Tag Archives: Ruhr

28Mrz/15
Imagekampagne Das Ruhrgebiet. Ein starkes Stück Deutschland.

Ruhrgebiet plant neue Standortkampagne

Das Ruhrgebiet plant eine Standortkampagne für die nächsten Jahre. Diesen Auftrag hat die Verbandsversammlung des Regionalverbands Ruhr (RVR) am Freitag (27.03.2015) der Verwaltung im Rahmen der jährlichen Haushaltsberatungen erteilt. Die letzen Imagekampagnen waren in den 1990er Jahren erfolgt, davon fand große Beachtung die Kampagne “Das Ruhrgebiet. Ein starkes Stück Deutschland” und etwas geringer “Der Pott kocht”.

Laut Antrag der Koalition aus CDU, SPD und Bündnis’90/Die Grünen sollen zunächst Vorbereitung getroffen werden, da das derzeit im Landtag beratene neue RVR-Gesetz abgewartet werden soll, dass ggf. neue Aufgaben für den Verband bringen wird. Im Gegensatz zu den früheren Kampagnen soll es sich nicht um eine reine Imagekampagne handeln, die allgemein das Bild von der Metropole Ruhr verbessern soll. Vielmehr ist eine nationale wie internationale Standortkampagne vorgesehen, bei der es um den Wirtschaftsstandort Ruhr geht. Daher soll die RVR-eigene Wirtschaftsförderungsgesellschaft metropoleruhr GmbH (wmr) eingebunden werden. Das Ziel der Kampagne skizzierte Roland Mitschke, Vorsitzender der CDU-Fraktion im RVR und Vorsitzender des RVR-Wirtschaftsausschusses, wie folgt:

Wir müssen zeigen, dass Kohle und Stahl für die Vergangenheit, aber Bildung, Wissenschaft, moderne, neue, technologieorientierte, mittelständisch strukturierte Industrie und Dienstleistungen für die Zukunft stehen. Wir müssen deutlich machen, dass Unternehmer, die investieren und Arbeit schaffen, dass Existenzgründer, die aus den Universitäten und Hochschulen kommen und Theorie in Praxis umsetzen, hier willkommen sind und jede Unterstützung erfahren.

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04Nov/14
Hieronymus Jobs mit Tutehorn

Bochumer Tutehorn 04.11.2014

Nachrichten aus Bochum und Wattenscheid

Hieronymus Jobs mit TutehornDie Verwaltung muss neue Pläne für eine Bebauung in der Querenbuger Lennershofsiedlung vorlegen. Der zuständige Ratsausschuss verweigerte heute die weitere Beratung, während die Bezirksvertretung Bochum-Süd zeitgleich gegen die vorgelegte Planung stimmte.

Mehr als 300 Bürger kamen am Montagabend in der Gebläsehalle im Industriemuseum Heinrichshütte in Hattingen zusammen. Dort informierte die Bezirksregierung Düsseldorf über ihre Pläne für die umstrittene Renaturierung der Ruhr zwischen dem Dahlausener und dem Hattinger Wehr. Bürgerinitiativen befürchten, dass die Maßnahmen mehr zerstören als nutzen und auch das historisch montanindustriell geprägte Landschafsbild beeinträchtige.

Das Bochumer Schulmuseum muss bis auf weiteres aus Brandschutzgründen ganz geschlossen bleiben.

Etwa 2.400 Studenten hat die Technische Fachhochschule Georg Agricola. Mehr als je zuvor in ihrer 200-jährigen Geschichte. Von 258 Absolventinnen und Absolventen diese Jahr wurde jetzt 131 verabschiedet.

Der Countdown zum Bochumer Weihnachtsmarkt 2014 hat begonnen. Die 200 Stände öffnen am 20. November 2014. Jetzt wurden die ersten Bunden in der Innenstadt aufgestellt.

Die Einbruchsserie in Bochum setzt sich fort: Suntumer Straße, Gerther Straße, Hofsteder Straße, 3-mal an der Markstraße und an der Höntroper Straße in Wattenscheid, wo der Einbrecher ohne Beute flüchtete.

04Nov/14
Fluss mit Inseln und Ufer

Umstrittener Umbau des Ruhrbogens füllt Halle

Mehr als 300 Bürger füllten am Montagabend die Gebläsehalle des Industriemuseums Heinrichshütte in Hattingen. Die Bezirksregierung Düsseldorf stellte ihre Pläne für den Umbau der Ruhr zwischen Dahlhauser Wehr und Hattinger Wehr vor. Anlass für die Maßnahme ist die europäische Wasserrahmenrichtlinie. Landesumweltminister Johannes Remmel (Grüne) will bis 2027 die Ruhr an mehreren Stellen zu einem artenreicheren Gewässer umgebaut wissen. Allein schon die Zielsetzung und dazu, ob dies sinnvoll mit dieser Maßnahme erreicht werden kann, ist umstritten.

Trittsteinkonzept aus dem Umweltmininsterium

Die Argumentation der Bezirksregierung ist simpel. Zwar lasse sich die Ruhr nicht von der Quelle bis zur Mündung ökologisch gestalten, um aber sich dem Ziele einer Durchgängigkeit zu erreichen, könnten Abschnitte entsprechend realisieren lassen. Das Rahmenkonzept nennt sich Trittsteine. Dazwischen gibt es Staustufen und Fischtreppen.
Der weitere Umbau sei dann notwendig, damit die Ruhr wieder langsamer fließe. Um die Ruhr zu Beginn des Industriezeitalters schiffbar und daher tiefer zu machen, waren im 19. Jahrhundert bauliche Maßnahmen erfolgt, zum Beispiel Buhnen angelegt worden. Die schnellere Fließgeschwindigkeit habe den Grund abgetragen und den Fluss vertieft.

Fluss mit Inseln und Ufer


Loire bei Tours: Breites Flussbett mit Kiesbänken und Bauminseln

Mit der jetzt vorgestellten Maßnahme solle der Fluss flacher werden, sich an den Rändern zumindest an der rechten Seite ausbreiten können und Kiesbänke entstehen. Es kam der Vergleich mit der Loire in Frankreich. Die Ruhr sei “Über Wasser” ökologisch in Ordnung, die Probleme seien “unter Wasser”. Bei der Aussage, dass die Ruhr in Ordnung sei, kam spontaner Applaus auf.
Der historische Leinpfad bleibe erhalten, da die Grundstücke auf der linken Flussseite für wasserbauliche Maßnahmen nicht zur Verfügung ständen. In die Runde wurde auch gerfragt, ob dies vielleicht anders sei und jemand ein Grundstück abgebe.

Alternativen zur Verbesserung des Wassers der Ruhr geprüft?

Von den Gegnern der Maßahme sprach sich niemand generell gegen Verbesserungen der Qualität der Ruhr. Eine ganze Bandbreite von Akteuren meldete sich zu Wort. Dabei erschien fraglich, ob denn überhaupt eine Verbesserung der ökologischen Qualität der Ruhr erreicht werde oder ob diese nicht die durch die Schäden des Umbau aufgewogen werden. Die Natur hat ja in den letzten 200 Jahren sich der veränderten Ruhr angenommen, so auch der mehr stehenden Gewässer zwischen den Buhnen. Fraglich ist, ob der Nutzen überhaupt groß sei, was auch von einem Vertreter der Fischerei bezweifelt wurde, der darauf hinwies, da bereits das von er Verwaltung vorgeschlagene Trittsteinkonzept dem Erfolg der Maßnahme entgegenstehe. Die Ruhr könne ja nicht durchgängig von der Quelle bis zur Ruhr werden, so dass der mögliche Nutzen für “die Natur” noch geringer sei.

Ein in mehrerlei Gestalt auftretendes Argument gegen die Maßnahme bezeichne ich als erwartete Fehlallokation. Von Gegnern der Maßnahme wurde mehrfach auf alternative Maßnahmen hingewiesen, der der Umwelt mehr brächten. Es mangelt demnach nicht nur an der Höhe des Nutzens, sondern auch an der Verhältnismäßigkeit von Nutzen zu Aufwand. Das gilt für die Kosten wie für den ökologischen Nutzen gegenüber dem, was zerstört wird.

Hinzu tritt der Aspekt, dass das Bild der Ruhr aus dem Beginn des Industriezeitalters erhalten bleiben solle. Die Ruhr war zum Transport der Kohle über die schiffbar gemacht worden. Pferde zogen die Kähne über den Leinpfad den Fluss hinab. Eine Initiative hat sich daher auch an den Landschaftsverband Westfalen-Lipp gewandt, um den Schutz des Landschaftsbilds zu erreichen.
Auszüge eines Films mit einer Unterwasserkamera zeigten, dass die Ruhr “unter Wasser” auch nicht arm an Arten ist. Die “Natur” hat sich auf die montanindustriell vorgeprägte Ruhr eingestellt, zwischen den Buhnen gibt es heute auch Flora und Fauna.

Die Nutzung der Ruhr für den Wassersport war auch ein Teilaspekt. So ist fraglich, wie die Ruhr sich mit wandernden Kiesbänken für Kanuten nutzen lässt.

Das Geld ist da, jetzt muss es verbaut werden?

Herausgearbeitet wurde in er Veranstaltung auch, dass das Geld aufgrund der Wasserabgabe vorhanden sei und jetzt quasi nach Verwendung suche. Und die ist am Winzer Ruhrbogen einfach zu finden, da hier Fluss und Grundstücke in Landeseigentum seien. Hier zeigt sich ein Problemer grüner Nebenhaushalte: Das für bestimmte Zwecke vereinahmte Geld der Bürger muss nun am Budgetrecht des Landtags vorbei verwendet werden. Dies verstärkt Legitimationsdefizite bei der Implementation so entstandener Maßnahmen. Kritisch ist, dass eine Beteiligung der Bürger und demkoratisch gewählter Vertretung erst nach Erstellung der Pläne erfolgt. Auf kommunaler Ebene ist es demokratischer Standart, dass zu nächst diskutiert und beschlossen werden muss, ober überhaupt geplant wird und dafür Geld zur Verfügung steht. Die Bezirksregierungen tragen erhebliche zu Demokratiedefiziten im Nordrhein-Westfalen bei.

Knie des Ruhrbogens

Ruhr-Umbau: Nebenarme im Knie des Winzer Ruhrbogens, Hattingen

Bezirksregierung Düsseldorf visualisiert Beispiel des Umbaus

Die Bezirksregierung Düsseldorf hat ein paar Grafiken erstellen lassen, um den heutigen Zustand der Ruhr jetzt und nach den mehrjährigen Umbaumaßnahmen darzustellen; Baumaßnahmen können nur im Winter erfolgen.
Zwei animierte Bilder auf dieser Seite geben den Großteil davon wieder. Der Betrachter sollte darauf achten, dass die Grafiken der Planungen tendenziös zusätzlich grün eingefärbt ist, um sie gefälliger zu machen; beim Ist-Zustand wurde auf eine Kolorierung verzichtet. Auch werden die Angler die zu Inseln zusammengefassten Buhnenköpfe mit Gumpen kaum so wie dargestellt nutzen können: Sie müssten dahin rudern oder schwimmen. Die Kolorierung verstärkt den Eindruck, dass es um die Realisierung eines ideologisch geprägten Idylls geht. Die Verwendung des Bildes von der Loire, die keine industriekulturell geprägter Fluss wie die Ruhr ist, spricht für sich.

Buhnen oder Insel in der Ruhr

Winzer Ruhrbogen: Umbaumaßnahme Buhnen zu Insel

Ruhr: Wie soll die Natur am und im Fluss aussehen?

Deutschland ist insgesamt eine Kulturlandschaft, die auch vom Menschen überformte Natur- und Landschaftsschutzgebiete umfasst. Die Römer klagte bereits über die dichten germanischen Wälder, die auf den fehlenden Verbiss bereits ausgerotteter Herdentiere zurückging. Unsere Vorstellung von Natur ist eine gesellschaftliche Vorstellung und ein der Politik zugängliches Produkt. Eine Verabsolutierung dieser “Vorstellung Natur” führt zu einem ökologischen Fundamentalismus. Die von Landesumweltminister Johannes Remmel (Grüne) getragene Renaturierung der Ruhr in dieser Form vertritt ein radikales Bild von Natur. Indstrienatur hat demnach auf ehemaligen Zechengeländen Platz, nicht aber in der Ruhr. Dabei scheint das Leben dort gar nicht soviel ärmer.

Wir sollten versuchen beide Vorstellungen eines Ökosystems zu erhalten, aber auch effizient unsere Gelder einsetzen.

Volle Gebläsehalle im Industriemuseum Henrichshütte, Hattingen

Volle Gebläsehalle im Industriemuseum Henrichshütte, Hattingen

P.S: Weitere Maßnahmen des Trittsteinkonzepts sind der Bau der Saarner Aue in Mülheim an der Ruhr und der Wengener Aue zwischen Witten und Wetter(Ruhr).

P.P.S.: Ein weiterer, ausführlicher Bericht findet auf Lokalkompass:Hattingen – “Renaturierung der Ruhr: Emotionale Info-Veranstaltung in der Hattinger Gebläsehalle

21Okt/14
Josef Hovenjürgen MdL (Vorsitzender des Ruhrparlaments) ud Oliver Wittke MdB8 Vorsitzender der CDU Ruhr)

Koalitionsvertrag: CDU will mit SPD und Grünen Ruhrgebiet stärken

CDU, SPD und Grüne in der Verbandsversammlung des Regionalverbands Ruhr (RVR) haben einen Koalitionsvertrag für die Zusammenarbeit in den nächsten Jahren ausgehandelt. In den jeweiligen Parteigremien beraten CDU, SPD und Grüne derzeit, ob sie den Vertrag akzeptieren. Nur mit der Zustimmung der drei Gremien ist der Vertrag gültig, der am 26. September 2014 in der Mülheimer Stadthalle unterzeichnet worden war. Und so ein Vertrag enthält Kompromisse, also Kröten, die der eine und der andere Partner jeweils schlucken muss. Am Mittwochabend berät die SPD, am Dienstagabend hat es die CDU getan.

Koalitionsvertrag RVR: A52 ist kritisches Thema

Koalitionsvertrag "Die Metropole Ruhr stärken"

Koalitionsvertrag “Die Metropole Ruhr stärken”

Die A52 ist ein schwieriges Thema für die CDU, aber auch die Grünen. Dem Text des Vertrags ist zu entnehmen, dass der Bau in Essen in den nächsten sechs Jahren nicht weiterverfolgt werde. Das ist im Umkehrschluss positiv, da zunächst in Bottrop gebaut werden kann und auch Planungen für die unhaltbaren, verkehrlichen Zustände in Gladbeck weitergehen.

Natürlich ist das insbesondere für die Vertreter der Essener CDU nicht toll. So äußerte sich auf dem Sonderparteitag, zu dem auch Vertreter aus dem Kreis Wesel gekommen waren, Bürgermeister Franz-Josef Britz als Kreisvorsitzender der CDU Essen. Die Essener CDU ist enttäuscht über dieses Ergebnis der Koalitionsverhandlungen, wird selber das Projekt A52 auch weiterbetreiben. Da aber dem Vertrag ansonsten viel Gutes abzugewinnen sei, wollen sich die Esser nicht gegen die Koalition im RVR stemmen. Vor dieser Erklärung hatte Oliver Wittke als Vorsitzender der CDU Ruhr und Verhandlungsführer den Kompromiss und seine Konsequenzen bzw. ausbleibenden Konsequenzen erläutert. Das dürfte es den Essenern leichter gemacht haben.

Mittelstandsvereinigung vermisste Themen

Stimmkarte

Stimmkarte

Die Mittelstandsvereinigung hatte zum Koalitionsvertrag einen Entschließungsantrag eingebracht. Ihr fehlten die Themen Güterverkehr, Breitbandausbau und Reduzierung der Zahl der Verkehrsunternehmen. Roland Mitschke, Vorsitzender der CDU-Fraktion im RVR, verwies auf Aktivitäten zu diesen Themen in der letzten Zeit. Oliver Wittke verwies darauf, dass ein Koalitionsvertrag ja einzelne Themen nicht ausschließe. Schließlich riet Frank Heidenreich, selber Fraktionsvorsitzender der CDU im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr, die Forderung nach der Verschmelzung aller Unternehmen anders zu fassen. Dem so geänderten Entschließungsantrag folgte der Parteitag schließlich bei einigen Enthaltungen.

Koalitionsvertrag RVR: Einstimmig angenommen.

Vor dem Entschließungsantrag war jedoch über den Koalitionsvertrag abgeschlossen worden. Das Ergebnis war überwältigen: Einstimmig. Ein Zeichen für die Geschlossenheit der CDU Ruhr, die mit Josef Hovenjürgen den Vorsitzenden des Ruhrparlaments stellt – quasi den Bürgermeister des Ruhrgebie

Josef Hovenjürgen MdL (Vorsitzender des Ruhrparlaments) ud Oliver Wittke MdB8 Vorsitzender der CDU Ruhr)

Josef Hovenjürgen MdL (Vorsitzender des Ruhrparlaments) und Oliver Wittke MdB (Vorsitzender der CDU Ruhr) in der Lohnalle der Zeche Holland, Wattenscheid

Die Grünen hatten den Koalitionsvertrag bereits am 10. Oktober 2014 bestätigt – ebenfalls einstimmig. Morgen, am 22.10.2014 berät die Arbeitsgemeinschaft der SPD im Ruhrgebiet dazu. Sollte auch dort zugestimmt werden, dann gilt der Vertrag über die Zusammenarbeit.

Hier der Text der Koalitionsvereinbarung als PDF-Dokument zum Download.

17Okt/14
Ungefiltert: Holzfass Pilsener Urquell

Bier kann noch kultiger werden: Convention in der Jahrhunderthalle

Dies ist eine Dauerwerbesendung – aber eine ziemlich coole. Mit der Finest Spirits & Beer Convention ist eine neue Veranstaltung in der Jahrhunderthalle im Westpark, Bochum gelandet, die Bierspezialitäten und Spirituosen miteinander verbindet. Eine “Messe”, die sich an den Endverbraucher wendet, der direkt – quasi nackt ohne Werbesprüche – mit dem Hersteller kommunizieren soll. Gut das der Eintritt Proben umfasst :-)

Was will die Messe in der Metropole Ruhr?

Habe ich Herrn Witt von nordrhein-westfälischen Verband der Brauereien verstanden, dann ist er mit dafür verantwortlich, dass der Veranstalter Frank Böhr seine beiden Münchener Veranstaltungen nach Bochum getragen hat, um sie dort zu vereinen. Im Zentrum von Nordrhein-Westfalen bietet sich so ein Event an, da hier ein Land und eine Region mit großer Bierbrautradition und großen Brauereien sei: Veltins, Köpi, Warsteiner … Moritz Fiege ist auch vertreten.

Bier ist mehr als Hopfen, Gerste und Malz

Die Bier Crafting- Welle ist im Pott vielleicht auch noch nicht so angekommen und so habe ich Biere aus der neuen Hopfensorte Hallertau Blanc mit Mandarina Bavaria probiert. Ein deutlich anderer Geschmack, wenn ich in unserer Gegend doch den Dreiklang Kölsch, Alt und Pils gewohnt bin. Allerdings soll Helles inzwischen auf dem Vormarsch sein – die Bayern halt. Auf jeden Fall habe ich dazu gelernt, dass die Bandbreite von dem, was aus Hopfen, Gerste und Malz werden kann, breiter ist, als was wir so alltäglich trinken. Bier kann also noch kultiger werden. Und aufgrund dieser Werthaltigkeit von Bierspezialitäten und Spirituosen sei auch der Veranstaltungort gewählt worden. Die Jahrhunderthalle und die Industriekultur haben sich als Rahmen etabliert.

Das ist auch eine Botschaft von Veranstalter Frank Böhr: Das Bier will in den Ballsaal, die Spirituose ist schon da. Die deutschen Brauer seien in den letzten Jahrzehnten “faul” gewesen und hätten sich auf dem Reinheitsgebot ausgeruht. Seit einigen Jahren gäbe es wieder Innovation. Und die produziert aus den gleichen Zutaten “Tangerine Green […] mit deutlich fruchtigem Citrus- und leichtem Stachelbeer- Charakter” von der Bitburger Versuchsbrauerei Craftwerk auch den Sondersud von Freigeist, der mir wie Erdbeerlimes aussieht aber als Methusalem-Alt daherkommt.

Edelbrände und auch Whisky: Deutschland hat was zu bieten!

Lantenhammer: Willi, Whisky und Wili im Whiskyfass ausgebaut

Lantenhammer: Willi, Whisky und Wili im Whiskyfass ausgebaut

Und offensichtlich lässt sich mit den Zutaten und Verarbeitungsformen für Bier genauso spielen wie mit den Zutaten und Ausbauarten von Spirituosen. Eigentlich dachte ich: langweilig! Aber die Firma Lantenhammer vom Schliersee mit der Marke Slyrs hat mir ein Bildungserlebnis verschafft:
Die verkaufen einen dreijährigen Whisky. Egal. Die haben auch einen guten Willi. Okay. Aber dann haben die den Williamsbrand eine Weile im Whiskyfass gelagert. Das Finish ist toll, die Schärfe ist weg und ein leichter Rauchgeschmack am Ende. Und damit ist auch mein Repertoire an Worten zur Geschmacksbeschreibung zuende. Das Zeug ist mehr als nur genießbar. Toll. Wie lange der Willi im Whiskyfass war, wollten sie nicht verraten. Betriebsgeheimnis. Ich empfehle auch das Haselnussfinish.

Beer and Spirit Tasting: Bekanntes intensivieren oder Neues entdecken

Ungefiltert: Holzfass Pilsener Urquell

Ungefiltert: Holzfass Pilsner Urquell

Die Lehre von den Spirits ist, dass mal der Vergleich herangezogen werden muss. Und da geht noch einiges beim Bier. Von der Quelle allen Pilsbiers kommt ein infiltriertes Holzfass mit Bier Pilsener Brauart, dass Pilsner Urquell mitgebracht hat. Darauf freue ich mich gleich und auf den Unterschied zur heutigen, normal im Laden befindlichen, Abfüllung. Bis auf die Trübung soll das identisch sein, aber mehr ein Nahrungsmittel. Ich bin gespannt.

Dem Veranstalter wünsche ich Glück, dass die Veranstaltung trotz Streiks der Lokführer ein Erfolg wird. Dann kommt er hoffentlich 2015 oder 2016 wieder.

Bierbar im Fass

Bierbar im Fass

09Okt/14
Cross-Marketing: RuhrGames x YOU.

RuhrGames meet You. Dortmund 28.-30.11.2014

Die RuhrGames sollen ab 2015 die Nachfolgeveranstaltung für die seit Jahren nicht mehr stattfindende Ruhrolympiade des Regionalverbands Ruhr (RVR) werden. Die Veranstaltung für Jugendliche soll olympische Sportarten mit Trendsportarten verbinden, bereichert um ein kulturelles Programm und mit industriekulturellem Ambiente. Alles klar? Das ist sicher voll gepackt, wird aber verspricht gut zu werden.

Cross-Marketing: RuhrGames x YOU.

Cross-Marketing: RuhrGames x YOU.

RuhrGames 2015: Jugendsportevent vor industriekultureller Kulisse

Für den Regionalverband ist das Kalkül klar. Er will die Chancen der Region nutzen und kommunizieren. Daher soll das Jugendsportevent raus aus d Turnhalle und vor die industriekulturell Kulisse der Region gezerrt werden. Für die Kulisse und Zielgruppe kommt auch dieses Joint Venture aus etablierten Sportarten wie Judo, Fechten, Leichtathletik, Basketball mit Beachvolleyball, Beachsoccer, Skateboarding zustande. Wettkämpfe dieser Sportarten sollen zu den RuhrGames erfolgen, bei der You -Messe wird es Präsentationen der Trendsportarten geben.

Warum die Pressekonferenz zur Kooperation mit YOU?

Logo der Jugendmesse YOU.

Logo der Jugendmesse YOU.

Derzeit läuft mit der “Road To RuhrGames” eine Phase mit Veranstaltungen, die die große Sportveranstaltung der Metropole Ruhr bewerben soll. Da die Veranstaltung bzgl. Entwicklung und Realisierung in die Hände zweier in einem Wettbewerb gewonnenen Sportagenturen gegeben wurde, läuft auch das Marketing anders ab. Stadtsportbünde suchen derzeit nach Veranstaltung auf dem der “Road To Ruhr Games”, die angeführt Kooperation mit der Jugendmesse erfolgt in diesem Jahr und die Pressekonferenz war schon medial aufwendig und offenbar mit bestellten applaudierenden Jugendlichen (Schülerzeitungen?) besetzt gestaltet worden.

Hierfür erfolgte auch die Einladung zur Pressekonferenz mit Christoph Metzelder – moderiert von Comedian Luke Mockridge – an den Blog Schmidts-Katze. Es ging der Agentur vermutlich um die starke mediale Berücksichtigung dieser Kooperation. Cross-Marketing?

RuhrGames: Wir fördern Euch zu Tage

RuhrGames: Wir fördern Euch zu Tage

Die Jugendmesse YOU findet vom 28. bis 30. November 2014 in Dortmund statt.

06Okt/14
Bayerische Brotzeit

Oktoberfest – Ein deutscher Trend, aber warum?

Das Münchener Oktoberfest findet im September statt und endet mit dem Tag der Deutschen Einheit bzw. dem Wochenende mit diesem 3. Oktober.  Es ist nur eines der herbstlichen Bierfeste. In Stuttgart gibt es die Cannstadter Wasn. Beide zeichnen sich für mich durch bierseelige Feiern mit Musik, Speis und Trank in einem Festzelt aus – dem Bierzelt.

Trend zu herbstlichen, bierseeligen Veranstaltungen

Mittlerweile sehe ich einen starken Trend zu diesem Veranstaltungsformat überall in Deutschland. Im Sauerland feiern zahlreiche Schützenvereine ein Oktoberfest, es gibt zentrale Veranstaltungen (z. B. Schmallenberg) und auch in den Städten gibt es das Veranstaltungsformat. Es sieht für mich nach einem langsam gewachsenen,  noch wachsenden und starken Trend aus.

In Xanten wird dieses Jahr das 16. Oktoberfest gefeiert. An mehreren  Oktoberabenden füllen mehr als 4500 Leute das Festzelt und sorgen für gute Einnahmen der im kommunalen Besitz befindlichen Freizeitgesellschaft Xanten mbH. Das schreibe ich mal, weil es mir etwas bedenklich scheint, dass inzwischen eine Gesellschaft im Eigentum von Regionalverband Ruhr, Kreis Wesel und Stadt Xanten zu einem der größten, vermutlich sogar dem größten Bierlieferanten am Niederrhein geworden ist. Aber auch anders wo, wird so gefeiert, zum Beispiel beim Oktoberfest im Revierpark Wischlingen. Und das sind alles nur de Spitzenveranstaltungen. Es gibt eine Vielzahl kleinerer Veranstaltungen. Einfach den Namen einer Stadt und das Wort “Oktoberfest” zusammen googlen. Auffällig ist für mich, dass dazu immer der bayerische, weiß-blau Stil gehört.

Drei Fragen beschäftigen mich: Wieso gibt es diesen Trend zu Oktoberfesten in dieser Form, weshalb hat dieses Veranstaltungsformat starken Zulauf und weshalb dominiert Weiß-Blau?

Ich weiß die Antworten nicht und versuche es mal mit Überlegungen dazu. Hat jemand Anregungen für mich?

02Okt/14
Kopf der Einladung zur 3. Kulturkonferenz Ruhr

3. Kulturkonferenz Ruhr – Intentional zum Klimawandel

Am Dienstag fand in der Stadthalle in Hagen die 3. Kulturkonferenz Ruhr statt. Sie hat mir besser gefallen als ihre beiden Vorgänger. Ich denke, dass liegt daran, dass die Konferenz intentional für ein Ziel des Veranstalters Regionalverband Ruhr (RVR) erfolgt. Das Thema “Kultur und Klimawandel” erfolgt in einer Auftaktwoche des RVR zum Klimawandel vom 27.09. bis 03.10. und in Vorbereitung auf ein Schaufenster im Rahmen der Klima.Expo.NRW 2022. Kritiker dürften sagen, die Kulturkonferenz wurde instrumentalisiert. Ich sage: Gott sei Dank. Es hat sie gerettet.

Kopf der Einladung zur 3. Kulturkonferenz Ruhr

3. Kulturkonferenz Ruhr: Kultur und Klimawandel

Klimakultur in der Stadthalle Hagen

Es waren deutlich weniger Teilnehmer erschienen als in den Vorjahren. Anhand der Teilnehmerliste schätze ich 240 Angemeldete, von denen sicher nicht alle gekommen sein. Das mag ein wenig an der nicht zentralen Lage des Veranstaltungsortes liegen. Ich schätze jedoch, dass die Themenwahl die Teilnehmer verändert hat. Und verändert hat sich auch der Kulturbegriff, der der Veranstaltung zugrunde lag. Fernab von einem tiefen Verständnis der semantischen Bandbreite des Kulturbegriffs ging es etwas mehr um Zivilisation, vielleicht auch Alltagskultur als um Hochkultur – und darin die Arbeit der freien Szene. Nach dem von mir geschwänzten obligatorischen Beitrag von Prof. Claus Leggewie vom Kulturwissenschaftlichen vermutlich zur notwendigen Klimakuktur habe ich mir ein Projekt des Goethe-Instituts in Usbekistan und eines des Vereins ‘Die Urbanisten’ in Dortmund angehört.

Ich nehme aus den Veranstaltungen mit, dass mit kulturellen Formaten in einem autokratischen System Inhalte und Auseinandersetzungen über den Klimawandel und konkret das Schmelzen der Gletscher thematisiert werden können, siehe Goethe.de/Klima. Ich hab ein konkretes Projekt des Urban Gardening in der Metropole Ruhr vorgestellt bekommen, dass im städtischen Raum einen Beitrag zum Klimawandel leistet, weil es erheblich den Ausstoß von Kohlendioxid vermeidet, das beim Transport von Obst und Gemüse anfällt. Das Projekte stammte vom Dortmunder Verein “Die Urbanisten“. Ein wenig war die Konferenz wie eine Messe.

Kulturkonferenz Ruhr: Ende der Nabelschau?

Im Kontrast dazu sind mir die vorherigen beiden Kulturkonferenz als Sammelforen der Region in Erinnerung, wo sich die RVR-nahen Vertreter der Kulturinstitutionen trafen. Dabei wurden sie dann mit den Forderungen der sogenannten “freien Szene” konfrontiert, die schließlich mehr Beteiligung und schließlich Geld für sich reklamierte. Ganz ergebnislos ist das nicht geblieben, so blieben im Rahmen der trienalen EmscherKunst jetzt was für Sie und auch die Restmitteln der liquidierten Ruhr.2010 GmbH. Aber so kann es ja nicht weitergehen. Es wurde mir nicht klar, wofür diese Kulturkonferenz weiterhin da sein solle und wie die Ergebnisse irgendwie verwertet werden könnten.

Bühne der Kulturkonferenz Ruhr

Bühne der Kulturkonferenz Ruhr

Das Publikum hat sich nicht nur zahlenmäßig verändert. Da freue ich mich sogar auf die Auswertung der Konferenz, die zuvor in Form einer Broschüre im Zeitungsformat kam. Und die Veränderung wirft die Frage auf: Wie lautet das regionale Kulturthema der 4. Kulturkonferenz?

Bisherige Themen der Kulturkonferenz

Die jährlich von Land und RVR veranstaltete Kulturkonferenz Ruhr ist aus dem Kulturhauptstadtprojekt Ruhr.2010 enstanden und Teil der Nachhaltigkeitsstrategie dieser. Die bisherigen Themen lauteten:

15.09.2012 : Kulturmetropole Zukunft. Die neue Dekade gestalten. (Welterbe Zollverein)
20.09.2013 : Zukunft der Interkultur. Strategien für eine Metropole der kulturellen Vielfalt. (Ruhrfestspielhaus Recklinghausen)
30.09.2013 : Kultur und Klimawandel. (Stadthalle Hagen)

01Okt/14
Ruhr mit Buhnen zwischen Hattingen und Bochum

Protest gegen Umgestaltung des Ruhrbogens bei Hattingen

Die Bezirksregierung Düsseldorf plant den Umbau des Winzer Ruhrbogens. Die Ruhr bei Hattingen so entsprechend den Vorstellungen der Landesregierung “reanturiert” werden. Genau dagegen erhebt sich lauter Protest auch von Naturschützern – aber auch von Wassersportlern. Viele Bürger halten die Maßnahme, die vorgeblich der Verbesserung von Oberflächengewässern auf Veranlassung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie dienen soll, schlicht fü Geldverschwendung in Millionenhöhe.
Inzwischen hat sich ein Initiativkreis gegründet, der Unterschriften für eine Petition gegen die Maßnahme sammelt.

Protest von Naturschützern und Wassersportlern

Unter anderem wird die Ansicht vertreten, dass die Natur die Buhnen bereits angenommen habe. Buhnen sind Einbauten im 90 Gradwinkel zum Ufer, durch die die Fließgeschwindigkeit in der Flußmitte und damit nachfolgend die Wassertiefe erhöht wird. Die Wasserflächen zwischen den Buhnen fallen dadurch ruhig. Das Ökosystem habe sich dieser Wasserflächen entlang der Ruhraue inzwischen angenommen. Die Maßnahmen des Landes schadeten mehr, als dass sie nutzen. Eine geringere Fließgeschwindigkeit könnte zur Verschlammung des Grundes führen und den Lebensraum zahlreicher Arten vernichten.

Landschaftsbild gefährdet

Gefährdet ist aber auch das industriekulturell geprägte Landschaftsbild. Die Ruhr mit ihren Buhnen wurde zu Beginn des Industriezeitalters so schiffbar gemacht. Der Winzer Ruhrbogen ist ein Beispiel der Vermischung vorindustrieller Kulturlandschaft mit industriekulturellen Elemente aus der Anfangszeit der industrielle Revolution, dort wo der Kohlebergbau an der Oberfläche einst begann.

Im November 2014 will die Bezirkregierung ihre Pläne vorlegen.

Links

WAZ Hattingen: “Ruhrbogen – Gegner der Renaturierung wollen Petition einreichen” (26.09.2014)

WAZ Hattingen: “Ruhrbogen II – Noch kein fertiges Konzept zur Umgestaltung” (24.09.2014)

WAZ Hattingen: “Ruhr – Naturschützer gegen Renaturierung (11.09.2014)

Lokalkompass: “Hattinger gegen Renaturierung der Ruhr” (09.09.2014)

Artikelbild

Ruhr zwischen Hattingen (links) und Bochum (rechts), die Ruhrbrücke Kemnader Straße unten rechts im Bild (Fotograf: N. Selisky 2004, GNU Free Documentation License, Wiki Commons)

29Sep/14
Einband Machbarkeitsstudie

Radschnellweg Ruhr: Eine gute Sache, wenn das Land zahlt

In den letzen Wochen wurde in Essen und dann auf regionalen Dialogveranstaltungen die Machbarkeitsstudie zum Radschnellweg Ruhr vorgestellt. Von Duisburg über Mülheim an der Ruhr nach Essen, dann weiter über Bochum nach Dortmund und schließlich gen Hamm soll der Radschnellweg führen. Die Machbarkeitsstudie zeigt, wie schwierig und teuer die Anforderungen auf unterschiedl ichen Streckenabschnitte ist. Während die Strecke von Duisburg aus über die ehemalige Bahntrasse der Rheinischen Bahn führt, wird es ab Essen komplexer mit einer Lösung. Auch östlichen von Dortmund sieht die Realisierung der Trasse einfacher aus. Durch dicht besiedeltes Gebiet in Essen, Bochum und Dortmund geht es nur mit Sonderbauwerken. Am Ende wird keine reine Ausführplanung helfen. Ich rechne mit Planfeststellungsverfahren. Wenn der Radschnellweg überhaupt gebaut wird, dann nicht so schnell, wie derzeit von manchem gehofft wird. Es riecht nach einem Teppich realisierbarer Teilstücke. Pro Planfeststellungsverfahren rechne ich mit mindestens 4 Jahren

RS 1: Radschnellweg Ruhr soll 183 Mio. € kosten

Einband Machbarkeitsstudie

Machbarkeitsstudie Radschnellweg

Auch die Finanzierung der Gesamtstrecke im Umfang von etwas mehr als 180 Millionen Euro ist ungeklärt. Die Städte an der Ruhr sind blank. Sie werden die Summe nicht aufbringen können. Ich halte das auch für unverantwortlich. Geld müssten aber Bund und Land geben. Was den Bund betrifft, so baut der zwar Bundesstraßen und Bundesautobahnen, aber Radwege gehören nicht dazu. Der Bund baut höchstens Radwege entlang existierender Bundesstraßen und entlang ehemaliger Reichswasserstraßen, zu deren Eigentümer ihn das Grundgesetz macht. Und das sind nur einige Restriktionen, die den Bund hindern, da direkt Geld zur Verfügung zu stellen.

Kommunen sind pleite, Land auch

Und wie sieht es mit dem Geld aus? Nordrhein-Westfalen ist pleite und muss dringend sparen. Allerdings stammen die Straßenbaumittel großteils gar nicht direkt aus dem Landeshaushalt. Es handelt sich um Zuweisungen des Bundes an die Ländern auf Grundlage des Entflechtungsgesetzes (Förderalimusreform I/II) und in Nachfolge des Gemeindeverkehrsfinanzierunggesetzes (GVFG). Das Land stellt keine Eigentmittel zur Verfügung. Als Regionalrat Ruhr beräte das Ruhrparlament des RVR auch die Priorisierung bei der Verwendung dieser Gelder. Das Land stellt die Gelder des Bundes je zur Hälfe dem Straßenbaun und dem Nahverkehr zur Verfügung. Daraus könnte der Radschnellweg finanziert werden. Allerdings führt das dazu, dass noch weniger Geld für die bisherige Infrastuktur zur Verfügung steht. Umschichtung wird das genannt. Genau das wollen aber nicht alle AKteure. Der Bau des Radschnellwegs darf nicht zur Vernachlässigung anderer Verkehrsträger werden, so eine aktuelle Position der CDU. Es sieht mau aus.

Was bleibt für andere Radwege?

Selbst wenn in guten Zeiten dann die Rekordsumme von 130 Mio. Euro bereit stehen würden, dann können die 180 Mio. € nicht in einem Jahr bereitgestellt wird. Und selbst drei Jahre sind unrealistisch. Bei den geringen von der Landesregierng zur Verfügung stehenden Mitteln wird klar, dass beim zügigen Bau des Radschnellwegs kaum noch Gelder für andere Radwege zur Verfügung stehen. Ergo wird das Projekt über Jahre gestreckt werden müssen.

Es erinnert an Autobahnbau. Wir legen zunächst ein paar Teilstücke hin und dann schließen wir die Lücken. Von Essen zum Rhein wird es mit dem Radwegebau schnell gehen. Das könnte eine erste Vorzeigelinie werden. Das Projekt wird aber selbst bei einer Finanzierungslösung Jahre länger für den Bau benötigen

[PDF] Machbarkeitsstudie Radschnellweg Ruhr – RS 1 –

(Bochum) CDU fordert Geld von Bund und Land für Radautobahn

(Kreis Unna) Radschnellweg Ruhr weiter in der Kritik

10Jul/14
Titel des Geschäftsbericht der CDU-Fraktion im RVR

CDU: Die Metropole Ruhr planen, bauen und gestalten

“Die Metropole Ruhr planen, bauen und gestalten” lautet der Titel einer wegweisenden Resolution des Ruhrparlaments. Der Titel gibt schon den Anspruch des Regionalverbands Ruhr (RVR) wieder. Er beschreibt das Projekt, an dem die einzige politische Klammer der Metropole Ruhr arbeitet. Zugleich war es der Titel dieser Resolution, die sich 2008 gegen die überholte Idee einiger sozialdemokratischer Politiker wandte, anstelle des Ruhrparlaments lieber einen Städtebund ohne parlamentarischen Arm zu errichten. Die CDU-Fraktion im Ruhrparlament hat sich bewusst diesen Titel für ihren Geschäftsbericht ausgesucht, da sie sich mit den in ihm manifestierten Zielen identifiziert.

Auf 52 Seiten berichtet die CDU-Fraktion im RVR zu den thematisch breit aufgestellten Aktivitäten des Regionalverbands:

Titel des Geschäftsbericht der CDU-Fraktion im RVR

Geschäftsbericht der CDU-Fraktion im RVR 2009 bis 2014

Die regionalen Themen im Geschäftsbericht

Regionalplanung, Autobahnbahn, Bundesverkehrswegeplan, Kies, Sand, Europäische Fördermittel, Hochwasserschutz, Freiraumsicherung, Deichbau, Abfallentsorgung, Umwelthauptstadt, Revierparks, Flächenverbrauch, Sportpolitik, Flächenrecycling, regionale Kulturpolitik, Flächenbedarf, Route der Industriekultur, Emscher Landschaftspark, Großflächiger Einzelhandel, Kohlekraftwerke, Straßenbauprogramme.

Die Webversion des Geschäftsberichts liegt als PDF-Dokument von 3,4 MB vor.

Zur Mitteilung der CDU-Fraktion im RVR.

Und da ich daran mitgearbeitet habe, macht mich das stolz.

05Jul/14
Filteranlage in einem Wasserwerk

Bochum: 45.000 € für sauberes Badewasser in Heveney

Latente Gesundheitsgefahren im Freizeitbad Heveney

“Die Stadtverwaltung kümmert sich bereits um die Verbesserung der Wasserqualität im Freizeitbad Heveney”, stellt CDU-Ratsmitglied Dirk Schmidt im Anschluss an eine kurze Debatte eingangs der Sitzung des Rates der Stadt Bochum am 3. Juli 2014 fest. “Die von der CDU geforderte Summe von 45.000 Euro steht laut Ausführungen von Stadträtin Birgitt Collisi trotz Haushaltssperre zur Verfügung. Damit kann die Stadt Bochum ihren zwingend erforderlichen Anteil an den unabweislichen Maßnahmen durchführen zu können.”

Filteranlage in einem Wasserwerk

Filteranlage in einem Wasserwerk

Laut Verwaltungsinformation geht der Verwaltungsrat der Freizeitgesellschaft Kem-
nade GmbH als Betreiber des Bades von Sanierungskosten in Höhe von 300.000 Euro aus und dies allein für dringend erforderliche Maßnahmen. “Die CDU will erreichen, dass die Maßnahmen zum Schutz der Badnutzer zügig angegangen werden. Daher war uns wichtig, das Thema noch vor der Sommerpause im Rat zu beraten, nicht erst im September. Die Wasserqualität wird sich zur hochfrequentierten Badesaison im Hochsommer nicht von alleine verbessern”, so Dirk Schmidt.

Freizeitbad Heveney: Regionalverband Ruhr gefordert

Die Stadt Bochum ist zu 12,6 % Eigentümerin der Freizeitgesellschaft Kemnade
GmbH. Größter Gesellschafter mit fast 70 % ist der Regionalverband Ruhr (RVR).
Dieser ist dringend aufgefordert nun die übrige Summe aufzubringen. Die Stadt Bochum hat ihre Hausaufgaben gemacht.

Meine Besorgnis

In der zweiten Maihälfte habe ich beim Fachbereich für Soziales und Gesundheit des Ennepe-Ruhr-Kreises Akteneinsicht nach dem Informationsfreiheitsgesetz genommen. Die Messwerte und ihre Entwicklung über Jahre haben mich massiv besorgt. Die Mißstände und unabweislichen Maßnahmen sind der Gesellschaft mindestens seit März diesen Jahres bekannt, aber bisher passiert da nicht viel. Besorgniserregend ist, dass die Sperrung des Whirl Pools nach einer Sanierungsmaßnahme erfolgte. Weitere Maßnahemn sind notwendig. Das spricht dafür, dass das Bad mit allen Anlagen dringend erneuert werden muss.

Links zum Thema

DerWesten: “Sorge um Wasserqualität im Wittener Freizeitbad Heveney” (04.06.2014)

Ruhrnachrichten: “Freizeitbad Heveney – Bakterien stoppten Badevergnügen im Hot Whirl Pool” (Susanne Linka, 05.07.2014)

Ruhrnachrichten: ““Freizeitbad HeveneyLegionellen gefährden Badespaß nicht länger” (Susanne Linka, 07.06.2014)