Tag Archives: Kulturhauptstadt

27Aug/13
Wolken in der Wolke

Emscherkunst.2013: Übernachten in Fluss und Wolke

Wolken in der Wolke

Wolken in der Wolke

Seit dem 22.06. und bis zum 06.10.2013 findet entlang der Emscher, von Gelsenkirchen bis zu Mündung in den Rhein bei Dinslaken, die Ausstellung Emscherkunst.2013 statt. Es handelt sich um ein Nachfolgeprojekt der Kulturhauptstadt Ruhr.2013. Die Ausstellung mit Objekten entlang der Emscher soll triennal fortgesetzt werden. Dieser Beitrag widmet sich der dreiteiligen Installation des Berliner Künstlers Rainer Maria Matysik mit dem Titel „Fluss und Wolke“. Sie befindet sich direkt an der Emschermündung. Eigentlich fällt das Wasser der Emscher da zurzeit nur einfach in den Rhein hinunter.

Installation "Wolke und Fluss" an der Emschermündung

Installation „Wolke und Fluss“ an der Emschermündung

Die Installation gehört zu den Objekten, in denen auch übernachtet werden kann – notdürftig. Aber nicht nur das Kunstobjekt ist so interessant für die Übernachtung. Es macht die Kombination mit dem Ort am Rhein. Der industriell genutzte Abwasserfluss Emscher fällt gereinigt im Schatten eines Kohlekraftwerks über den Rhein, den Lastkähne befahren. Es ist aber auch landschaftlich schön dort zwischen den Menschen mit ihren Rädern und Hunden, den Spatzen und Storchen und den Wolken. Es ist ein kleines Erlebnis von der Wolke aus das alles zu beobachten. Teilweise wird man beobachtet, bis Hineingucker in die Wolke peinlich berührt und erschreckt feststellen, dass da wer in der Wolke wohnt :-)

Nachfolgend sei auf zwei youtube-Videos verwiesen. Das erste habe ich selber gefertigt von unserem 14-stündigen Leben auf, in und um die Wolke. Es zeigt die Umgebung, Landschaft und Natur. Und es ist halt ein Amateur-Video von 3:44 Minuten Länge. Die Ummgebung gibt mir zeitlich mehr. Das Kunstobjekt kommt mir mehr als Instrument zur Erschließung der Umgebung in ihren zeitlichen Phasen vor.

Das zweite Video ist vom Veranstalter. Künstler Rainer Maria Mystik erläutert sein Werk. Es wird seine Entstehung gezeigt. Es sind auch schöne Bilder dabei, gerade zu Anfang der 7:06 Minuten.

Bewohner und Besucher der Wolke haben Kommentare hinterlassen, die sich im Audionetz der Ausstellung finden lassen. Das alles ist immer nach Künstler sortiert, mit denen sich die Ausstellung schmückt. Eine Anmerkung zur Gestaltung von Videos, Internetseite und Schildern: Ich finde es auffallend, dass die Namen groß geschrieben werden und die Werktitel klein. Aber die meisten Besucher dürften es nicht bemerken. Das Schöne an dieser Kunst im urbanen Raum ist, das sie sicher noch Elitenkunst ist, aber sich an eine andere Elite als die der kulturellen Hochkultur wendet. Den Schnurz mit Kommentaren von Künstlern und Kuratoren braucht es nicht. Im dem Sinne gilt: Auftrag erfüllt, der Rest ist Beiwerk.

Die Übernachtung hat 60 € gekostet. Dafür haben die Mitarbeiter auch den Container mit der Waschgelegenheit und der Toilette abgeschlossen. Es handelt sich also mehr um Camping ohne Dusche etc. Allerdings hat jemand unser Bett frisch bezogen, als wir ankamen. Die Handtücher konnten wir dann nicht gebrauchen.

Es gibt auch Wirtschaftsförderung durch die Ausstellung zu erleben. Die Gaststätte Stapp nur wenige Meter entfernt freut sich jeden Abend über zwei zusätzliche Gäste, die auch deren Sanitäranlagen benutzen dürfen. Die Wirtsleute nehmen das deutlich war.

12Jul/12
Hotelzimmertagesdecke von HerrSpecht / photocase.com

Bettensteuer ade – Und Zweitwohnungssteuer?

Hotelzimmertagesdecke von HerrSpecht / photocase.com

Das Bundes­verwaltungs­gericht hat am 11.07.2012 entschieden, „dass Gemeinden Steuern nur auf privat veran­lasste entgeltliche Über­nachtungen erheben dürfen, nicht aber auf solche, die beruflich zwingend erforder­lich sind.“ Damit ist die Betten­steuer zunächst einmal vom Tisch, wie sie in Ruhr­gebiets­städten wie Bochum erhoben wurde. Diese Diskussion lief einige Zeit um das Kultur­haupt­stadtjahr. Dabei gab es auch bemerkenswerte Entwicklungen. So hatte Essens Kämmerer die Einführung dieser Steuer auf Hotelbetten befürwortet, sein Rat aber dann abgelehnt. Anders in Duisburg und Dortmund, wo es sie auch gibt. Viele freut die für den weiter zu fördernden Tourismus in der Metropole Ruhr. Allerdings ist dieser privat veranlasst, so dass sich nicht zu früh gefreut werden, wie so mancher beim Branchenverband DEHOGA.

Hier der Auszug aus der Pressemitteilung des Bundesverwaltungsgerichts:

Die Kulturförderabgabe auf Übernachtungen ist eine örtliche Aufwandsteuer nach Art. 105 Abs. 2a GG. Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts und des Bundesverwaltungsgerichts erfassen Aufwandsteuern die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, die darin zum Ausdruck kommt, dass die Verwendung von Einkommen für den persönlichen Lebensbedarf (Konsum) über die Befriedigung des allgemeinen Lebensbedarfs hinausgeht. Diese Voraussetzung liegt zwar vor bei entgeltlichen Übernachtungen aus privaten, insbesondere touristischen Gründen. Sie fehlt aber bei entgeltlichen Übernachtungen, die beruflich zwingend erforderlich sind. Solche Übernachtungen dienen bei einer wertenden Betrachtung nicht der Verwendung, sondern der Erzielung von Einkommen und unterliegen daher nicht der Aufwandbesteuerung.

Ist das Wohnen in einer Zweitwohnung in Bochum nicht auch regelmäßig beruflich zwingend veranlasst?

Wundern tue ich mich dann immer über die Zweitwohnungssteuer, so beispielswiese auch in Bochum neben der Bettensteuer erhoben. Dies ist zwar in Bochum erfunden worden, aber von einem Wirtschaftswissenschaftler der Ruhr-Universität für touristische Destinationen wie Überlingen am Bodensee. Die Zweitwohnungen dort dienen der Beteiligung der Eigentümer von Feriendomizilen an den kommunalen Infrastrukturkosten. Die Inhaber von Zweitwohnungen in Bochum dürften regelmäßig zum Zwecke der Arbeit, der Ausbildung oder das Studium in Bochum wohnen.

Probleme gab es bereits bei der Abgrenzung, weshalb jemand nicht den Erstwohnsitz nach Bochum verlegen kann. Da Verheiratete gesetzlich den gleichen Erstwohnsitz haben, können Sie sich nicht an mehreren Orten mit Erstwohnsitz anmelden, um die Steuer zu vermeiden. Für die doppelte Haushaltsführung von Ehepaaren musste daher ein Ausnahme definiert werden, die sich in der Bochumer Satzung zur Zweitwohnungssteuer – nachträglich eingefügt – als § 1 Abs. 2 wie folgt liest:

Die Zweitwohnungsteuer wird nicht für Wohnungen erhoben, die eine verheiratete und nicht dauernd getrennt lebende Person aus beruflichen Gründen innehat und vorwiegend nutzt, wenn deren eheliche Wohnung die Hauptwohnung ist und sich außerhalb des Gebietes der Stadt Bochum befindet.

Die Änderung war Folge einer gerichtlichen Auseinandersetzung. Wann folgt die Nächste?

27Jan/12
RuhrKunstMuseen in Kooperation

Karikatur: Hier demonstrieren die 20 RuhrKunstMuseen für den Erhalt des Kunstmuseums Bochum

Bei der Diskussion über eine Schließung des Kunstmuseums Bochum ist Debatte ganz auf "Ganz oder gar nicht" verkürzt. Und da ein Schließen ja das Ende des Abendlandes wäre, geht das nicht. Kooperation oder andere Modelle des Betriebs werden nicht mehr überlegt. Das gilt für Kooperationen mit den übrigen Bochumer Museen in städtischer oder universitärer Trägerschaft, wie auch für den Verbund der 20 RuhrKunstMuseen. Offenbar geht Kunst verloren, wenn ein Museumsgebäude weniger in der Metropole Ruhr betrieben wird. Nehmen die Direktoren an, dass die Kunst aus Bochum dann verkauft wird, verbrannt wird oder in einem großen Loch verschwindet? Dann irren sie.

Es gibt auch die Chance, die Arbeit dort am Stadtpark oder anderswo zu konzentrieren. Meine Kritik an der derzeitigen Diskussion habe ich vorläufig in eine Karikatur gefasst.

Hier mein Kommentar zu WAZ-Beitrag „Kunstmuseum Bochum droht das Aus – Schaden fürs Revier“ (26.01.2012)

„Ich frag mich, wo denn die Kooperationsdebatte (gen andere Kommunen oder Institutionen) bleibt. Wenn von 20 Häusern im Verbund der RuhrKunstMuseen 1 schließt, dann bleiben 19 über. Verschwindet mit dem Gebäude und dem Betrieb der Inhalte oder wandert in andere Häuser? Gibt es da keine Lösung?

Bei der Diskussion um BoSy/Konzerthaus/Haus der Musik ist doch auch immer die regionale Kooperation da. Hier funktioniert sie nur zwecks Abwehr einer Spardebatte.“

11Jul/11
Menschenschlange vorm Bochumer Verein

Extraschicht 2011 teilweise überlaufen

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Mindestens 30 Minuten warten vorm Bochumer Verein, wo Eisenbahnräder aus glühenden Stahlrohlingen gepresst werden. Einen vollen Bus ziehen lassen, eine Haltstelle entgegenlaufen, um dann vom Westpark Bochum zum Nordsternpark Gelsenkirchen zu zuckeln. Das Warten auf Einlass ins Amphitheater zu Urbanatix scheint aussichtslos und die Hoffnung auf einen Platz auf ein Kanalschiff in Richtung Oberhausen wird sich nicht vor 3 Schiffen oder 1 1/2 Stunden erfüllen. Der Bus von Nordstern nach Zollverein ist schon voll, wie auch vermutlich bereits das Gelände des Weltkulturerbes. Um Umwege zu sparen gleich mit dem Taxi zur Zeche Consol mit dem Consol-Theater. Von dort mit einem Umweg über Recklinghausen nach Herne und mit der U-Bahn zurück nach Bochum.

Nein, ich gehörte nicht zu den Teilnehmern des VIP-Programms der veranstaltenden Ruhr Tourismus GmbH. Die Extraschicht bewältigte ich mit Frau, Freunden und Bekannten ohne Betreuung. Dafür bin ich froh, dass wir Freikarten bekommen hatten. Die großen Ankerpunkte stellten sich überlaufen dar. Die Wartezeiten verleideten die Teilnahme bzw. reduzierten die Möglichkeit wahrnehmbarer Attraktionen. Die kleinkünstlerische Lichtjonglage vor Nordstern bleibt mir erfrischend in Erinnerung. Dafür brauchte es keine Eintrittkarte.

Gefällig und kúnsterlisch waren Live-Projektion eines arbeitenden Zeichners mit Soundbegleitung auf einer großen Wand auf Consol sowie eine kleines Theaterstück mit Kinderbuchhelden. Hier gab es auch Plätze. Als ein Höhepunkt stellte sich spät nachts noch die Festivitäten auf Zeche Ewald dar. Hier wurde nachts unter offenem Himmel spontan getanzt. Auch scheint man in Herten mehr Freude an Cocktails und anderen alkoholhaltigen Getränken zu haben :-)

Die Lehre für den 30. Juni 2012: Meide die Ankerpunkte/Drehscheiben. Klappere die kleineren, weniger zentralen Spielstätten ab. Vermeide den Konflikt zwischen Erlebnis und Masse.

Woran mag es gelegen haben?
Hat die Besucherlenkung nicht funktioniert? Zuviels wollten zu den großen Ankerpunkten der Industriekultur? Kontrolle der Tickets habe ich nur am Amphitheater wahrgenommen. Ein gechrumpftes Budget? Da hab ich bereits letztes Jahr drauf hingewiesen. Und Zukunft und Finanzierung sind weiter unsicher, solange es keine Nachfolgeregelung zum Kulturhauptstadtjahr gibt – auch wenn die Extraschicht bereits deutlich älter ist. Der Erfolg der Massenbeteiligung – 200.000 sollen es gewesen sein – wird den politischen Willen zum Erhalt beflügeln. Allerdings darf die die Masse das Fest nicht erdrücken oder Regenjahre zu heftigen Einnahmeausfällen führen. Genießen wir das, was wir noch haben.

Ein Lob an die Ruhr Tourismus, die alles, wenn auch unter schwierigen Bedingungen, dennoch soweit meistert.

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Bilder: Stephanie Kotalla

30Jun/11
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Win-Win – Geldverteilung der Ruhr.2010-Nachfolge läuft

„Nach Golde drängt, / Am Golde hängt, / Doch alles. Ach wir Armen.“ Und so ist es auch bei der Verteilung von Geldern für die regionale Kulturarbeit im Anschluss an das Kulturhauptstadtprojektes Ruhr.2010. Der Gedanke war seinerzeit, im Rahmen eines Masterplans Kulturmetropole Ruhr Geld nach 2011 bereitzustellen, damit die Ergebnisse der „Metropolwerdung“ im Kulturbereich nicht verloren gehen. Was da vom aufwendigen Masterplan zur Umsetzung bleibt, bin ich skeptisch, aber es wird einiges in Nachfolge von Ruhr.2010 bleiben. Das wird sich deutlich von den Anschlussregelungen der Europäischen Kulturhauptstadt Weimar 1999 unterscheiden.

Zu verteilendes Geld muss erst einmal vorhanden sein.
Unter CDU-Führung waren vom RVR bereits zur Bewerbung als Kulturhauptstadt 12 Mio. € zugesagt worden, die über das Geld, das der RVR von den Kreisen und Städten jedes Jahr erhebt, eingesammelt werden sollten. Für die Jahre 2007 bis 2011 wurde daher die sogenannte Verbandsumlage auf 0,6499% angehoben, was jährlich 2,4 Mio. € bescherte. Da diese aus den Säckeln der Räte und Kreistage finanziert werden müssen, wurde von einigen Akteuren stets auf eine Rückführung ab 2012 gedrängt. So hat sich zum Beispiel der Rat der Stadt Dortmund gegen jegliche Umlageerhöhung, auch beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe, ausgesprochen. Die Oberbürgermeister und Landräte müssen die Mehrausgaben für regionale zuhause vermitteln, wo Einsparungen gerade im heimischen Kulturbudget ggf. zeitgleich vertreten werden müssen.

Auch ist seit 2007 Schluss mit einer stetigen Senkung des Hebesatzes der Umlage an den RVR zugunsten der Kommunen, um den jährlichen Zahlbetrag konstant zu halten. Diese Grafik aufgrund älterer Haushaltspläne des RVR zeigt die Differenz einer Entwicklung von 1990 bis 2007, wo dann der Sprung für die 2,4 Mio. € kommt. Seit 1990 hatte es mehrfach Absenkungen gegeben. Mit der Kulturhauptstadt wurde hier wieder aufgeschlossen. Es geht im diesen Differenzbetrag.

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Wie bewegt man die Kommunen an der Ruhr dazu, Geld aus leeren Säcken zu geben?
Man legt was drauf. Auch daher hat sich das Projekt Kulturhauptstadt gelohnt. Das gehörte mit zu den Zielen. Unter anderem das Land NRW hat kofinanziert. Und die Zusage steht: Im Landeshaushalt 2011 befinden sich 2,4 Mio. € zur Förderung der Nachfolge von Ruhr.2010, was auch neue Projekte sein können. Der Erhalt der Ruhr.2010 GmbH gehört nicht dazu. Ähnlich der Mittel für Emscher Landschaftspark und Route der Industriekultur soll es eine Vereinbarung geben, die insgesamt 4,8 Mio. € für die regionale Kulturarbeit – hälftig vom Land und dem RVR, also den Kreisen und Städten an der Ruhr – bereit stellt. Ergänzen wird sich dies üblicherweise um weitere Gelder der Kommunen, die den Standort einer Einrichtung bekommen, und aus weiteren Fördertöpfen von Bund, Land und EU. Das macht die Verhandlungen noch komplexer.

Ich erläutere das mal exemplarisch an ECCE, dem europäischen Zentrum für Kreativwirtschaft am Dortmunder U (Zentrum für Kunst und Kreativität), einem Nachfolgeprojekt für Dieter Gorny (einst der von VIVA). Die Einrichtung, was und wen auch immer sie berät, wird mal mindestens 0,5 Mio. € jährlich benötigen. Ein Viertel davon käme rechnerisch vom Land, ein Viertel vom RVR (darin der Umlageanteil der Stadt Dortmund). Diese 50 % sind dann von der Stadt Dortmund auf 100 % aufzustocken. Und dann sind alle in der Win-Win-Situation. Die Umlageerhöhung lässt sich rechtfertigen, gerade für Dortmund, dass das ECCE erhält. (siehe hierzu auch Ruhrbarone) Etwaige Haushaltsgenehmigungen in Nothaushaltskommunen werden die Regierungspräsidenten auf Weisung der Landesregierung nicht an diesen Posten scheitern lassen. Die Aufstockung lässt sich für Dortmund weiter rechtfertigen, da das Dortmunder U nach Fertigstellung bespielt werden muss. Nicht nur Baukosten können da deutlich überschritten werden, bei den einst kalkulierten jährlichen Unterhaltskosten wird dies auch – und zwar im Millionenbereich – erwartet. Also braucht Dortmund die regional kofinanzierte Einrichtung. Das ist allemal besser als ein Leerstand und entgangen Fördermittel, hinter denen am Ende nicht übertragbaren EU-Gelder stehen.

Das Gezocke ums Geld läuft zwischen den überwiegend der SPD zugehörigen Oberbürgermeistern und Landräten unter Beteiligung der RVR-Verwaltung und dem Landeskultutministerium ab. Parlamentarische Gremien sind an den komplexen Verhandungsprozessen nicht beteiligt. Das relativiert die Rolle kommunaler, regionaler und landesweit tätiger Kulturpolitiker. Die fehlende Beteiligung der Grünen erklärt auch das Gejammer der freien Kulturszene, die den Grünen nahe steht. Von der Forderung nach einem Kulturfonds Ruhr ist nichts geblieben, es gibt gerade noch das (ungeliebte?) Zückerchen ECCE. Aber die Parlamente, Räte, Kreistage und Verbandsversammlung des RVR, werden angeichts Zeitdruck und Komplexität in den nächsten Wochen nur noch Nicken können. Das nennt sich Budgetrecht.

Was neben ECCE noch erwartet werden kann?

  • Kofinanzierung der trienalen Fortsetzung von EmscherKunst, wobei zusätzliches Geld von der EmscherGenossenschaft und aus weiteren Förderprogrammen benötigt wird.
  • Geld für koordinierende Tätigkeiten (z. B. Theaterprogramme, allgemeines Marketing und Ruhr-Dachmarke, ggf. Fortsetzung Extraschicht), die die Ruhr Tourismus GmbH (Tochtergesellschaft des RVR) übernehmen soll.
  • Deutliche Aufstockung des Budgets der Kultur Ruhr GmbH, einer von RVR und Land NRW finanzierten Gesellschaft, für die Ruhrtriennale. Hier kommt sogar eine Realisierung eines Teils des Masterplans Kultur in Frage, z. B. durch neue Arbeitsbereiche.
  • Geld für das Kulturreferat des Regionalverbands Ruhr, vielleicht sogar für ein neues regionale Projekt.

Was nicht erwartet werden kann?
Eine regionale Trägerschaft von (bestehenden) Einrichtungen, Geld für die sogenannte freie Szene, eine Fortführung der Ruhr.2010 und Geld für ein neues „Dekadenprojekt“ der Metropole Ruhr, z. B. im Bereich Umwelt oder Klimaschutz.

Ich hoffe auf mehr, offizielle und definitive Informationen in der nächsten Woche, zum Beispiel ‚ne Pressemitteilung der Landesregierung, des RVR oder so.

20Mrz/11
Begehbares Klo, between the Vaters

Wiedersehen mit Emscherkunst 2013

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EMSCHERKUNST.2010 war die große Installation von regelmäßig auch begehbaren Kunstobjekten im Emschertal zwischen Dortmund und Oberhausen. Die Federführung dafür lag bzw. liegt bei der AG Neues Emschertal, in der der Regionalverband Ruhr (RVR) und die Emschergenossenschaft (EG) seit ein paar Jahren kooperieren. Diese Kooperation ist keine Selbstverändlicheit. Über Jahrzehnte hat es sie nicht gegeben, obwohl beide diagonal gegenüber an der gleichen Kreuzung im Essener Südviertel liegen; beiden Sitzen gegenüber ist die AG Neues Emschertal angesiedelt. Das ist durchaus bildlich. Kümmert sich die EG im Rahmen des Emscherumbaus um wenige 100 Meter rechts und links des Flusses, so setzt der Regionalverband mit seinen Konzeptionen hinter dem Flussbereich an. So kann man das simplifiziert sehen.
Ministerpräsident Dr. Jürgen Rüttgers (CDU) hatte mehrfach angeregt, mehr aus diesem Streifen zu machen. Zuletzt steht noch immer die Vision einer zweiten Internationalen Bauausstellung EmscherPark (IBA II) im Raum.

Derweil war in der Kooperation das Projekt Emscherkunst auf der Emscher-Insel zwischen Herne und Bottrop realisiert worden. Die Insel bezeichnet das wenige Meter bis Kilometer große Gebiet, das zwischen Emscher und Rhein-Herne-Kanal liegt. Es ist ein besonderes Gebiet, dass vom Strukturwandel, z. B. nicht mehr benötigte Kohlelagerflächen und verfüllte Hafenbecken, und der Situation, nur über Brückenbauwerke zugänglich zu sein, geprägt ist. Die Projekte der ESCHERKUNST tragen dazu bei, den Raum der Öffentlichkeit zu erschließen. Das schließt an das Projekt der Renaturierung der Emscher an und ähnelt dem Ziel der Gestaltung ehemaliger Bergehalden. Kein Wunder, dass auch eine Erschließung für den Freizeitverkehr mit dem Fahrrad vorgesehen ist.

Die Zuschauer haben das Projekt gut angenommen. Die Emschergenossenschaft hat einige Ausstellungsobjekte aufgekauft. Dazu gehören das begehbare Klo „Between The Waters“(siehe Foto), die Beobachtungsstation der Amateur-Ornithologen und das Objekt mit dem Titel „Warten auf den Fluss“ . Bei der Neuauflage EMSCHERKUNST 2013 wird es daher auch ein Wiedersehen geben. Manches Objekt wird vermutlich komplett neu errichtet werden müssen. Holz kommt mir als Baustoff nicht dauerhaft vor.

Angestrebt wird ein dreijähriger Rhythmus, also eine ruhrtypische Trienale. Die Neuauflage soll wieder getragen werden von der AG Neues Emschertal, also RVR und EG. Letztere werden sich fragen müssen, ob sie nur Finanziers sein wollen, oder auch gestalterisch eingreifen. Programmlich soll es, so einem mündlichen ergänzten Bericht beim RVR nach, auch Änderungen geben: Bürger und örtliche Künstler sollen stärker eingebunden werden.

Damit stellt sich Emscherkunst (2013) als erstes Kunstprojekt aus dem Kultuthauptstadtjahr dar, für das sich eine finanzierte Lösung nach dem Kulturhauptstadtjahr abzeichnet. Ich höre, dass die für die regionale Kulturarbeit beim RVR und beim Land vorgesehen Mittel auch dafür verwendet werden sollen. Dies sind die hauptsächlichen Ressourcen für Initiativen zur „Verstetigung der Kulturhauptstadt“, bei der, wie ich einem Artikel von Gerd Herholz auf den Ruhrbaronen entnehme, keine Klarheit herrscht.

Die Emscherkunst soll mit Besucherzentren im Nordsternpark (Gelsenkirchen), Dinslaken und Oberhausen (Brücke) diesmal bis zu Emschermündung am Rhein geführt werden. Der Radrundweg soll 43 km lang werden. Damit entsteht wieder ein großartiges, Stadtgrenzen überschreitendes Projekt mit großer Wirkung für die Region und Bevölkerung, dass im Sinne eines Strukturwandels alte Areale neu erschließt. Das Zusammnwirken verschiedener Akteure erweist sich hier als fruchtbar.

Die alte App der Emscherkunst.2010 fürs iPhone ist übrigens noch verfügbar, wie auch manche Objekte von Dauer sind, so zum Beispiel rehranre im Herner Meer. Diese Wassermarke haben wir am heutigen Sonntag im Rahmen eines Ausflugs mal aufgesucht. Toll.


Das Bild oben stammt vom Fotografen Roman Mensing und wurde mir freundlicherweise vom Projektbüro Emscherkunst zur Verfügung gestellt.

18Jul/10

Still-Leben Ruhrschnellweg in Wattenscheid-Westenfeld

Quer durch die Metropole Ruhr führt die Bundesautobahn A40 oder auch B1. Für einen Tag war sie im Rahmen des Programms der Kulturhauptstadt Europas 2010 gesperrt. Ruhr.2010 feierte hier am 18. Juli 2010 bei strahlendem Sonnenschein das Festival der Alltagskultur. Das Video entstand zwischen den Auffahrten Wattenscheid-Westenfeld und Wattenscheid-West.

Ich selbst war an Tischen im Block 62 anzutreffen, so ungefähr gegenüber vom Baumarkt Bauhaus direkt an der Auffahrt Westenfeld in Richtung Essen. Von der CDU und insbesondere meinem Ortsverband Westenfeld kamen da einige vorbei, wo wir nachmittags Kuchen zusammentrugen und diesen entsprechend mit Getränken verzehrten. In der Zwischenzeit formte ich immer wieder mal ein paar Tiere aus Modellierballons für vorbeilaufende Kinder und deren Eltern. Pamela traf sich auch mit den Freunden von den Englischen Stammtischen. Ich bin dann sogar mal bis zur Ausfahrt Wattenscheid-West gelaufen, wo ein paar Mitglieder der Jungen Union ausharrten.

Bei den Ruhrbaronen finden sich einige Bilder aus Bochum.

21Jun/10
L.O.V.E.

Loveparade nach 2011 – wohin?

Könnten Sie sich einen Verbleib der Loveparade im Ruhrgebiet vorstellen?

Schaller: Na klar. Das Ruhrgebiet ist ein würdiger Gastgeber. Das war in Essen und Dortmund so. Das wird jetzt in Duisburg so sein. Und 2011 steht ja auch noch Gelsenkirchen auf dem Programm. Wichtig ist für uns, dass die regionale Unterstützung hier phänomenal ist, besser als in Berlin. Und noch ein Trumpf: Die Leute hier können richtig gut feiern.

(DerWesten.de, Duisburg, 18.06.2010)

Diese Worte des Geschäftsführers und Markeninhabers der Loveparade dürften die Herzen vieler junger Ruhris höher hüpfen lassen. Allerdings brachten Sie mich gleich ins Schmunzeln, denn so einfach wird die Entscheidung auch nicht sein. Ich erinnerte mich, wie seinerzeit die Loveparade vom damaligen Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung metropoleruhr GmbH (WMR) an die Ruhr geholt wurde. Die Absichtserklärung sollen auch die Städte Essen, Dortmund, Bochum, Duisburg und Gelsenkirchen mitunterzeichnet haben, aber dennoch war da immer eine gewisse Ungleichheit der Partner. Es machte sehr den Eindruck, dass die WMR – eine 100%ig Tochter des Regionalverbands Ruhr – den Fisch an Land gezogen hatte, aber für die Zubereitung und allen Kosten die „gastgebenden“ Städte verantwortlich seien. Dazu hieß es:

Schaller und auch der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungs-Gesellschaft Metropoleruhr, Hanns-Ludwig Brauser, versichern, dass nicht ein einziger Cent an Steuergeldern für den Musik-Event ausgegeben werde. „Wir haben auch definitiv nichts dafür gezahlt, dass wir den Zuschlag bekommen haben“, versichert Brauser gegenüber FOCUS Online.
(FOCUS online, 21.06.2007)

Ganz problemfrei war das aber nicht. Bochum musste die Loveparade absagen – aus welchen Gründen auch immer. Allerdings erlebte ich bei Diskussionen seinerzeit zu dem Thema, dass nicht alle Gruppen und Generationen gleichermaßen positiv dem ‚Event‘ gegenüberstehen.
Und in Duisburg sah es auch lange nicht einfach aus. Aufgrund haushaltsrechtlicher Schranken darf die Stadt Duisburg keine städtischen Gelder für die Loveparade zur Verfügung stellen. Gelder würden aber für Dienstleistung wie allein die Reinigung der Strecke bzw. jetzt des Geländes der Loveparade benötigt. Schätzungen sprechen von 3 Mio. €. Diese konnten durch Sponsoren aufgetrieben werden, so dass die Bezirksregierung das Finanzierungskonzept für die Loveparade genehmigen konnte, denn es belastet den städtischen Haushalt nicht weiter. Auch in den anderen Kommunen der Region sieht die finanzielle Situation nicht besser aus.

Soll die Loveparade erhalten und dazu im Ruhrgebiet erhalten bleiben, müssen sich erst einmal Städte in der Metropole Ruhr finden, die sich bewerben und dafür über entsprechende räumliche, logistische und finanzielle Möglichkeiten verfügen. Bei letzterem können vielleicht Sponsoren helfen, aber auch das steht in den Sternen und macht solche Planungen schwierig. Ich sehe niemanden, der sich derzeit an die Spitze einer solchen Bewegung setzt.

Und so erinner‘ ich zuletzt an ein paar andere Worte damals, nachdem die Loveparade zuerst nach Essen zog:

Schaller rief Städte in ganz Europa auf, sich als neue Parade-Heimat zu bewerben
(Netzeitung, 21.07.2007)


Bild (ohne Schrift): „L.O.V.E.“ von misterQM / photocase.de

18Jun/10
Angestaubter Masterplan Kulturmetropole Ruhr

Angestaubt: Masterplan Kulturmetropole Ruhr

Ich lobe seit mindestens zwei Jahren die Idee eines Masterplans Kultur für die Metropole Ruhr. In politischen Vorträgen, die ich zu Sinn und Zweck der Projektes Kulturhauptstadt Ruhr.2010 halte, ziehe ich zwecks Abgrenzung gerne Weimar 1999, die vorherige deutsche Kulturhauptstadt Europas, heran. Ich werfe Elisabeth Mettlers Thesen in dem von Jürgen Mittag herausgegeben Buch „Die Idee der Kulturhauptstadt Europas“ folgend die Frage auf, ob Weimar eine gescheiterte Kulturhauptstadt sei. Bei der Antwort muss auf die besondere Situation Weimars nach der Deutschen Wiedervereinigung hingewiesen werden, aber ich ziele auf etwas anderes ab:

Eines der Hauptziele Weimars anlässlich des Kulturhauptstadtjahres, die Stadt vollständig zu sanieren und auf Hochglanz zu bringen, kann als gelungen betrachtet werden. Die angestrebte Veränderung und Verjüngung des Images sowie die ‚Modernisierung‘ der Klassiker verlief jedoch mangels Anschlussplänen im Sand. Zwar hatte man […] schon vor dem Jahr Gedanken darüber angestellt, wie es nach dem Event weitergehen würde. Zum Problem wurde aber, dass der damalige Geschäftsführer seine Aufgabe in der Ausrichtung des Kulturhauptstadtjahres, und nicht in der Gestaltung, Sicherung, und vor allem der Finanzierung der nachhaltigen Effekte sah. [1]

Mitte 2009 wurde er dem damaligen Ausschuss für Kultur- und Sport des Regionalverbands Ruhr (RVR) vorgelegt: der Entwurf eines Masterplans Kulturmetropole Ruhr, dessen Beratung in kommunalen Gremien durch die anstehenden Kommunalwahlen nicht sofort beginnen konnte. Worum es geht, beschreibt die zugehörige Internetseite des RVR:

Zusammen mit Entscheidungsträgen aus der Region hat der Regionalverband Ruhr 2009 den „Masterplan Kulturmetropole Ruhr“ erarbeitet. Beteiligt waren Kulturdezernenten, Experten aus der Kulturszene, Kulturpolitiker und weitere Personen.

Mit dem Masterplan verfügt die Metropole Ruhr als erste deutsche Metropolregion über eine Planungsgrundlage für die zukünftige kulturelle Entwicklung der Region. Das Konzeptpapier analysiert den Ist-Zustand der Kultur im Ruhrgebiet und zeigt Perspektiven für die Zeit nach dem Kulturhauptstadtjahr 2010 auf.

Insgesamt ist der Ansatz des Papiers positiv zu werten. Der Masterplan ist nur ein Entwurf und nicht so ein formell beratener Plan, der diskutiert und beschlossen wurde, um dann umgesetzt zu werden. Er soll vielmehr zu einer Art Vertrag der Akteure untereinander führen. Ich verstehe darunter immer, dass in einem Vertrag zwischen RVR und allen Kreisen/Städten geregelt werden soll, was aus dem Dokument „Masterplan“ wie umgesetzt wird.

Angestaubter Masterplan Kulturmetropole Ruhr

Dazu wurde auch ein Kontrakt-Entwurf vorgelegt wurden inzwischen zwei Kontrakt-Entwürfe vorgelegt. Der eine aus der Feder der den Masterplan erstellenden Agentur stammt von eben dieser und findet sich über die Internetseite des RVR. Den anderen kann ich gerade nicht auftreiben. Es handelt sich um ein Papier, das von Oberbürgermeistern und Landräten entworfen wurde. Im Gremien-Informationssystem des Regionalverbands Ruhr konnte ich ihn nicht finden.

Und dieser Umstand eines eigenständigen Entwurfs der Oberbürgermeister und Landräte deutet mir schon auf das Problem des Stockens des Planes hin, denn dieser Kontrakt ist auch „nur“ von diesen entworfen worden. So heißt es auf der Interntseite zum Masterplan Kultur weiter:

Der Masterplan Kultur für die Metropole Ruhr im Kulturhauptstadtjahr 2010 intensiv auf kommunaler Ebene zu diskutieren werden.

Der Satz dort ist etwas verkrüppelt, aber der Kontrast wird klar: Das was da gefordert wird, geschieht nicht. Wo ist die Diskussion auf kommunaler Ebene, wie es nach 2010 weiter geht? Nur an wenigen Stellen finde ich dazu Ansätze, so im Ratsinformationssystem der Stadt Boenen im Kreis Unna. Löblich, aber insgesamt zu wenig.

Der Masterplan Kulturmetropole Ruhr ist stecken geblieben. Folgende Gründe vermute ich dafür:
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18Dez/09
GEO mag AA Berlin

GEO spezial Ruhrgebiet … endlich

GEO mag AA Berlin

Da halte ich es in den Händen: Das Geo special Ruhrgebiet. Das Bild zeigt mich im Auswärtigen Amt in Berlin, direkt nachdem ich es im dortigen Kiosk gekauft habe. Welch passender unpassender Ort dafür! Das ist kein Remake eines anderen Reisemagzins fürs Ruhrgebiet, sondern das erste Magazin zur Metropole Ruhr.2010   –  Darauf habe ich lange gewartet. Und ich bin recht zufrieden mit dem Magazin, teile die Kritik der Rheinischen Pest daran nicht. Es ist schwierg das Neue der Industriekultur zu präsentieren.

Was heißt das denn, dass zum Kulturhauptstadtjahr ein GEO specical zur Metropole Ruhr samt CD – und wahlweise DVD – erscheint? Das heißt, dass die Region deutschlandweit, ja im gesamten deutschsprachigen Raum, als Reiseziel wahrgenommen werden wird.  Klar, dass ist nur eine bestimmte Schicht an Reisefreudingen. Gleich auf Seite 3 findet sich eine Anzeige von „Swarovski Optik“, die hochpreisige Ferngläser u.a. für die Jagd anbieten. Das Magazin zeigt nicht ein völlig anderes Ruhrgebiet, sondern ein neues. Etwas dass aus dem altindustriellen Montangregion geboren wurde. Die Bilder und Botschaften gefallen mir.

Zudem hat das Magazin den richtigen Verbreitungshorizont. Dieser ist nicht auf die Kulturhauptstadt selber beschränkt. Anlässlich der Internationalen Tourismusbörse in Berlin (ITB) hatte ich bemängelt, dass an der „Ruhr-Rezeption“ zwecks Hotel-Buchung nur 3 Hotels aus Essen vertreten waren, von denen eines noch gar nicht gebaut war. Nehme ich jetzt das Reisemagazin Ruhr zur Hand, herausgegeben von der Ruhr-Touristik (RTG) und auch auf der dem GEO spezial beiliegenden CD als PDF-Datei enthalten, dann sehe ich da ein umfangreiches Angebot, aus dem eine Reise zusammengestellt werden kann. Von so etwas für Besucher von außerhalb der Region benötigen wir hier mehr.

Kulturhauptstadt sein heißt, ein neues Images transportieren, Besuch von außerhalb interessieren und akquirieren und keine NO-GO-Area zu sein. Ich erinner mich an zwei Praktikanten, die das Ruhrgebiet wenig kannten, bevor sie ihr Praktikum bei mir im Bür antraten. Einer davon war mal durch Duisburg gefahren. Das muss ein Ende haben. So wie man auch mal in Frankfurt war, muss man auch mal in Ruhr gewesen sein. Ich schleppe Praktikanten von auswärts dann immer auf Zollverein, zum Nordsternpark und anschließend auf die Halde Hoheward. Das verändert ihre Sicht auf die Region.

Jens Matheuszik hat einmal verlinkt, welche Artikel aus dem GEO special Ruhrgebiet online zu finden sind.

24Nov/09

Metropole Ruhr – Quo vadis?

„Zur Zukunft des Regionalverbands Ruhr: Kulturhauptstadt, Wirtschaftsförderung, Regionalplanung“ lautet der Untertitel einer Veranstaltung der Kommunalpolitischen Vereinigung Herne (KPV) am Montag, den 08.02.2010 um 19 Uhr in Herne. Der genaue Ort steht noch nicht fest. Referent werde ich sein. Eingeladen wurde ich dazu heute vom neuen Vorsitzenden der KPV Herne, Herrn Peter Neumann-van Doesburg. Das freut mich.

Im Vorfeld der Landtagswahl am 9. Mai 2010 werde ich auch darlegen können, warum es für die Metropole Ruhr wichtig ist, dass in Nordrhein-Westfalen weiterhin die CDU regiert.