung von D&W sowie der Schnellrestaurants stattgefunden hat. Will die Verwaltung anstatt einer Lösung nur ein Placebo verteilen, das die Bürger für ein Jahr vertröstet. In der kalten Jahreshälfte sind die Probleme bekanntlich geringer.

Mal selbst was tun

Kampagne gegen Lärm, gesehen 2014 in der Altstadt von Tours, Frankreich

Kampagne gegen Lärm, gesehen 2014 in der Altstadt von Tours, Frankreich

Ich vermute, dass den vermeintlichen “Rasern”, die vom Dückerweg zur Autobahnauffahrt am Wattenscheider Bahnhof fahren, nicht klar ist, dass da Menschen wohnen, die schlafen wollen. Das betrifft Fahrer getunter Autos und von Motorrädern – aber auch weiterer Fahrzeuge.
Aber denen ihre Rolle bewusst ist, denen kann mal die Wirkung Ihres Verhaltens klar gemacht werden. Daher habe ich eine umfunktionierte Vorwarntafel ausgeborgt. Der “Werbeträger” muss wo parken und kann statt Werbung für irgendwas, auch mal gezielt für weniger Lärm werben.

In Tours, Frankreich habe ich im Frühjahr eine Plakatkampagne zur Lärmreduzierung gesehen. Kommunikation statt eh nicht dauerhaft sanktionierbaren Verboten. Davon könnten wir insgesamt mehr gebrauchen.

Danke an die Helfer bei Realisierung und Aufstellung.

16Jul/14
Ein FlixBux

Fernbusreisen: Unterwegs mit FlixBus

Fahrkarten für die Strecke Berlin-Bochum hatte ich bereits einmal über MeinFernbus.de gekauft und verschenkt. Diesmal stand der Selbsttest mit einer Fernbusreise Bochum-Berlin und zurück an. Nach dem guten Abschneiden der Anbieter von Fernbusreisen in Deutschland bei der Stiftung Warentest, wollte ich es selber wissen. Eine WLAN-Verbinrdung im Bus, Getränke- und Snackverbauf beim Fahrer und die günstigen Fahrpreise lockten mich zu diesem Selbstversuch, bei dem ich mich 6 Stunden in einen Bus setzten muss. Der selbst ermäßigt deutlich teurere ICE benötigt weniger als 4 Stunden als die Fahrt mit dem Testsieger Flixbus. Hier mein Erfahrungsbericht.

Ich bin mit Begleitung gereist. Eine Richtung kostete 10 € über eine Sonderaktion von LIDL. Bei der Buchung für meinen Begleiter online etwas später kostete die Richtung bereits 14 €. Wir sind also für 20 € bzw. 28 € hin- und zurück gefahren. Über den Preis lässt sich nicht meckern. Der Bus war pünktlich am Haltepunkt am Bochumer Hauptbahnhof. Aufgrund von Staus und daher einem verzögerten Fahrerwechsel waren wir eine halbe Stunde verpätet am Zentralen Omnibusbahnhof in Berlin (ZOB). Der ZOB in Berlin liegt am Kongresszentrum. Er ist an den Nahverkehrs angeschlossen und es gibt Taxen. Viele Fernbusreisen führen nach Berlin.

Qualität von Fernbusreisen

Fernbusreisen ab Bochum Hbf mit FlixBux

Ein FlixBux

Fahrt war super, Bus war toll. Die Fahrgäste waren angenehm, die Busfahrer auch. Auf halber Strecke gibt es eine Pause, um die Fahrer zu wechseln und die Lenkzeiten einzuhalten. Das ist wie der “Personalwechsel” bei der Bahn, nach dem die Fahrscheine erneut kontrollierten werden.

Auf der Hinfahrt erfolgte der Stop an einem Autohof. Hier konnten die Toiletten benutzt und die Beine vertreten werden. Wir tranken etwas.

Anforderungen an ZOB-Haltestellen für Fernbusreisen

Haltestelle Bochum Hbf, Wittener Straße 2

Haltestelle Bochum Hbf, Wittener Straße 2

Auf der Rückfahrt wurde mit bewusst, wie unterschiedlich die Qualität, aber auch die Anforderungen an die ZOB sind.

In Bochum scheint mir ein einfacher Halt zu genügen, der aber noch ausbaufähig ist. Die Situation an der Wittener Straße ist gedrängt. Positiv ist die Lage unmittelbar am Hauptbahnhof, allerdings weiter entfernt zur Autobahn. Der Wattenscheider Bahnhof liegt direkt an der A40, aber die Bushaltestelle ist als Parkplatz markiert.

Am ZOB in Hannover erfolgte eine halbstündige Pause. Die ist wirklich knapp, denn Infrastruktur wie Toiletten und Geschäfte u. a. für Speisen und Getränke sind doch etwas entfernt am Bahnhof. Der Hauptbahnhof in Hannover ist auch stark frequentiert. Die Erledigungen sind zeitlich gerade zu bewältigen. Toiletten direkt am ZOB sind also von Vorteil, denn im Bus muss es nur sein, wenn es sein muss.

Bemerkenswert war, das es zwei parallel Busse gab, die am Sonntagnachmittag von Berlin ins Ruhrgebiet fuhren. Die Fahrgäste wurden aufgeteilt auf zwei Busse. Ein Teil fuhr Bochum und Essen an, an anderer Dortmund und Düsseldorf. Dadurch wurde Zeit für alle gewonnen. Im Unterschied zur Bahn, müssen nicht alle Fernbusreisen über jeden Haltepunkt im Ruhrgebiet – Dortmund, Bochum, Essen, Duisburg und dann Düsseldorf – führen. Das kann ein Vorteil sein. Die Strecken von Flixbus sind bereits so gelegt.

Fazit für Fernbusreisen in Deutschland

Fernbusreisen sind attraktiv und eine preisgünstige Alternative, die übrigens auch nicht klimabelastender als eine Fahrt mit der Bahn ist. Gerne wieder.

Kommunalpolitischen Handlungsbedarf sehe ich weitgehend bei der Anpassung der Haltepunkte für ein- und aussteigende Fahrgäste und Durchreisende.

26Jun/14
Böse laute Auspüffs der Tuner belästigen die Anwohner mit Lärm

Tempo 30 als Lärmschutz gegen ge-tunte Autos

Die Anwohner der Fritz-Reuter-Straße in Wattenscheid sind vom Lärm gebeutelt. Ihre Straße führt vom Bahnhof Wattenscheid über die Grünstraße zur Autobahnauffahrt am Dückerweg, wo einige Fast Food-Ketten, eine Feuerwache und ein Tuning-Laden liegen. Die Straße liegt in der engen Schlucht zwischen den Lärmschutzwänden der Bundesautobahn A 40 und der ICE-Bahntrasse Bochum-Essen. Der Lärm der Züge und der Autobahn scheint nichts zu sein im Vergleich zu den lauten Auspuffs der Fahrzeug von Tuning Fans. Diese sollen angeblich so oft dadurch fahren, dass die Anwohner jetzt gegen die Tuner und ihre Autos geschützt werden müssen. Schilda lässt grüßen.

Tuning: Böse laute Auspüffs der Tuner belästigen die Anwohner mit Lärm

Böse laute Auspuffs der Tuner belästigen die Anwohner mit Lärm

Jetzt hat die Stadtverwaltung einen Beschlussvorschlag vorgelegt, um das Umfeld des gelegentlichen Treffs der Tuningszene mit Tempo 30 zu drangsalieren. Und entsprechend der rot-grünen Verbotskultur auch gleich alle anderen Autofahrer. Begründet wird dies (hier aus Vorlage Nr. 20140864) mit der Lärm durch die aufgemotzten Autos:

Die Hauptproblematik, so ergibt sich aus Vorlage Nr. 20132986, besteht darin, dass die getunten Fahrzeuge zwar als sehr laut empfunden werden, sich aber im Regelfall noch im Rahmen der gesetzlichen Werte bewegen. Die Geräusche werden auch deshalb subjektiv als „Rasen“ wahrgenommen, da durch die Bebauung der Schall ungünstig reflektiert wird. Auffällige Geschwindigkeitsübertretungen wurden nicht festgestellt. Das Problem ist daher nur durch einer Reduzierung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit und Kontrolle dieser zu beheben.

Tuning: Der Lärm legaler Auspuffanlagen

Und in der genannten Vorlage Nr. 20132986 heißt es:

Das Lärmaufkommen wird in diesen Straßen neben dem Straßenverkehr insbesondere durch die Zu- und Abfahrten der Autobahn, die Autobahn selbst und die Bahnstrecke bestimmt.

Der Lärm, der durch die Tuningszene zusätzlich verursacht wird, beschränkt sich dabei höchstens auf wenige Stunden in der Woche. Entsprechend den oben aufgeführten Erkenntnissen entsteht dieser Lärm in erster Linie durch die zumeist legalen Auspuffanlagen und die baulichen Gegebenheiten, und nur sehr vereinzelt durch Geschwindigkeitsüberschreitungen.

Lärmstauende Lärmschutzwand im Hinterhof

Lärmstauende Lärmschutzwand im Hinterhof

An anderer Stelle verweist die Verwaltung auch auf den Lärm der Musikanlagen der Tuner. Diese würden leiser gestellt, sobald die Polizei auftauche. Auch hätten die Tuner dazugelernt. Eine ersten Hinweis will ich mal geben: Der Parkplatz der Tuningszene und die Feuerwache sind noch mehrere Hundert Meter entfernt!

Hier sollen Rennen stattfinden?

Hier sollen Rennen stattfinden?

Schon bei den Autorennen, die da stattfinden sollen, bin ich sehr, sehr skeptisch. Die Polizei hat nie welche nachweisen können. Und jetzt schaut Euch mal die Straße an: Auf der einen Seite parken Autos! Wie soll das bei dieser Straßenbreite gehen, selbst wenn kein Auto entgegen kommt?

Andere Lärmquellen sind an der Fritz-Reuter-Straße sind viel bedeutender. Die angebliche Lärmbeästigung durch Tuner ist selten und auf einige wenige Fälle beschränkt. Die Lösung ist die Tempo 30-Zone nicht. Aber ganz Aussperren darf die Verwaltung die “ach so bösen Tuner” nicht, denn die Freizügigkeit gilt auch für sie. Es wird bei zwei symbolischen 30-Schildern bleiben. Darunter leiden dann alle Autofahrer, nicht nur die Tuning Szene.

09Jul/13
Touchpoint-RFID-Tag mit Daumen nach unten

Fail! VRR und Bahn AG: Installiertes, elektronisches Ticket-System abgeschaltet

Touchpoint-RFID-Tag mit Daumen nach unten

Fail: Touchpoint der Deutschen Bahn (hier in Wetter)

Die Reste des Kulturhauptstadtprojektes Ruhr.2010 im Bereich des Nahverkehrs können an den Bahnhöfen und DB-Haltepunkten der Metropole Ruhr besichtigt werden. Im Rahmen eines Probebetriebes konnte von sämtlichen Bahn-Haltepunkten aus per Handy eine elektronische Fahrkarte gelöst werden – Touch & Travel hieß das. Der Probebetrieb im Jahr der Kulturhauptstadt lief so erfolgreich, dass das System bundesweit eingeführt wird, aber nur an ICE-, IC- und EC- Haltepunkte bzw. dort, wo Verkehrsverbünde und Deutsche Bahn kooperieren. In der Metropole Ruhr, wo der Probebetrieb erfolgreich lief, findet diese Kooperation nicht statt. Die sogenannten Touchpoints, blaue Schilder mit RFID-Tags (siehe Bild) etc., finden sich auch an Haltepunkten, an denen kein DB-Fernverkehr hält. Wird der Touchpoint genutzt, zum Beispiel seine Nummer in die App auf dem Mobiltelefon eingegeben, dann erscheint eine Fehlermeldung. Denn der Punkt ist dem System unbekannt. Auf Nachfrage teilte mir die Hotline, deren Nummer auf jedem Touchpoint aufgedruckt mit, dass dieser Touchpoint noch nicht abgebauter Rest des Pilotbetriebs sei. Es ging mal an der Ruhr, jetzt nicht mehr. In Berlin lässt sich an jedem U- und S-Bahnhaltepunkt eine Fahrt so lösen und beenden.

Nicht zu unterscheiden: Funktionierender Touchpoint am DB-Reisezentrum Bochum Hbf

Nicht zu unterscheiden: Funktionierender Touchpoint am DB-Reisezentrum Bochum Hbf

Für die “Metropole” Ruhr ist das unbefriedigend. So kann ich zwar per Touch & Travel, wie das Angebot der Deutschen Bahn heißt, von Bochum nach Hagen fahren, denn beides sind IC-Haltepunkte. Hingegen kann ich nicht von Wattenscheid nach Wetter fahren. Beide Bahnhöfe sind mit Touchpoints ausgerüstet, doch es ist ein potemkinsches Angebot. Es geht nicht. Mehr noch! Eigentlich könnte es sogar für den örtlichen Nahverkehr nutzbar sein, so wie es in Berlin der Fall ist. Im Pilotbetrieb hieß es dazu in der WAZ am 01.09.2009:

Touch & Travel werde so umgesetzt, dass auch der Übergang auf andere Verkehrsmittel – beispielsweise vom ICE auf den Bus oder umgekehrt – möglich sei, versichert die DB. Das erspare den Ticketkauf auch beim Umstieg auf andere Verkehrsmittel. Auch seien keine Kenntnisse über Tarifgrenzen mehr erforderlich. Touch & Travel benötige keine aufwändige und teure Infrastruktur an den Haltestellen und Bahnhöfen, da die Datenübertragung zum Hintergrundsystem über das Mobilfunknetz stattfinde.

Streit um technisches System: Per Mobiltelefon bezahlen oder per Chipkarte
An wem liegt es nun, dass das Bahnfahren ohne Fahrkartenkauf in der Metropole Ruhr nicht mehr möglich bzw. nur sehr eingeschränkt möglich ist? Liegt es an der Deutschen Bahn, die die Touchpoints nicht wieder abgebaut hat? Oder liegt es am VRR? Beide sind in meinen Augen Schuld, sie kommen nicht zueinander. Ein Nachfrage bei Verantwortlichen des Verkehrsverbunds Rhein Ruhr (VRR) brachte mir die Antwort, dass der VRR ein anderes System bevorzuge, keines das an ein Mobiltelefon und die Ortung gebunden sein. Der VRR favorisiert ein NRW-weit einheitliches Modell, dessen Pilotbetrieb er realisieren will. Dabei soll eine Chipkarte (darauf der RFID-Chip) zum Einsatz kommen, die an ein Online-Vertriebs-Tool aller Nahverkehrsgesellschaften mit einem System namens EFM3 andockt. Die Vereinheitlichung aller Standards und Verfahren ist das Ziel und dürfte bis 2017/19 dauern. Dafür kann man dann losfahren und muss sich nicht um Tarife kümmern in NRW – so der Plan, wenn alle mitmachen. ‘Touch & Travel’ wäre sofort verfügbar, wenn denn der VRR mit der Bahn kooperieren würde. Und daher gilt die Weisheit: Das Bessere (=VRR) ist der Feind des Guten (=Bahn). Ergebnis: Fail! Lässt sich denn nicht beides realisieren? Das seine sofort, das andere später? Ich könnte am Bahnhof Wetter meine Fahrkarte per Handy lösen und in Berlin-Zehlendorf aussteigen. Das wäre nicht einmal auf NRW beschränkt!

Behelfen muss ich mich mit einem separaten Handyticket-System für Mobiltelefone in der losfahrenden und ankommenden Stadt, sofern ich Fernverkehrszüge nutze, die an Fernverkehrhaltepunkten (=großen Bahnhöfen) halten. Die polyzentrale Struktur der Metropole Ruhr, die sich auch in einem sternförmigen Nahverkehrsnetz mit Hauptbahnhöfen als Mittelpunkten niederschlägt, wird bis auf weiteres mit den Methoden der interkonnektiven Welt konserviert.Es ist die übliche Tragödie des alten Ruhrgebiets.

Kommunalpolitker aller Kommunen, ja Regionalpolitiker, vereinigt Euch. Schiebt das Thema mit Anträgen, Anfragen und Resolutionen an. Lasst Euch dazu berichten. Das Thema ist ja noch nicht einmal hinreichend als Missstand bekannt. Ich will mal sehen, wo ich das einbringen kann. Fortsetzung folgt …

Potemkinsches Angebot: Touchpoint am Bahnhof Wetter (Ruhr)

Potemkinsches Angebot: Touchpoint am Bahnhof Wetter (Ruhr)

07Nov/12
Bus vor steiler Strecke

Arbeitsminister Guntram Schneider (SPD) verteuert den öffentlichen Nahverkehr

Die Kosten des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) in Nordrhein-Westfalen werden im Jahr 2013 weiter steigen. Das ist Folge der Entscheidung von Landesarbeitsminister Guntram Schneider (SPD), den teuren ver.di-Tarifvertrag mit dem Kommunalen Arbeitgeberverband NRW zum 01.02.2013 für allgemeinverbindlich zu erklären. Eine sozialpolitische Wohltat, die die Städte und Kreise des Landes bezahlen müssen. Für den Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) schätzt der dortige CDU-Fraktionsvorsitzende Frank Heidenreich (CDU), mit dem ich heute telefonierte, die Mehrkosten auf etwa 30 bis 35 Millionen € (siehe auch Rheinische Post vom 07.11.). Die Folge werden eine weitere Ausdünnung des Angebots oder eine Preissteigerung bei den Fahrpreisen sein. Frank Heidenreich schließt letzteres zur Kompensation der Ministerentscheidung aus. Eine Kompensation seitens der Landesregierung für die Mehrkosten ist nicht vorgesehen. Die Kommunen müssen das Geld alleine aufbringen. Für die vielen notleidenden Kommunen in NRW ist das keine Hilfe.

Bus vor steiler Strecke

Mehrkosten für den öffentliche Nahverkehr liegen auf der Strecke.

Insbesondere die Verkehrsgesellschaften der kreisfreien Städte zahlen bereits den zwischen Kommunalem Arbeitgeberverband NRW und ver.di sowie DBB-Tarifunion ausgehandelten Spartentarifvertrag für Nahverkehrsbetrieb. Er sieht unter anderem eine Steigerung des Verdienstes für älteren Arbeitnehmer vor, so 13 bis 14 €. Allerdings erbringen die Verkehrsgesellschaften nicht alle Leistungen selber. Ein Teil wird an private Omnibusbetriebe ausgeschrieben. Im angeführten Tarifvertrag beschränken das die Kommunen selber auf maximal 25 %.

Die privaten Omnibusbetrieb sind bisher nicht an diesen Tarifvertrag gebunden. Sie zahlen ggf. nach einem anderen Tarifvertrag. Die Lohnkosten sind im Busbetrieb ein großer entscheidender Faktor. Über ihn kann der Preis, über den eine Ausschreibung gewonnen wird, maßgeblich beeinflusst werden. Ab dem 01.02.2013 geht das nicht mehr. Die Nahverkehrsanbieter müssen ausschreiben und überwachen, das mindestens nach dem Spartentarifvertrag Nahverkehrsbetriebe gezahlt wird. Das wird Mehrkosten verursachen, die am Ende die Kommunen tragen. Eine Kompensation durch die Landesregierung ist nicht vorgesehen.

Landesregierung gleicht Mehrkosten nicht aus

Das Konnexitätsprinzip (“Wer bestellt, bezahlt.”) gilt nur für die Übertragung neuer Aufgaben vom Land an die Kommunen, aber nicht für eine Verteuerung oder Veränderung der Standards. Die Kreise, Städte und Gemeinden werden das Geld selber aufbringen müssen. Das ist nicht gerade eine Hilfe für notleidende Kommunen, die sich in der Haushaltssicherung befinden.
Grundlage für die Entscheidung von Landesarbeitsminister Guntram Schneider (SPD) ist das von Rot-Grün eingeführte Tariftreue- und Vergabegesetz NRW, das zum 01.05.2012 in Kraft trat. Die verbindliche Anwendung des Spartentarifvertrags Nahverkehrsbetriebe auf alle Leistungserbringer im ÖPNV ist eine weitere Ursache, die den Geldbedarf der Verkehrsbetriebe erhöhen.

31Okt/12
Zahlreiche Züge entfallen am Bochumer Hauptbahnhof

[Update] Super-GAU im Bahnverkehr rund um Bochum vor Feiertag

Einen Schienebruch zwischen Bochum und Wattenscheid bzw Essen macht eine der wichtigsten Gleisstrecken durchs Ruhrgebiet zur Stunde eingleisig. Gleichzeitig blockiert ein leckes Gasrohr bei Bochum-Langendreer und der dadurch notwendige Feuerwehreinsatz die Strecke zwischen Bochum und Dortmund. Hier scheint nichts mehr zu gehen. Die Informationen stammen aus Lautsprecherdurchsagen.
Inzwischen erfuhr ich, dass das Leck an einer großen Gasleitung bei Bauarbeiten entstand. Die Sache soll recht kompliziert und langwierig sein.

Zahlreiche Züge entfallen am Bochumer Hauptbahnhof

In Richtung Essen und in Dortmund kommt es zu Gleiswechseln. Zahlreiche Regionalexpresszüge entfallen, so zuletzt die Linien RE 1 und RE 6 in Richtung Dortmund. Regionalverkehr und Fernverkehr umfahren Bochum [via Gelsenkirchen-Herne-Dortmund-Mengede]. Wer aus Bochum hinaus will und unbedingt die Bahn nutzen will oder muss, der nimm am besten die S-Bahn oder versucht anderweitig nach Dortmund oder Essen zu gelangen. Von dort bestehen dann Verbindungen des Regional- und Fernverkehrs. Mit teilweise erheblichen Verspätungen muss jedoch gerechnet werden. So weit die derzeitige Einschätzung.

Problematisch ist die Überlastung der Stammstrecke auf der Achse Dortmund-Bochum-Essen. Umleitungen sind nur bedingt über das nördliche Ruhrgebiet möglich, wo eine durchgehende Ost-West-Trasse im Personenverkehr fehlt. Allenfalls über Gelsenkirchen kann ein Umweg gewählt werden. In der Regel wird die Stammstrecke west-östlich befahren, umanschließend nord-südliche eine Anschlussverbindung zu wählen. Das muss nicht unbedingt mit der Bahn sein.

Auch von und nach Witten Probleme

Auch mit der RE 16 gab es am Nachmittag dann Probleme. Die Züge aus Hagen kommende mussten warten, da im Bereich Witten Personen auf den Schienen sein sollten. Das muss eine andere Strecke sein.

Es hat sich am späten Abend alles normalisiert, heißt es. Auch weitgehend für den Fernverkehr.

12Sep/12
Fahrkartenautomaten im Kölner Hauptbahnhof

Die unzuverlässigen Fahrkartenautomaten der Deutschen Bahn

Die Fahrkartenautomaten der Deutschen Bahn AG. Eine nicht enden wollende Geschichte der Defekte. Heute stand ich wieder vor einem diesern blau-rot-silbernen Fahrkartenautomaten der Deutschen Bahn. Ich war am Kölner Hauptbahnhof angekommen und sah, dass in 6 Minuten ein pünktlicher ICE nach Essen fährt. Es waren sogar Automaten frei. Also tippte ich Schritt für Schritt die Angaben hinein. Ich hatte Zeit meine Bahnbonuspunkte zu sammeln und wollte dann zahlen. Die Maschine akzeptierte meine EC-Karte scheinbar und die Eingabe der vierstelligen PIN stand als letzte Hürde vor mir. Ich scheiterte. Die Anzeige über dem Ziffernblock teilte mir im Widerspruch zum Bildschirm mit, dass dieser Vorgang nicht möglich sei. An weiteren Automaten musste ich jetzt anstehen. Der Zug wurde nicht mehr angezeigt, als ich an der Reihe war. Ich verpasste ihn. Die nächste und langsamere Verbindung war erst mehr als eine halbe Stunde später. Für den Weg nach Essen benötigte ich 50 Minuten länger. So kenne ich die Deutsche Bahn: eine Geschichte der Enttäuschungen.

Welchen Bahnhof hätten’s denn gern?

Fahrkartenautomaten im Kölner Hauptbahnhof

Ich müsste es eigentlich besser wissen. Ich will mich aber einfach nicht an den miesen Automatenservice gewöhnen. Am Vortag war ich erst nach Wesseling gefahren. Am Wesselinger Hauptbahnhof hält nur die Stadtbahn der Kölner Verkehrsbetriebe (KVB). Dennoch kannte der Fahrkartenautomat am Essener Hauptbahnhof ‘Wesseling’. Er bot mir gefühlte 30 Ausstiegsbahnhöfe an. Ein Anruf im Büro half mir, mich für ‘Köln Hbf’ und die Stadtbahn zu entscheiden. Allerdings bekam ich nicht den Zug gebucht, den ich laut Fahrplan nehmen wollte. Der Automat wollte mich unbedingt per Regionalbahn schicken. Also musste ich dann doch ins Reisezentrum, Schlange stehen, mit dem Automatenbetreuer sprechen, um dann schließlich eine Fahrkarte nur nach Köln zu buchen. Dort sollte ich dann separat eine Fahrkarte für die Stadtbahn kaufen. Doch es kam anders: Der Automat bot mir NRWPlus an für Köln an. Ich verstand, dass ich damit den Nahverkehr in Köln nutzen dürfe, wozu Wessling leider nicht mehr gehört. Der Automatenbetreuer erklärte mir, dass das jedoch keine Rolle spiele, da Köln Hbf der nächste Bahnhof sei. Vertrauend auf diese geographischen Kenntnisse kaufte ich erfolgreich eine Fahrkarte. Bis Wesseling wurde ich nicht kontrolliert.

So schlimm ist die Geschichte nicht. In Kamen und in Wattenscheid gab’s neulich überhaupt keine Fahrkarten. Die Servicetelefonnummer für defekte Automaten werde ich beim nächsten Anruf in die Kurzwahlliste meines Telefons übernehmen.

Das Tarifsystem müsste einfacher, die Fahrwegeermittlung noch komfortabler. Aber neben der Software müsste die Maschine auch in den Hardwarekomponenten besser werden. Keine Papierschnipsel mehr, keine versagenden Kartenleser, keine nicht funktioniernden Geldscheinerkenner, keine defekten Telefonmodule für die EC-Kartenbezahlung und so weiter. Mit meinem Telefon funktioniert “Touchpoint” (Kontaktpunkt für Tickets per Handy) leider nicht. Aber statt eines völligen Umstiegs auf ein anderes System, dass die Hardware zum Kunden verlagert, erwarte ich zuverlässigere, bedienerfreundliche Automaten. Die Komponentensammlung der Deutschen Bahn ist davon noch entfernt. Zuverlässig sind die erst, wenn ich mich auf die verlassen kann, wenn sie meine Erwartungen erfüllen.

Der graue Bildschirm eines defekten oder abgestürzten Fahrkartenautomatens der Deutschen Bahn AG reiht sich in die blauen Bildschirme einiger Windows-Betriebssystemversionen der 1990er ein: Guru!

Zurück in Wattenscheid geht’s so weiter …
Am Donnerstagmorgen habe ich genügend Zeit, denn der RegionalExpress hat Verspätung. Ich hätte gerne ein Tagesticket für 11,60 €. Aber bei der angebotenen EC-Zahlung heißt es dann am Ziffernblock: Vorgang nicht möglich. Ein zweiter Versuch scheitert ebenfalls. Banknoten nimmt der Automat nur bis 10 € an. Ich kann nur 4,90 € zusammenstückeln. Bei insgesamt 3 Fahrten heute wird das also teurer als ein Tagesticket.

14Jul/11
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VRR-Sozialticket: Schmerzliche Detailfragen für Politiker

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Die Details sind noch vor der Entscheidung des Verbandsratssitzung des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR) kommende Wochen rum: Das Sozialticket soll für den Preis von 29,90 € auf Basis des Ticket 1000 (Preisstufe A) eingeführt werden. Es soll Beziehern von Sozialleistungen angeboten werden, also von Hartz IV, Arbeitslosengeld (Alo II), Grundsicherung im Alter und auch Wohngeld etc. DGB und Linkspartei machen Front dagegen, weil dies mehr als 15 € pro Monat und damit dem im Hartz IV-Regelsatz sei. Erfahrungen mit dem abgebrochenen Versuch eines Sozialtickets in Dortmund zeigten, dass der Ticketpreis erheblichen Einfluss auf verkaufte Menge und dadurch Kosten hat, insbesondere durch Einnahmeausfälle.

Der Weg bis zur Entscheidung über die Einführung eines Sozialtickets in einer Kommune, hat aber noch eine Menge Voraussetzungen und damit Handlungsoptionen für politische Akteure, die unterschiedliche Strategie verfolgen (können). Die Kalküle dieser Akteure, der Parteien in unterschiedlichen Koalitionen, müssen folgendes berücksichtigen:

  • Der Beschluss des VRR soll ein opt-out seiner Mitgliedskommunen, also der kreisfreien Städte und Kreise im VRR-Gebiet, enthalten. Opt-out bedeutet, dass jede Kommune in der nächsten Zeit beschließen kann, nicht beim Sozialticket mitzumachen. Im Unterschied zu einem opt-in, erfordert ein opt-out einen negativen Beschluss des jeweiligen Kreistags oder Rates. Dafür bedarf es eine Antrags einer Fraktion (=Partei) oder der Verwaltung, also entweder des Oberbürgermeisters oder des Landrats. So eine Antragsstellung kann bereits unangenehm sein…

  • Die vom VRR vorgesehene probeweise Einführung eines Sozialtickets soll gerade nicht über den Verbundtarif abgerechnet werden. Anders ausgedrückt: Jeder Kreis bzw. Jede Stadt haftet für die Einnahmeausfälle aufgrund des Erfolgs oder Misserfolgs des Tickets, damit auch in Abhängigkeit der Zahl der das Sozialticket nutzenden Transferempfänger. Gerade im Ruhrgebiet gibt es Städte mit deutlich höheren Fallzahlen. Das führt zu einem höheren finanziellen Risiko, das aber niemand genau vorhersagen kann.

  • Jetzt stellt sich die Frage, ob eine Stadt überhaupt zustimmen darf. Kommunen mit einem Nothaushalt, also in der Haushaltssicherungsgesetz – die meisten – dürfen keine freiwilligen, zusätzlichen Leistungen erbringen. Beschließt ein Rat oder Kreistag das dennoch, dann müsste der Oberbürgermeister oder Landrat den Beschluss beanstanden. Politisch keine angenehme Option gerade für die SPD, die im Ruhrgebiet die Mehrheit dieser politische Beamten stellt. Erfolgt die Beanstandung nicht, dann müsste die Kommunalaufsicht – Innenministerium oder ein Regierungspräsident, die als Landesbeamte der Weisung der Landesregierung unterliegen – dagegen vorgehen. Auch das muss politisch nicht gerade verlockend sein.

  • Der vorhergehende Punkt muss aber gar nicht ins Kalkül gezogen werden, wenn die dort angeführten freiwilligen Ausgaben der Kommunen zu Pflichtaufgaben mutieren. Pflichtausgaben muss auch eine Kommune mit Nothaushalt bezahlen. Die Ausgaben für den Tarifverbund des VRR sind solche Pflichtausgaben. Der VRR ist rechtlich ein Zweckverband und die Zahlungen an ihn entsprechen den Kreisumlagen der kreisangehörigen Kommunen an ihren Kreis und der Verbandsumlagen an die Landschaftsverbände bzw. den Regionalverband Ruhr (RVR). Um zur Pflichtausgaben zu werden, benötigt die zusätzliche Ausgabe für das Sozialticket die Genehmigung der Kommunalaufsicht. Da bin ich aber nicht sicher, ob das für den VRR direkt das Innenministerium ist wie beim RVR oder eine Regierungspräsident. Auf jedem Fall trägt die politische Verantwortung am Ende … die Landesregierung.

  • Die Landesregierung legt für das Sozialticket noch 2-mal 15 Mio. € drauf (also für 2011 und 2012). Das bringt noch einzukalkulierende Fragen, wer davon wieviel bekommt und was passiert, wenn eine Kommune nicht mitmacht. Bekommen die übrigen dann den Anteil dieser Kommune zusätzlich, so dass es für sie noch günstiger wird? Hinzu kommt vor Ort der Vorwurf, auf Landesgelder verzichtet zu haben.

  • Vertrackt kann die Situation vor Ort noch dadurch werden, dass einzelne Verkehrsgesellschaften in den Aufsichtsgremien von einer Partei dominiert werden – ggf. in Kooperation mit den (gewerkschaftlichen) Arbeitnehmervertretern. Die Gesellschaften und deren Gremien sind eigenständige Akteure im VRR-Zweckverband und der örtlichen Kommunalpolitik.

Die Einführung eines Sozialtickets in den Kommunen birgt noch Diskussionbedarf an weiteren Stellen, Entscheidungen und Anlass zu weiterer Berichterstattung.

4 Filme zu Stuttgart 21 und der neuen Bahntrasse nach Ulm

Bei Stuttgart 21 geht es im Kern um zwei Projekte: Den Umbau des Stuttgarter Hauptbahnhof zu einem Durchgangsbahnhof. Dadurch wird eine weitere Stadtentwicklung quasi im Stuttgarter Talkessel ermöglich. Zum anderen werden die Probleme von Kopfbahnhöfen gelösten, denn Hinten ist plötzlich nicht mehr Vorne und Kreuzungen im Gleisvorfeld werden vermieden.

Zum anderen muss man von Stuttgart nach Ulm durch die schwäbische Alb – einem Mittelgebirge. Die derzeitige (historische) Strecke kann nur mit 70 km/h befahren werden. Die Fahrzeit ließe sich bei einem Neubau um die Hälfte reduzieren. Beide Projekte haben erhebliche Verbesserungen für Stuttgart, Ulm und überhaupt den Schienenverkehr in Baden-Württemberg zur Folge.

Wo ist das Problem? Dies Video des SWR zeigt das Problem für die Bahnreisenden auf. Und hier versteht man, warum in Ulm ein SPD-Oberbürgermeister dafür ist. In der Gegend um Stuttgart haben sich kürzlich nochmals 21 Verwaltungschefs für das Projekt ausgesprochen.

Die Lösung: Stuttgart 21 und neue Bahntrasse
httpv://www.youtube.com/watch?v=rbM0RtOXmxI Dies Video stammt vom Projektbüro. Es stellt eine Animation der Fahrt über die neue Bahntrasse mit ihren Anbindungen dar. Zu sehen sind auch die Veränderungen für die Nahverkehrsanbindungen in Ulm und Stuttgart, wie auch der neue Durchgangsbahnhof.

Und hier noch ein Problemaufriss der ARD.

Medien & Kommuninkation
Und zu guter Letzt noch ein Video von NDR, konkret dem Medienmagazin, das die Rolle der Medien – der Zeitungen und des Internets – und von Kommunikation zum Projekt überhaupt zeigt.

22Okt/10
Erinnerungsfotos pro S21 in Bochum

Signal gesetzt für Stuttgart 21

Es gibt auch Andersdenkende und damit Befürworter der Realisierung von Stuttgart21 mit dem Neubau der Bahntrasse von Stuttgart nach Ulm. Das Signal haben wir mit der Kundgebung am 21. Oktober 2010 vor dem Bochumer Hauptbahnhof erfolgreich gesetzt. Linke, Kommunistenableger und andere Stillstandsutopisten werden jetzt nicht allein das Bild bestimmen, wie oft sie auch durch die Stadt stapfen. Es gibt auch andere Meinungen dazu.

Lassen wir Bilder sprechen!
Leider habe ich nur nach der Kundgebung ein paar Bilder gemacht. Die Erinnerungsfotos finden sich im Facebook-Album Pro Stuttgart21 in Bochum. Daraus ist auch das Bild hier auf der Seite mit Dr. Christoph Konrad, Vorsitzender der CDU Bochum, entnommen.
Neidisch blicke ich daher auf die Bilder in der Galerie von DerWesten.de und da gibt es noch ein Video. (Das auf diesem Rechner hier nicht spielt. Warum?)

Das war die erste Kundgebung, die ich selber gemacht habe. In der Form war ich vor 15 Jahren oder so schon mal auf einer. (Golfkrieg?). Für viele der Teilnehmer war es auch das erste Mal. Ich werde mir mal ein paar Notizen machen müssen. Irgendwer kam auf die Idee, das Transparent hoch zu halten. Sieht gut aus, aber es reißt im Wind. Auch hätte noch ein dritter Redner gut getan. Und wieso haben zwei Leute Kameras, machen dann aber erst am Ende Bilder- Hä? Vielleicht kann ich das Wissen ja in ein paar Jahren nochmal gebrauchen oder amüsier mich bei der Lektüre.

Und dann was aus der Zeitung.
Wenig Protestler bei Stuttgart 21-Demos in Bochum (Sabine Vogt, WAZ Bochum, 21.10.2010)

Ich freu mich mich über alle Bilder, die mir geschickt werden. Danke an alle die gekommen sind. Ich hab 32 Hände geschüttelt. Danke auch an die Polizeibeamten. Und eine Bitte: Verbreitet das Wort und Eure Bilder. Drückt “gefallen” und “Teilen” in Eurem Facebook, damit Bekannte und Freunde Eure Bilder und Meinung sehen.

Und aufgrund von Nachfragen: Das war eine Aktion. Nächste Woche stehe ich nicht auf der Straße. Demonstrieren ist keine Kernkompetenz von Christdemokraten :-) Draußen auf der Straße herumkrakeelen, sollen mal die Anderen machen. Oder wie hier auf der Vuvuzela und Trillerpfeife blasen. Unsere und meine Meinung wurden auf diese Art hinreichend verbreitet.

DerWesten.de hat ein Video zu den “Demos” in Bochum gefertigt.

Nachtrag: Im Video ist auch eine Fahne der MLPD zu sehen und der Vorsitzende der Stadtratsfraktion “Soziale Liste”, einem DKP-Ableger. Da stehen dann also Die Linke, MLPD und DKP zusammen.

13Okt/10
S21 - Projektplan

pro Stuttgart 21 demonstrieren – in Bochum

Stuttgart 21 geht uns alle an. Mittlerweile wird das Thema in ganz Deutschland diskutiert. Auch in der Metropole Ruhr haben zwischenzeitlich einige Gegegner gegen das wichtige Infrastrukturprojekt demonstriert. Sie sollen nicht allein bleiben. Für Donnerstag, den 21. Oktober 2010 um 16.30 Uhr ist zu einer Kundgebung der Befürworter des Projektes Stuttgart 21 vor dem Bochumer Hauptbahnhof aufgerufen. Die Kundgebung wird bis 18 Uhr dauern.

Stuttgart 21 geht uns alle an, denn es geht auch darum, ob legitim beschlossene große Infrastrukturprojekte in Deutschland noch realisiert werden können. Rund 15 Jahre ist über Stuttgart 21 beraten worden und ein Ausstieg nach Planungen, Auftragsvergaben und Baubeginn ist mit dreistelligen Millionenschäden verbunden. Die Planungen und Beschlüsse sind demokratisch legitimiert. Und nicht nur in Baden-Württemberg sind die Vorteile des realisierten Projekts eines Tages zu spüren. Die Fahrzeit von derzeit 54 Minuten zwischen Stuttgart und Ulm wird sich auf 28 Minuten verkürzen. Das sind 26 Minuten weniger für jede Fahrt von und nach München.

Alle Befürworter des Projekte in der Metropole sind herzlich eingeladen sich zu beteiligen. Eine Vorabinfo wäre recht nett.

Linkliste

Für weitere Argumente sei auf folgende Linkliste zu Befürwortern von Stuttgart 21 verwiesen:

http://www.stuttgart21-ja-bitte.de/
http://wirsindstuttgart21.de/
http://www.fuerstuttgart21.de/
http://www.prosit21.de/
http://www.bahnprojekt-stuttgart-ulm.de/
http://www.wir-fuer-stuttgart21.de/
http://www.stuttgart21-kommt.de
http://www.prostuttgart-21.de/
http://www.direktzu.de/stuttgart21

Netzwerke
http://twitter.com/prosit21
http://www.facebook.com/fuer.s21


Bilder/Grafiken dieser Seite stammen von www.bahnprojekt-stuttgart-ulm.de.

31Mrz/10

Bahngipfel zum Rhein-Ruhr-Express

Am Mittwoch, den 31. März 2010 haben Ministerpräsident Jürgen Rüttgers, Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer, der Vorstandsvorsitzende der DB AG Dr. Rüdiger Grube und NRW-Verkehrsminister Lutz Lienenkämper mehrere Vereinbarungen zum Schienenpersonennahverkehr (SPNV – tolles Wort, oder?) unterzeichnet. Unter anderem ging es dabei auch um den Rhein-Ruhr-Express (RRX). In einer Presseverlautbarung des Landesregierung heißt es dazu:

Der Bund hat zugesagt, nachdrücklich die Realisierung des Rhein-Ruhr-Express voranzubringen. Sobald die baurechtlichen Voraussetzungen geschaffen sind, soll der RRX möglichst abschnittsweise gebaut werden. Im Rahmen des Umbaus des Dortmunder Hauptbahnhofs hat der Bund 48 Millionen Euro zur Anbindung des RRX vorgesehen. Außerdem wird die Bahn die Planungsarbeiten mit Hochdruck vorantreiben. Die Planfeststellungsverfahren werden zur Beschleunigung abschnittsweise  durchgeführt. Begonnen wird Anfang 2011 mit den Planfeststellungsverfahren für den Teilabschnitt Köln-Leverkusen. Danach folgen Dortmund-Bochum und Bochum-Essen. Die weiteren Verfahren folgen unverzüglich.

Gleichzeitig vereinbarten Land und Deutsche Bahn, die Planungsarbeiten für den Umbau der Bahnhöfe auf den so genannten „Außenästen“ des RRX zu beginnen. Das sind die Strecken außerhalb des RRX-Kernbereichs, auf denen jeweils nur einzelne der sechs Linien fahren. Sie sind entscheidend für die Anbindung des RRX in die Regionen des Landes. Die Landesregierung verpflichtet sich dazu, diese Planungen zu finanzieren.

Damit ist klar, dass ab 2011 mit dem Planfeststellungsverfahren für die zur Verbesserung des Verkehrs auf der Stammstrecke des Ruhrgebiets notwendigen Maßnahmen zu rechnen ist. Der RRX als System von schneller Stammstrecke und Zubringerstrecken, den “Außenästen” die der Flächenerschließung dienen, kommt auch voran, da die Planungen an den Außenästen aufgrund der Kostenübernahme durch die Landesregierung gesichert sind.

Für den Bahnhof Wattenscheid ist von Bedeutung, dass er auch beplant wird. Seine Besonderheit ist, dass er zwar auch der Flächenerschließung wie die Bahnhöfe an den “Außenästen” dient, sich aber räumlich an der Stammstrecke befindet. Die Planung muss zusammen mit dem Planfeststellungsverfahren im Abschnit Bochum-Essen erfolgen.