Tag Archives: NRW & Ruhr

18Jun/10
Angestaubter Masterplan Kulturmetropole Ruhr

Angestaubt: Masterplan Kulturmetropole Ruhr

Ich lobe seit mindestens zwei Jahren die Idee eines Masterplans Kultur für die Metropole Ruhr. In politischen Vorträgen, die ich zu Sinn und Zweck der Projektes Kulturhauptstadt Ruhr.2010 halte, ziehe ich zwecks Abgrenzung gerne Weimar 1999, die vorherige deutsche Kulturhauptstadt Europas, heran. Ich werfe Elisabeth Mettlers Thesen in dem von Jürgen Mittag herausgegeben Buch “Die Idee der Kulturhauptstadt Europas” folgend die Frage auf, ob Weimar eine gescheiterte Kulturhauptstadt sei. Bei der Antwort muss auf die besondere Situation Weimars nach der Deutschen Wiedervereinigung hingewiesen werden, aber ich ziele auf etwas anderes ab:

Eines der Hauptziele Weimars anlässlich des Kulturhauptstadtjahres, die Stadt vollständig zu sanieren und auf Hochglanz zu bringen, kann als gelungen betrachtet werden. Die angestrebte Veränderung und Verjüngung des Images sowie die ‘Modernisierung’ der Klassiker verlief jedoch mangels Anschlussplänen im Sand. Zwar hatte man […] schon vor dem Jahr Gedanken darüber angestellt, wie es nach dem Event weitergehen würde. Zum Problem wurde aber, dass der damalige Geschäftsführer seine Aufgabe in der Ausrichtung des Kulturhauptstadtjahres, und nicht in der Gestaltung, Sicherung, und vor allem der Finanzierung der nachhaltigen Effekte sah. [1]

Mitte 2009 wurde er dem damaligen Ausschuss für Kultur- und Sport des Regionalverbands Ruhr (RVR) vorgelegt: der Entwurf eines Masterplans Kulturmetropole Ruhr, dessen Beratung in kommunalen Gremien durch die anstehenden Kommunalwahlen nicht sofort beginnen konnte. Worum es geht, beschreibt die zugehörige Internetseite des RVR:

Zusammen mit Entscheidungsträgen aus der Region hat der Regionalverband Ruhr 2009 den “Masterplan Kulturmetropole Ruhr” erarbeitet. Beteiligt waren Kulturdezernenten, Experten aus der Kulturszene, Kulturpolitiker und weitere Personen.

Mit dem Masterplan verfügt die Metropole Ruhr als erste deutsche Metropolregion über eine Planungsgrundlage für die zukünftige kulturelle Entwicklung der Region. Das Konzeptpapier analysiert den Ist-Zustand der Kultur im Ruhrgebiet und zeigt Perspektiven für die Zeit nach dem Kulturhauptstadtjahr 2010 auf.

Insgesamt ist der Ansatz des Papiers positiv zu werten. Der Masterplan ist nur ein Entwurf und nicht so ein formell beratener Plan, der diskutiert und beschlossen wurde, um dann umgesetzt zu werden. Er soll vielmehr zu einer Art Vertrag der Akteure untereinander führen. Ich verstehe darunter immer, dass in einem Vertrag zwischen RVR und allen Kreisen/Städten geregelt werden soll, was aus dem Dokument “Masterplan” wie umgesetzt wird.

Angestaubter Masterplan Kulturmetropole Ruhr

Dazu wurde auch ein Kontrakt-Entwurf vorgelegt wurden inzwischen zwei Kontrakt-Entwürfe vorgelegt. Der eine aus der Feder der den Masterplan erstellenden Agentur stammt von eben dieser und findet sich über die Internetseite des RVR. Den anderen kann ich gerade nicht auftreiben. Es handelt sich um ein Papier, das von Oberbürgermeistern und Landräten entworfen wurde. Im Gremien-Informationssystem des Regionalverbands Ruhr konnte ich ihn nicht finden.

Und dieser Umstand eines eigenständigen Entwurfs der Oberbürgermeister und Landräte deutet mir schon auf das Problem des Stockens des Planes hin, denn dieser Kontrakt ist auch “nur” von diesen entworfen worden. So heißt es auf der Interntseite zum Masterplan Kultur weiter:

Der Masterplan Kultur für die Metropole Ruhr im Kulturhauptstadtjahr 2010 intensiv auf kommunaler Ebene zu diskutieren werden.

Der Satz dort ist etwas verkrüppelt, aber der Kontrast wird klar: Das was da gefordert wird, geschieht nicht. Wo ist die Diskussion auf kommunaler Ebene, wie es nach 2010 weiter geht? Nur an wenigen Stellen finde ich dazu Ansätze, so im Ratsinformationssystem der Stadt Boenen im Kreis Unna. Löblich, aber insgesamt zu wenig.

Der Masterplan Kulturmetropole Ruhr ist stecken geblieben. Folgende Gründe vermute ich dafür:
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13Mai/10

Landtagswahl NRW 2010 in der Metropole Ruhr

Der Regionalverband Ruhr (RVR) hat eine Übersicht zu den Wahlergebnissen der Landtagswahl 2010 in der Metropole Ruhr veröffentlicht. Folgendes Gesamtergebnis ergibt sich für das RVR-Gebiet:
CDU 27,6 vH -8,2
SPD 43,1 vH -4,0
Grüne 10,7 vh +5,2
Linke 6,6 vH
FDP 4,9 vH

Wahlbeteiligung 58,4 vH -5,0

Ergänzend dazu habe ich mal wieder das von mir entwickelte Programm zur Visualisierung von Wahlergebnissen angeworfen. Leider hatte ich nur eine Karte mit den Grenzen des Bezirksverbands der Ruhrpartei, der CDU Ruhr, zur Verfügung, so dass der Kreis Wesel in meinen Karten fehlt. Die Karten haben auch eine geringe Auflösung, erfüllen jedoch den Zweck, regionale Unterschiede aufzuzeigen.

Vor einigen Schlussfolgerungen zunächst hier das Album mit 18 Grafiken zur aktuellen Wahl. Die Wahlergebnisse enstammen dem vorläufigen amtlichen Endergebnis des Landeswahleiters. Die Karten sind ohne Gewähr, denn ich habe keine stichprobenartige Validierung vorgenommen.

In den Karten verwende ich Quartile, d.h., dass die jeweiligen Wahlkreise mit den entsprechenden Ergebnissen werden der Größe nach sortiert und in vier gleiche Teile (also je 25%) geteilt. Jedem Teil wird eine Farbe bzw. Farbschattierung zugeordnet. Entsprechend der Zugehörigkeit zu einem Quartil wird der jeweilige Wahlkreis eingefärbt. Die Schattierung zeigt also, ob ein Wahlkreis zu den größeren oder kleineren Anteilen im Vergleich zu allen gehört. Die Legende unten rechts auf den Karten gibt jeweils in die Intervalgrenzen der Quartile an. Alles klar?

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Folgendes fällt mir auf, wobei ich nicht auf statistische Fluktuationen geachtet habe. Es handelt sich mehr um eine Beschreibung der Karten:

  • Über die Erkenntnis hinaus, dass die CDU die Wahlkreise am Ballungsrand (Haltern am See etc., Essen-Süd sowie 2005 auch Hamm) gewinnt, zeigt sich, dass die CDU am Ballungsrand insgesamt stärker ist.
  • Die FDP ist im Süden der Metropole insgesamt stärker. Ein Effekt der Wahl einer anderen Partei mit der Erststimme findet sich nicht. Bei den Grünen weichen Erst- und Zweitstimmenaufkommen durchaus voneinander ab.
  • Einen Leihstimmen-Effekt gibt es bei der Partei “Die Linke” nicht. Höchstens “Ansätze” dafür finden sich in der nördlichen Metropole.
  • Die SPD-Ergebnisse liegen in der Emscher-Lippe-Zone bzw. in einem Ost-West-Streifen der Hellweg-Zone und nordlich davon höher. Die CDU ist dort schwächer. Ggf. kann auch die A40 als Grenze herangezogen werden. Südlich dieses Gebietes hat auch Bündnis’90/Die Grünen bessere Ergebnisse.
    Die Wahlbeteiligung liegt südlicher dieser Linie höher. Nördlich dieser Linie wird stärker extrem gewählt, wobei sich bei den Rechtsextremen – NPD und REP – ein abgestuftes Bild ergiebt: Die NPD erhält bessere Ergebnisse leicht südlich im Vergleich zur REP; beide zusammen ergänzen sich zu einem zusammenhängenden Streifen.
  • Die Schwankungen bei der in der Metropole Ruhr eher unterdurchschnittlich vertretenen Piraten-Partei sind deutlich abgrenzbar. Die Universitätsstädte Bochum, Dortmund und Duisburg treten hier hervor. Hängt dies mit Aktivitäten der “Kreisverbände” der Piratenpartei zusammen?

Sicher können Hypothesen zu den Siedlungsgebieten, den dort lebenden Milieus und dem Wählerverhalten hergestellt werden. Das spar ich mir mal, freue mich aber ggf. auf Kommentare dazu.

18Dez/09
GEO mag AA Berlin

GEO spezial Ruhrgebiet … endlich

GEO mag AA Berlin

Da halte ich es in den Händen: Das Geo special Ruhrgebiet. Das Bild zeigt mich im Auswärtigen Amt in Berlin, direkt nachdem ich es im dortigen Kiosk gekauft habe. Welch passender unpassender Ort dafür! Das ist kein Remake eines anderen Reisemagzins fürs Ruhrgebiet, sondern das erste Magazin zur Metropole Ruhr.2010   –  Darauf habe ich lange gewartet. Und ich bin recht zufrieden mit dem Magazin, teile die Kritik der Rheinischen Pest daran nicht. Es ist schwierg das Neue der Industriekultur zu präsentieren.

Was heißt das denn, dass zum Kulturhauptstadtjahr ein GEO specical zur Metropole Ruhr samt CD – und wahlweise DVD – erscheint? Das heißt, dass die Region deutschlandweit, ja im gesamten deutschsprachigen Raum, als Reiseziel wahrgenommen werden wird.  Klar, dass ist nur eine bestimmte Schicht an Reisefreudingen. Gleich auf Seite 3 findet sich eine Anzeige von “Swarovski Optik”, die hochpreisige Ferngläser u.a. für die Jagd anbieten. Das Magazin zeigt nicht ein völlig anderes Ruhrgebiet, sondern ein neues. Etwas dass aus dem altindustriellen Montangregion geboren wurde. Die Bilder und Botschaften gefallen mir.

Zudem hat das Magazin den richtigen Verbreitungshorizont. Dieser ist nicht auf die Kulturhauptstadt selber beschränkt. Anlässlich der Internationalen Tourismusbörse in Berlin (ITB) hatte ich bemängelt, dass an der “Ruhr-Rezeption” zwecks Hotel-Buchung nur 3 Hotels aus Essen vertreten waren, von denen eines noch gar nicht gebaut war. Nehme ich jetzt das Reisemagazin Ruhr zur Hand, herausgegeben von der Ruhr-Touristik (RTG) und auch auf der dem GEO spezial beiliegenden CD als PDF-Datei enthalten, dann sehe ich da ein umfangreiches Angebot, aus dem eine Reise zusammengestellt werden kann. Von so etwas für Besucher von außerhalb der Region benötigen wir hier mehr.

Kulturhauptstadt sein heißt, ein neues Images transportieren, Besuch von außerhalb interessieren und akquirieren und keine NO-GO-Area zu sein. Ich erinner mich an zwei Praktikanten, die das Ruhrgebiet wenig kannten, bevor sie ihr Praktikum bei mir im Bür antraten. Einer davon war mal durch Duisburg gefahren. Das muss ein Ende haben. So wie man auch mal in Frankfurt war, muss man auch mal in Ruhr gewesen sein. Ich schleppe Praktikanten von auswärts dann immer auf Zollverein, zum Nordsternpark und anschließend auf die Halde Hoheward. Das verändert ihre Sicht auf die Region.

Jens Matheuszik hat einmal verlinkt, welche Artikel aus dem GEO special Ruhrgebiet online zu finden sind.

24Nov/09

Metropole Ruhr – Quo vadis?

“Zur Zukunft des Regionalverbands Ruhr: Kulturhauptstadt, Wirtschaftsförderung, Regionalplanung” lautet der Untertitel einer Veranstaltung der Kommunalpolitischen Vereinigung Herne (KPV) am Montag, den 08.02.2010 um 19 Uhr in Herne. Der genaue Ort steht noch nicht fest. Referent werde ich sein. Eingeladen wurde ich dazu heute vom neuen Vorsitzenden der KPV Herne, Herrn Peter Neumann-van Doesburg. Das freut mich.

Im Vorfeld der Landtagswahl am 9. Mai 2010 werde ich auch darlegen können, warum es für die Metropole Ruhr wichtig ist, dass in Nordrhein-Westfalen weiterhin die CDU regiert.

28Aug/09

Die Metropole Ruhr wählt …

… und was macht jemand, der für die CDU im Regionalverband Ruhr arbeitet? Er interessiert sich nicht nur für sein örtliches Wahlergebnis, sondern auch für das der gesamten Metropole. Am Sonntagabend werde ich das zusammen mit unserer Fraktionssekretärin aufarbeiten. Das Resultat findet sich dann auf der Seite der CDU Ruhr und in dann aktualisierter, nachfolgend wiedergegebener Präsentation:

31Jul/09

Oliver Wittke zum Regionalverband Ruhr

Auf der Bezirksversammlung der Jungen Union Ruhrgebiet sprach am Dienstag, den 28. Juli 2009, Oliver Wittke MdL. Oliver Wittke ist seit 2008 Vorsitzender der CDU Ruhr und war von 1990 bis 1996 Vorsitzender der Jungen Union Ruhrgebiet. Das hab sogar ich noch als JU-Kreisvorsitzender erlebt.

Die Rede dauerte insgesamt über eine halbe Stunde, in der Delegiertenwahlen ausgezählt wurden. Ich hab daraus 6’37” herausgeschnitten, in denen es um die Metropole Ruhr und den Regionalverband Ruhr geht. Ist sicher viel, aber kürzen ist äußerst mühselig. Oliver Wittke hat frei gesprochen und es konnte ihm gut zugehört werden.

In der Rede ist eigentlich alles Wesentliche drinnen, was zur Zeit drinnen sein müsste. Er kritisiert die derzeitige Führung des Regionalverbands Ruhr für den dort herrschenden Stillstand, geht auf die neu übertragene Regionalplanung und die Situation des öffentlichen Nahverkehrs ein. Er kritisiert die Grünen, die in Sonntagsreden für die Metropole seien, dann am Montag aber die SPD unterstützen, die das gerade nicht will. Und so weiter …

23Mai/09

Masterplan Kulturmetropole Ruhr hinkt noch am Start

Letzen Mittwoch verabschiedete der Ausschuss für Kultur und Sport des Regionalverbands Ruhr den ‘Masterplan Kulturmetropole Ruhr’, der von einem Lenkungskreis aus Politik und Verwaltung zusammen mit der Wiener invent GmbH, entwickelt worden ist. Das Ergebnis ist wieder einmal viel Papier, wie das auch bereits andere Werke zur Kulturszene sind, z.B. der Perspektivplan I und II für die Kulturmetropole Ruhr. Der Masterplan Kulturmetropole Ruhr ist auch so ein Brikett, kennt aber auch eine 24seitige Kurzfassung. Diese habe ich mir nochmal angeschaut, nachdem ich die Kapitel zu den einzelnen Kompentenzfelder schon vor Wochen gelesen hatte.

Insgesamt finde ich das Konzept gut. Allein schon die Aufmachung hebt sich von den letzten Schinken ab. Mit der Bemerkung handel ich mir bereits den Vorwurf ein, dass es natürlich darauf ankommt, was da verpackt wurde. Und da gefällt mir der nicht rein deskriptive Ansatz, sondern der Anspruch, für eine Kooperation nach 2010 zu arbeiten – also dem Jahr der Kulturhauptstadt.

Für die 53 kulturell engagierten Städte stellt sich die Frage, ob sie in den Zeiten nach der Kulturhauptstadt wieder weitgehend getrennte Wege gehen wollen, oder ob sie sich mit dem Schwung der Kulturhauptstadt gemeinsam als Kulturmetropole neuen Typs dauerhaft neben den etablierten Kultur- und Wirtschaftsmetropole Deutschlands und Europas etablieren wollen. (S.2)

Der Masterplan bejaht diese Kooperation und ist meiner Einschätzung für eine europäische Kulturhauptstadt etwas einzigartiges, denn hier macht sich eine Kulturhauptstadt bereits gedanken, wie es nach dem Hauptstadtjahr weitergeht. Da das Kulturhauptstadt Ruhr.2010 immer als Instrument der Metropolenwerdung gedacht war, lag das auch näher als bei anderen Kulturhauptstädten.

Der Masterplan entwickelt Kompetenzfelder der Kulturmetropole Ruhr und Funktionsbereiche einer Kulturmetropole Ruhr GmbH, in denen diese die Kulturmetropole voranbringen soll. Auf diese inhaltliche Arbeit will ich hier nicht eingehen.

Der Masterplan soll aufzeigen, wie sich die Städtelandschaft des Ruhrgebiets im Kreise europäischer Kulturmetropole vorteilhaft positionieren kann und dabei ihre kulturellen Möglichkeitsräume ausweiten kann. (S.3)

Besonders hebe ich hervor, dass für die Entwicklung der Kulturmetropole Ruhr auch eine regionale Trägerschaft von Kultureinrichtungen vorangetrieben wird. Dies knüpft an den Gedanken der Metropolenwerdung, grüne Ansätze eines Kulturfonds Ruhr und Vorschläge für die Kulturpolitik des Landes Nordrhein-Westalen an – Stichwort: Staatstheater. Bei der CDU wird darüber auch diskutiert, wieweit eine regionale Trägerschaft – insbesondere durch den RVR – angestrebt wird. Im Masterplan heißt es dazu:

Die Kulturmetropole Ruhr GmbH kann sich bei Bedarf an für die Kulturmetropole Ruhr besonders wichtigen Einrichtungen, Festivals, Ereignissen und Veranstaltugnen auch direkt beteiligen und so deren Realisierung oder Erhaltung in qualitativer Form sichern. (S.21)

Jetzt hat der Masterplan aber einen gewaltigen Haken, der in seiner Diskussion hoffentlich noch gelöst werden kann, sonst bleibt’s ein Brikett: Der Masterplan und eine regionale Trägerschaft benötigt Geld und als Geldgeber wird meines Erachtens einseitig das Land gesehen:

Ab 2013 sollen jährlich 20 Mio. Euro für die Umsetzung der Metropolenstrategie und eine adäquate Nachfolgeveranstaltung für die Kulturhauptstadt investiert werden. […] Orientiert an anderen Kulturraummodellen sollen 30% der Mittel durch die Ruhrstädte, 60% durch das Land Nordrhein-Westfalen und 10% durch private Partner für die Förderung und Dynamsiierung des Kutlur-, Kunst- und Kreativwirtschaftsgeschehens der werdenden Kulturmetropole Ruhr aufgebracht werden. (S.22)

Und das kann ich mir in 2011, wenn der Etat bereits 10 Mio. Euro betragen soll, nur schwer in dem Umfang vorstellen. Zum einen wird 2011 das Jahr mit dem Kater nach der Kulturhauptstadt werden. Selbst wenn auf große Feuerwerke verzichtet wurde, wird ja mit Besucherzentren und der Zukunft des einen oder anderen Projektes umzugehen sein. “Umzugehen” bedeutet auch, die Finanzierung und Trägerschaft dauerhaft zu klären oder das Projekt einzustellen. Erschwerend wird noch hinzukommen, dass Projekte, die seitens des Landes gefördert werden, in 2010 auch weiterfinanziert werden müssen. So muss die weitere Finanzierung von Projekten wie der Nacht der Industriekultur “Extraschicht” und der Ruhrtriennale geklärt werden oder diese Projekten müssen auslaufen. Alleine werde sie sich meiner Erwartung nicht tragen. 2011f wird also ein Zeitraum, in dem der jetzige status quo erst einmal erhalten werden muss. Etwas draufzulegen wird schwer, insbesondere wenn vom gleichen Fördergeber mehr erwartet wird.

Jetzt will ich aber nicht nur schwarz malen. Vielleicht lassen sich ja gerade Projekte wie Triennale und Extrachschicht in eine Trägerschaft einer Kulturmetropole Ruhr Gmbh überführen. Warum auch immer das dann nicht die Kulturabteilung des Regionalverbands Ruhr sein soll. Aber die Diskussion der Zusammenarbeit und Mobilisierung finanzieller Ressourcen sollte sich zunächst nicht mit der Frage der Trägerschaft belasten. Die Diskussion über den Masterplan benötigt eh einen langen Atem, da sie die Kommunalwahlen in 2009 und die Landtagswahlen 2010 erst einmal überleben muss. Im Sommer 2010 wird sich zeigen, ob der Masterplan zu einem gemeinsamen Kontrakt der Metropole Ruhr geführt hat oder nur noch Heizwert hat. Vielleicht sorgt das Kulturhauptstadtjahr auch für den nötigen Schub zur Realisierung des Masterplans und seiner Finanzierung. Bisher hinkt das gute Konzept an dieser Stelle erheblich.