Tag Archives: Bochum & Wattenscheid

19Feb/15
IKEA in Bochum oder Wattenscheid? Derzeit unwahrscheinlich

Zeitungsente IKEA in Bochum

In Bochum und Wattenscheid entsteht derzeit eine Blase um eine angebliche Ansiedlung eines IKEA-Möbelmarktes. Ursprung der Geschichte sind frühere Gespräche zwischen IKEA und der Wirtschaftsförderung der Stadt Bochum, der gescheiterte Versuch von IKEA sich am Harpener Feld in Bochum niederzulassen und der aktuell laufende Versuch, einen IKEA-Markt in Bottrop zu bauen.

Vorgeschichte: IKEA ist seit Jahren auf der Suche nach einem Standort im Ruhrgebiet

Der IKEA-Konzern bemüht sich seit Jahren um neue Niederlassungen im und um das Ruhrgebiet. Versucht wurde es in Bochum, Gelsenkirchen, Castrop-Rauxel, Wuppertal u. a. Seit 7 Jahren ist das zu beobachten mit wachsender Intensität.
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16Feb/15
Drei blonde Frauen werden das nächste Närrische Dreigestirn in Bochum

Ein rein weibliches Dreigestirn – mal was anderes

Beim närrischen Empfang im Rathaus Bochum gab es eine fröhlich Botschaft für die Bochumer Karnevals-Session 2016. Es wird wieder ein närrisches Dreigestirn geben, nachdem sich keines für die Session 2015 hat finden lassen. Dabei wird es zu einer Besonderheit kommen. Bauer, Jungfrau und Prinz werden Frauen, also: Prinzessin mit Bäuerin und Jungfrau. Ein Zeichen der Emanzipation.

Selbst die Jungfrau im närrischen Dreigestirn ist ein Kerl. Selbst im Kölner Karneval soll das mal anders gewesen sein, weil die Nazis das ab 1938 druchgesetzt hätten. Seit dieser Zeit sind die Funkenmariechen auch Mädchen. Jetzt wird der Weg aber nicht au völikischen-ideologischen Gründen begannen, weil die Verkörperung der Jungfrau durch einen Mann dem Manneskult widerspricht. Hier scheint doch mehr, die Notwendigkeit jemanden zu finden, Mutter des Gedanken zu sein. Und das kommt besonders sympathisch daher, weil alle drei Figuren durch Frauen verkörpert werden, die sonst rein durch Männer dargestellt sind.
Und wenn die drei zusammen Spass daran haben, warum denn nicht?
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03Feb/15
Wolfgang Wendland kandidiert als Oberbürgermeister

Wolfgang Wendland kandidiert als Oberbürgermeister

Es ist die Meldung des Tages in Bochum und in Facebook-Timelines der Region. Der Wattenscheider Punk-Sänger Wolfgang Wendland will im September bei der Wahl des Oberbürgermeisters der Stadt Bochum kandidieren. Das verspricht, den Oberbürgermeister-Wahlkampf medial überregional interessant zu machen. Erste Spitzen von Sympathisanten gehen bereits gegen den vorgeschlagenen SPD-Kandidaten, den Landtagsabgeordneten Thomas Eiskirch (SPD). Wendland verfügt im Gegensatz zu Eiskirch über eine abgeschlossene Berufsausbildung.

Ganz so abwegig ist die Kandidatur von Wolfgang Wendland, liebvoll “Woelfi” genannt nicht. Er war immer schon politisch, nicht nur in den Liedtexte für seine Band ‘Die Kassierer’. Da wurde schon mal der Polizeipräsident oder SPD und Grüne aufs Korn genommen. Das nur lokal bekannte, öffentliche Geheimnis ist, dass der 53-jährige sich politisch engagiert.

Der politische Weg des ‘unabhängigen’ Wölfi

Zunächst soll Wolfgang Wendland Mitglied der CDU, Ortsverband Wattenscheid-Stadtmitte, gewesen sein. Aus dieser flog er zwangsweise raus, da die CDU keine Doppelmitgliedschaften und Kandidaturen für andere Parteien erlaubt. Wendland war Kanzlerkandidat der Anarchistischen Pogo-Partei Deutschland (APPD) geworden.
Diese Kapital wurde abgeschlossen. Die Partei Die Linke kürte Wolfgang Wendland 2009 zu ihrem Spitzenkandidaten für die Wahl zur Stadtbezirksvertretung Wattenscheid, das zur Stadt Bochum gehört. Dadurch gewann Die Linke einen Sitz im Nachfolger des Wattenscheider Stadtrates. Dort hat der parteilose Wölfi fünf Jahre lang an der Kommunalpolitik der vor 40 Jahren nach Bochum eingemeindeten Hellwegstadt mitgewirkt.
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22Jan/15
Schild "WLAN gratis"

Bochum soll freies WLAN bekommen

Bochum soll freies WLAN und damit freien Internetzugange bekommen. Und das in der Fläche, aber halt auch in Bussen etc. Ein Konzept hierzu hat der Rat dazu am Donnerstagabend von der BO-Marketing GmbH eingefordert. Die BO-Marketing hatte auf dem letztjährigen Weihnachtsmarkt Erfahrungen damit gesammelt.

Die Anträge der Fraktionen unterschieden sich nur minimal. Am Dienstag zuvor hatte es bereits Diskussionen im Infrastrukturausschuss gegeben. Dabei ging es um Internet in Bus und Bahn. Auf der VRR-Ebene wurde auch schon dazu diskutiert.

Natürlich gibt und gab es schon freies WLAN. Es gab auch mal ein flächiges Angebot der TMR, einer städtischen Telekommunikationstochter. Dabei musste man sich registrieren. Gemeint ist mit der Initiative, dass da jetzt etwas einheitliches in der Fläche entstehen soll. Dabei verstehe ich flächig, dass es aber zunächst auch mal mit einer Abdeckung der HotSpot, als von Plätze und Parks und öffentlichen Gebäuden kommt. Das Konzept der BO-Marketing wird Antworten.
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12Dez/14
Schütteln des Kopfes

Beigeordneten-Wahl in Bochum: Das Klüngeln selbst kurzzeitig vermasselt…

Mit einem Monat Verzögerung haben SPD und Grüne die Verschwendung von 65.000 € Steuergeldern im Bochum Stadtrat für einen Personalberater durchgesetzt. Die politische Entscheidung trifft nach den Worten des SPD-Fraktiosnvorsitzenden Dr. Peter Reinirkens ja eben die SPD. Allerdings sei abzuwarten wie die Bewerberliste aussehen werden. Das wiederum könne sich die CDU und andere bei der Auseinandersetzung im Rat nur schwer als sinnvoole Vorgabe für eine Personalberatung vorstellen: Bitte finden Sie einen Sozialdemokraten?

Die Vorschläge der Personalberatung sollen dann zunächst von einem Gremium von Ratsmitgliedern und der Oberbürgermeisterin beraten werden. Die zahlenmäßige Mehrheit der SPD in diesem Gremium ist durch die Zusammensetzung gesichert. Die CDU-Fraktion hat auf eine Beteiligung in diesem Schein-Entscheidungsgremium verzichtet. Die Linken hat einen Platz im Gremium angenommen. Dieses Auswahlkomitte besteht aus Dr. Ottilie Scholz (SPD), Dr. Peter Reinirkens (SPD), Dieter Fleskes (SPD), Ralf-Dieter Lange (Die Linke) und Manfred Preuß (Grüne).

Findungskommission für Dezernent – Wahlvorschriften verletzt?

Allerdings hat meiner Auffassung die Oberbürgermeisterin einen Formfehler bei der Besetzung des Gremiums begangen. So wurde irgendwie nur über den Vorschlag der Linken abgestimmt und auch bei der Besetzung auf die Frage nach Nein-Stimmen von der CDU gegen den einheitlichen Wahlvorschlag gestimmt. Dennoch kam nicht das vorgeschriebene Wahlverfahren zum Einsatz und auf Nachfrage zur Verkündung eines Wahlergebnisses. In der folgenden Sitzungsunterbrechung wurde dann viel gerätselt.
Vermutlich wird der Rat sich nochmals, in einer dann dritten Sitzung, damit befassen müssen.

Das rechtliche Problem allein schon mit dem Verfahren zur Besetzung diese eigentlich unsinnigen Gremiums zeigt, wie sehr Bochum auch einen neuer Rechtsdezernent bzw. eine neue Rechtsdezernentin fehlt. Ein fehlerhafter Beschluss zur Haarstraße hatte schon nicht zu einer Beanstandung geführt. Das wird alles etwas fragwürdig derzeit.
Das Klüngeln haben sich die Akteure mit dem fehlerhaften Beschluss selbst erschwert – zumindets für kurze Zeit.

Die 65.000 € für den Personalberater, der das Gremium unterstützt und dessen Arbeit niemand im Personalamt übernehmen könne, hätte doch einfach für eine Online-Anzeige im sozialdemokratischen Magazin VORWÄRTS verwendet werden können. Das Ergebnis wäre dann auch sicher ein Sozialdemokrat.

Siehe auch …

Neuer Beigeordneter für Bochum: SPD ohne Kandidaten (11.11.2014)

Beigeordneten-Wahl in Bochum: Machen wir’s demokratisch oder wie immer? (13.11.2014)

29Okt/14
Migrantenvertreter und Verwaltung

Zeitenwende: Migrantenvertreter lösen Ratsmitglieder ab

In der ersten Sitzung des neu gewählten Integrationsrats der Stadt Bochum kam es am Mittwoch, den 29. Oktober 2014, zu einer bedeutenden Veränderungen. Erstmalig wurden ausschließlich gewählte Vertreter und Vertreterinnen der Bochumer Migranten zu Vorsitzenden dieses Ausschusses gewählt. In der letzten Wahlperiode des Rates waren im Vorgängergremium, dem Ausschuss für Migration und Integration, noch ausschließlich Ratsmitglieder in die Leitungsfunktionen gewählt worden. Damals stellten die Vertreter des Bochumer Stadtrats die Mehrheit, im neuen Integrationsrat überwiegen jetzt zahlenmäßig die gewählten Vertreter der in Bochum lebenden Ausländer und Menschen mit Migrationshintergrund.

Migrantenvertreter und Verwaltung, Foto: Arne Lindemann

Integrationsbeauftragte, Vorsitzende des Integrationsrates und Oberbürgermeisterin

Das obige Bild zeigt von links nach rechts: Die neue Integrationsbeauftrage der Stadt Bochum und Leiterin des Kommunalen Integrationszentrums Bochum (KIBo) Susanne Köllner, die neue Vorsitzende Frau Khonafa Hajo (SPD), Alexandre Ndjeng Biyouha (CDU) und Ayse Balyemez (Grüne) sowie Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz (SPD).

Zusammensetzung der Migrantenvertreter ändert sich

Auffällig ist, dass sich über die Jahre Zusammensetzung und Auswahl der Migrantenvertreter verändert hat. Während es vor 10 Jahren noch eine Vielzahl an Listen gab, die am Ende mit wenigen Ausnahmen je einen Vertreter entsanden, so hat eine Konzentration der Listen stattgefunden. Folgende Migratenlisten habe es in den Integrationsrat geschafft: ILBO, SPD, AAAA und CDU-Forum. Auffällig ist, dass zwei Migrantenlisten bereits vom Namen her mit Parteien korrespondieren. Es sieht danach aus, dass sich Listen von Parteien mit Migraten durchsetzen. Erfolgt hierüber eine verstärkte Integration von Migranten ins Spektrum aller Parteien?

Weiterhin hat sich die Bandbreite der Berufe der Mitarbeiter auf eine bestimmte Kaste von Sozialarbeitern und politiknahe Professionen verengt. Quasi die Mittelklasse von Funktionsträgern mit Migrationshintergrund bildet sich hier ab. Ist das positiv zu werten für ein Entstehen einer solchen Mittelschicht oder negativ für die Vertretung von Sonderinteressen der Migranten?

Bild: Arne Lindemann

26Jun/14
Ratssaal der Stadt Bochum

Bochum: Zähe erste Ratssitzung mit kleinen Überraschungen

Am Donnerstag, den 26. Juni 2014 traf sich zum ersten Mal der im Mai neu gewählte Bochum Stadtrat. Mit deutlich mehr Gruppen und Fraktionen werden die komplizierten Beratungen nicht einfacher werden. das zeigt sich schon daran, dass vielfach gemeinsame Wahlvorschläge nicht zustande kommen. Als Folge werden Position in Ausschüssen und Aufsichtsräten in langwierigen Wahlprozeduren vergeben. Das dauert vom Ablauf und der Auswertung sehr lange. Viele kleine Gruppen kommen allein nicht auf genug Stimmen, um bei den Verteilungen Sitze zu erringen. Aber sie können kooperieren oder für Listen anderer Fraktionen stimmmen. Das führt zu kleinen Überraschungen, denn mal ist jemand von einer Partei mehr oder weniger drin. Das Gefüge wackelt aber insgesamt nicht.

Stadtrat Bochum, Ratssaal vor der Sitzung

Ratssaal der Stadt Bochum vor der konstituierenden Sitzung 2014

Zu Anfang konnten sich die Fraktionen schon nicht alle auf eine gemeinsame Resolution “Gegen Rechts” einigen. Die Linke und die AfD brachte eine eigen. AfD und Die Linke lassen sich nicht zusammenbringen. Also gab es neben einem gemeinsamen Text von CDU, SPD und Grünen noch je einen von AfD und Linke. Die radikalen Vertreter unterschiedlicher Richtung sind nur schwer in der Mitte zusammenzuführen.

Für Insider der Geschäftsordnung war dann der Umstand, dass die AfD bemängelte, die Resolution der Linken sei nicht rechtzeitig da gewesen. Da hatte die AfD aber recht. Das brachte die CDU und damit mich in Verlegenheit. Sollte jetzt mit Hinweis auf Fristablauf der Antrag dennoch abgestimmt werden, wie es die AfD wollte, oder sollte der Antrag der Linken erst am 03, Juli abgestimmt werden. Klar war, dass dieser Antrag keine Mehrheit finden. Das ist dann nur noch politische heiße Luft. Der Antrag wurde mit Mehrheit im Stadtrat zugelassen und dann mit dieser Mehrheit beschieden, d. h. abgelehnt. Alles ohne Wert für den Bürger.

AfD fällt gleich mal unangenehm auf

Die AfD fiel zu Anfang der Sitzungen gleich mal unangenehm auf. Wortmeldungen, Worterteilung und dann ins Mikrofon sprechen liegt denen nicht. Da wurde mal aufgezeigt, aufgestanden und in den Saal geblökt. Mit diversen Hinweisen auf die Geschäftsordnung hier und da ging es weiter. Derweil saßen die Extremisten von Pro NRW und NPD fast friedlich in der letzen Reihe.

Die Linken trugen ihre Anträge mündlich vor. Unangenehm ist das nur bei Wahlen, denn die Stimmzettel müssen von der Verwaltung dann erst erstellt und kopiert werden. Das dauert.

Ich hoffe, dass beide Gruppen sich ein wenig an die Spielregeln anpassen, dann wird es für alle einfacher. Auf die Dauer ist so ein Verhalten sicher auch für die Radikalen links und rechts des politischen Spektrums wenig sinnvoll.

Weiterhin drei Bürgermeisterinnen

Die Bürgermeisterinnen Gaby Schäfer (SPD), Erika Stahl (CDU) und Astrid Platzmann-Scholten (Grüne) wurden bestätigt. Sie vertreten bei Bedarf im Stadtrat und bei der Repräsentation der Stadt die Oberbürgermeisterin. Alles bleibt beim Alten.

Keine einheitlichen Wahlvorschläge im Stadtrat

Bei Wahlen zu regionalen Gremien, Ausschüssen und Aufsichtsräten kommt kein ausgehandelter Vorschlag des Rates zum Zuge. Zwischen einigen Gruppen sind die Differenzen zu groß. Also wird wie eingangs dargestellt einzeln abgestimmt. Das führt schon mal zu Überraschungen. So wurde ich als drittes Ratsmitglied der CDU in den Integrationsrat gewählt. Ausgegangen war ich davon, dass es nur zwei CDU’ler schaffen würden. Ein anderes Mal stimmt die Vertreter der Rechtsextremen und der AfD geschlossen für den Wahlvorschlag von FDP/UWG. Die Spliitergruppen stimmen nicht einheitlich ab, aber oft wirken Linke, der Vertreter der Sozialen Liste und die Piraten scheinbar zusammen. Mal abwarten, ob sich da konstante Arbeitsstrukturen herausbilden. Überraschend still war der selbst ernannte Stadtgestalter Dr. Volker Steude. Den hab ich gar nicht wahrgenommen.

Langer Donnerstag am 03. Juli 2014

Nächsten Donnerstag droht in der Ratssitzung dann eine Vielzahl an Abstimmmungen für die neuen Ausschüsse und die weiteren Gremien. Ich rechne mit 6 Stunden. Die heute zahlreich vertretenen Zuschauer und Demonstranten auf der Tribüne werden es vermutlich nicht so lange aushalten.

19Jun/14
D & W Firmensitz

Tuningszene Ruhrgebiet ohne Freunde? – Eine Szene wird kriminalisiert

Es ist Zeit über eine soziale Randgruppe zu schrieben: Die Tuning Freaks. In den USA und in Deutschland werden darunter Personen verstanden, deren Hobby es ist, Autos – in der Regel ihr eigenes – “aufzumotzen”. Unter Aufmotzen verstehe ich das Verbessern der Leistung des Autos, manchmal auch nur des Scheins. Mein erstes Auto war in dem Sinne auch getunt. Meine Eltern hatten es, als sie es noch fuhren und bevor sie es mir schenkten, tiefer legen (über die Federn), verbreitern (da kam was ran), einen Sportauspuff und ein Sportlenkrad montieren lassen. Es handelte sich um einen weißen Opel Corsa B. Damit hat mein Leben als Autofahrer mit einem Unterschicht-typischen, getunten Fahrzeug begonnen !?! Ich komme mir nicht so vor. Dennoch mich nervt das Vorgehen gegen die Tuningszene in der Metropole Ruhr inzwischen.

Tuner im Gespräch

Tuner im Gespräch

Anlass meines Beitrag ist eine Sperrung auf dem Gelände von Phoenix-West in Dortmund. Mit dieser sollte die Tuning Szene getroffen werden. Vermutlich ging das Treiben einigen genervten Anwohner auf die Nerven. Allerdings wurde in Dortmund-Hörde gleich übertriebe. Die Ruhrnachrichten Dortmund schreiben:

Die Sperrung von Phoenix-West erfolge auf Kosten vieler Bürger, die ihrem Hobby nachgehen wollten. Ihr liege eine falsche Reduzierung auf „kriminelle Raser“ zugrunde. Die Verwaltung habe die Sperrung beschlossen, ohne ausreichend dokumentieren zu können, dass die Tuner tatsächlich ein Problem seien.

Genau! Das gleiche passiert gerade in Wattenscheid, wo an der A 40-Ausfahrt Dückerweg neben McDonald’s und Burger King die Tuning-Firma D & W ihren Laden hat (siehe Foto).

D & W Firmensitz

Tuner D & W am Dückerweg, Wattenscheid

SPD kämpf gegen Tuner

In Wattenscheid geht seit einigen Monaten die SPD-Kommunalpolitikerin Christina Knappe gegen die Tuning-Szene vor. Wie ich sie verstanden habe, haben sich bei ihr Anwohner der Grünstraße beschwert. Das wird ihre Klientel sein, für die sie auch schon mal für ein Stück neuen Asphalt kämpft (siehe BO 20132809(. Aus einer ihrer Anfragen (Nr. 20132331) – im Namen der SPD-Fraktion - gebe ich hier mal die Einleitung wieder, denn diese sagt alles:

Während der Jahre 1995 bis zur Einrichtung der Baustelle “Erweiterung der A 40“ zwischen Gelsenkirchen-Süd und Bochum-Hamme haben an der Ausfahrt Dückerweg nahe der Firma D&W regelmäßig Treffen so genannter “Tuning Freaks “ stattgefunden. Nach regelmäßigen Einsätzen der Polizei aufgrund erheblicher Beschwerden von Anwohnern und aus der Politik hat sich die Situation entspannt. Die “Autofreaks“ haben das Bochumer Stadtgebiet gemieden und sind in benachbarte Städte wie Oberhausen, Essen oder Duisburg ausgewichen. Diese Kommunen haben solche Treffen – auch mit Hilfe der Polizei – ab sofort unterbunden. Der Baufortschritt auf der A-40-Baustelle bis Ende 2014 lässt die Autoliebhaber wieder auf den Bereich an der Ausfahrt Dückerweg aufmerksam werden. Die Polizei ist nach Darstellung von Anwohnern personell nicht in der Lage, die Situation zufriedenstellend zu regeln.

Es liest für mich, als ob hier eine sich täglich treffende kriminelle Drogenszene o. ä. vertrieben werden müsste. In einem Antrag der SPD für eine Bürgerversammlung zum Thema heißt es: Die katastrophalen Verhältnisse im Bereich „Dückerweg“ (D&W, Burger King, Mc Donald) sind unhaltbar. Ich war jetzt ein paarmal da. Die Zustände sind nicht unhaltbar. Da stehen ein paar Wagen auf dem Parkplatz rum und einige Tuner samt Fans unterhalten sich.

Nicht jedes Wochenende gibt es ein großes Tuner-Treffen

Klar, es gibt Tage wie den Karfreitag. Da muss etwas geregelt werden. Mehr Rücksichtnahme hilft und sicher auch die Geschwindigkeitskontrollen und Fahrzeugkontrollen. Über Facebook etc. verbreiten sich die Kontrollen schnell in der Szene, so dass die viele Tuner gewarnt sind. Gewarnt sind dann gerade der Anteil der negativ auffallenden Tuner, die verbotene Autorennen veranstalten und deren Umbauten keine Zulassung haben. Die Zeitungen berichten regelmäßig dazu. Aber das sind Ausnahmen, die sich nicht jedes Wochenende ereignen. Mehrmals im Jahr wird mir jedoch von großen Tuningtreffen berichtet. Die müssen sich doch regeln lassen, ohne gleich das Hobby vieler mit einem Verbot zu belegen!

Der Dückerweg und die Grünstraße müssten quasi zum “Sperrbezirk” werden, um die Freizügigkeit der Tuning Freaks einzuschränken. Aber das gelingt auch bald, denn erst einmal soll eine Zufahrt zum Gelände dicht gemacht werden. Das liest sich in einer Antwort der Verwaltung (20140164) so:

Die Anregung, die Fritz-Reuter-Straße im Abschnitt zwischen Ridderstraße und Westenfelder Straße aus dem Vorbehaltsnetz herauszunehmen, wurde untersucht. Eine Herausnahme dieses Straßenabschnitts aus dem Vorbehaltsnetz ist hinsichtlich der Funktion im Straßennetz denkbar.

Eine entsprechende Beschlussvorlage wird erstellt und den zuständigen Gremien vorgestellt.

Was tun? Ja, aber nicht die Tuner kriminalisieren!

Ich krieg’s Kotzen. Hier sollen Leute kriminalisiert werden. Statt nach einer Lösung für Großveranstaltungen zu suchen, werden Verbote errichtet. Mit dem Ordnungsrecht soll die Szene verdrängt werden. Das passiert dann auch noch an anderen Stellen in der Metropole Ruhr. Am Dückerweg in Wattenscheid hat noch ein mittelständisches Unternehmen seinen Sitz, das von den Tunern lebt. In Wattenscheid wird auch der falsche Weg eingeschlagen. Tuning ist ein Hobby ohne politische Lobby. Immer druff! Bei den örtlichen Wählern kann sich mit Verboten profiliert werden. Glückwunsch an SPD-Politiker wie Frau Knappe. Ich werde da nicht mitmachen. Gegen Auswüchse kann auch anders vorgegangen werden.

Parkplatz am Dückerweg, Wattenscheid

Tuner-Treff: Parkplatz vor D & W, A 40, Ausfahrt Dückerweg

Der Manta-Fahrer als Prototyp des Tuners?

Wer nicht weiß, was diese Tunigszene ist, also was die Tuning Freak da so treiben, den weise ich auf den Wikipedia-Artikel zu Fahrzeugtuning hin:

Bei Liebhabern ist Fahrzeugtuning ein mit Ernsthaftigkeit betriebenes Hobby, das Fan-Charakter haben kann. Freunde des Tunings sind in vielerlei Hinsicht vernetzt, sie geben Zeitschriften heraus, organisieren Veranstaltungen und Treffen, so dass man von einer Tuningszene bzw. von regionalen Tuningszenen sprechen kann. […] Außerhalb ihrer Szene haben Tuningfans oft ein klischeehaftes, teilweise negatives Image. Gemäß diesem Klischee werden Eigenschaften wie Imponierverhalten, prollige Umgangsformen, aggressiver Fahrstil usw. mit Fahrern von Tuningfahrzeugen assoziiert. Insbesondere der „Mantafahrer“ war ein beliebter Gegenstand von Witzen, die diese Stereotypen zum Inhalt hatten.

Der Manta-Fahrer, den es so gar nicht mehr gibt, ist als nur das Klischee des Tuning-Fans.

P.S.: Bereits 2007 konnte die Polizei keine Straßenrennen feststellen, auch nicht auf der Fritz-Reuter-Straße, siehe diese Mitteilung Nr. 20071638. Da parken auch zuviele Autos.

Brückenposse von Bochum

Die Schwimmbrücke in Bochum-Dahlhausen ist eine der Brückenbauwerke, die die Stadt Bochum nicht in den Griff bekommt. SPD und Grüne haben über Jahre zu wenig in den Erhalt von Straßen und Brücken investiert. Die Liste ist lang, wo lange gewartet werden musste und wird: Brücke am Lohring, Buselohstraße, von-Waldthausen … Und dann immer diese Schikanen! (Ein Beitrag von Sat.1 mit der CDU-Politikerin Walburga Isenmann aus Essen-Burgaltendorf.)

Eine Meldung aus Burgaltendorf:

Nachdem ein Gutachter die Schwimmbrücke in Augenschein genommen hat, wurde die Brücke wieder freigegeben werden. Es konnten glücklicherweise keine Beschädigungen festgestellt werden. Da die Brücke heute in den frühen Morgenstunden von einem 40 Tonnen LKW befahren wurde, war diese den ganzen Tag zur Überprüfung gesperrt.

Ruhr-Schwimmbrücke mit Brückenuntersichgerät

Ruhr-Schwimmbrücke mit Brückenuntersichgerät, Bild: Marin von der Gathen

Außer Schrammen an den Schikanen und zerquetschtem Asphaltbelag, der auf Dahlhauser Erklärung zur interkommunalen Zusammenarbeit bei der Erneuerung der Schwimmbrücke_finalder Brückenzufahrt lag, scheint nichts Schlimmeres passiert zu sein. Strukturelle Schäden an der Brücke, eine weitere Beeinträchtigung der Statik der Brücke habe der Gutachter nicht feststellen können. Der 40 Tonner hatte die Brücke zweimal überquert, da er am Bochumer Ufer nicht weitergekommen war. Die Schäden waren glücklicherweise nicht der Rede wert.

Der Zustand der Brücke, die nur eingeschränkt nutzbar ist, ist unbefriedigend. Behelfsweise können zumindest PkW, die Brücke weiter nutzen. Dennoch muss es bei der Forderunn bleiben, dass die Brücker zügig erneuert wird. Dazu hatte sich einige CDU-Kommunalpolitiker heute – lange im Voraus verabredet – an der Schwimmbrücke getroffen. Hier der Link zu Ihrer Dahlhauser Erklärung zur interkommunalen Zusammenarbeit bei der Erneuerung der Schwimmbrücke (PDF).

Brückenuntersichtgerät an der Ruhr-Schwimmbrücke

Spezialgeräte zur Untersuchung der Schwimmbrücke, Bild: Martin von der Gathen

14Mai/14
Wesselmann der 'BWI'

SPD Bochum tarnt sich wieder als Bürgerinitiative

Wesselmann der 'BWI'

Plakat der SPD-Tarnorganisation Bochumer Bürger- und Wählerinitiative (BWI)

Die SPD Bochum tarnt sich weiterhin als ‘Bochumer Bürger- und Wählerinitiative’ (BWI) unter Führung des Genossen Prof. Günter Brakelmann. Diesmal wirbt die BWI, aber nicht für einen Kandidaten, sondern gleich für die ganze SPD Bochum. Das nenne ich konsequent, denn die Genossen stützen sich gegenseitig in der Initiative, die laut Angaben auf ihre Homepage auf eine Unterstützung für Bochums Oberbürgermeisterin Dr. Ottilie Scholz (SPD) zurückgeht. Und sie lächelt auch vom aktuellen Großplakat der BWI im Stadtbild (siehe Foto).

Genossen unter ihresgleichen: Wir für Axel Schäfer

Genossen unter ihresgleichen: Wir für Axel Schäfer

Wer da so alles mitmischt, ist der Liste der Namen zu entnehmen, die in einer Anzeige des Anführers und “Namensspenders” der BWI, des Genossen Brakelmanns, zu lesen ist. Im letzten Herbst warb die BWI mit dieser Anzeige im Stadtspiegel. Ein Bild liegt mir davon noch vor. Neben zahlreichen Kommunalpolitikern wirbt damals auch bereits der SPD-Europakandidat für Axel Schäfer. Es sieht wie ein Hütchenspiel auf: Diesmal bleiben die Genossen-Kommunalpolitiker verdeckt, während die anderen Genossen für sie werben. Eine Hand wäscht die andere?

Einen Werber für die SPD Bochum will ich jedoch mal ausnehmen: Ata Lameck. Der langjährige Mannschaftskapitän des VfL warb bei der Bundestagswahl 2013 für den Bochumer CDU-Kandidaten Dr. Norbert Lammert. Norbert Lammert hat ihn überzeugt, …

Gelder von SPD-Konten

Die Westfälischen Nachrichten hatten 2010 recherchiert, dass die Rechnungen der Initiative von der SPD Bochum beglichen werden. Und die Spenden liefen durch die Bücher der SPD.

Wie aktiv diese Wählerinitiative ist, die auch ein Buch zu 150 Jahre Sozialdemokratie herausgibt, zeigt die Seite “Wir über uns” auf ihrer Homepage http://www.csaconnect.com/bwi-bochum-cms/index.php?page=811

Dr. Ottilie Scholz geht es nun um die Landtagswahlen am 9. Mai 2010.Wir meinen: Es gibt eine Ablösestimmung im Lande: Wir meinen Rot-Grün kann es wieder schaffen Und wir finden, dass wir die Besten, die wir haben, in den Düsseldorfer Landtag schicken Sollten. Wir sind überzeugt: Das sind Carina Gödecke, Thomas Eiskirch und Serdar Yüksel. Für diese Kandidatin, für diese Kandidaten setzen wir uns ein.

Hat der Geschäftsführer des SPD-Bezirks Bochum übersehen, die Seite zu aktualisieren?

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