Tag Archives: Wattenscheid

07Jul/15
Sportplatz Dickebankstrasse mit Firma Bereket

Das Kunstrasen-Desaster des SPD-Abgeordneten Yüksel

Die große politische Pose, eine Lösung zu präsentieren, die alle gut heißen, bildet für viele Politiker die Erstrebenswerteste aller politische Handlungen. Allzu oft muss alltägliche Politik auf fehlende Optionen verweisen und kann zunächst nur auf Mißstände hinweisen. Und die politische Welt sieht auch für den Wattenscheider Landtagsabgeordneten Serdar Yüksel nicht anders aus. Seine Lösung, dem Fußballverein SW Wattenscheid 08 einen Kunstrasenplatz verschafft zu haben, entwickelt sich gerade zum Desaster für alle Beteiligten.

Zwischen SPD, Verwaltung und Sportverein hatte es bereits ein langes Hin- und Her geben, ob und wann der Fußballverein, der auf dem Sportplatz an der Dickebankstraße trainiert, einen Kunstrasenplatz bekomme. (siehe zum Beispiel WAZ 2013). Irgendwie war das dann hoffnungslos, dass die Stadt Geld für einen weiteren Kunstrasenplatz hier in Wattenscheid geben.

Sportplatz Dickebank: Ein Win-Win-Lösung zu Lasten der Anwohner

Im Spätherbst hatte Serdar Yüksel vermeintlich den politischen Lohn eingeheimstert für einen geschickt anmutenden Handel. Die an den Sportplatz angrenzende Industriebäckerei Bekeret benötigte Platz zur Erweiterung, um nicht in eine Nachbarstadt auf ein größeres Areal ziehen zu müssen. Die Firma sollte einen Teil des Sportplatzes erhalten. Das Areal verfügt über ein Hauptfeld aus Rasen und eine dürftigen Ascheplatz. Quer zu beiden Feldern sollte – aus 2 mach 1 – ein Kunstrasenplatz entstehen. Der sollte quasi als Wirtschaftsförderung bezahlt werden, da die Stadt so der Bäckerei die notwendige Grundstückserweiterung ermögliche. Der Abgeordnete Yüksel stand in bildlich heldhafter Pose da, auch wenn die kommunalen Angelegenheit in der Zuständigkeit des Stadtrats und nicht des Landtags liegen.
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29Apr/15
Baustelle Parkstrasse

Keinen Karnevalsumzug in Wattenscheid wegen Baustelle?

Die Pläne des Tiefbauamtes der Stadt Bochum im Zusammenhang mit einer Fahrbahnerneuerung und Kanalverlegung im Bereich der Parkstraße zwischen Steinhausstraße und Am Beisenkamp gefährden den „großen“ Karnevalsumzug in Wattenscheid im kommenden Jahr, befürchtet jetzt die CDU-Ratsfraktion.

In der Sitzung der Bezirksvertretung Wattenscheid gab die Stadtverwaltung an, dass mit der Baumaßnahme im November 2015 begonnen werden soll und nicht garantieren werden könne, dass die Maßnahme bis zum 7. Februar 2016 abgeschlossen sei. Der 7. Februar 2016 ist der Tag des großen Karnevalsumzuges, der
seit Jahrzehnten in Günnigfeld beginnt und über die Parkstraße in Richtung Wattenscheid zieht.

Hüllerstraße hätte Ende 2014 fertig sein sollen

Hans Henneke (CDU), Ratsmitglied und zugleich Vorsitzender der Karnevalsgesellschaft GüKaGe, vertraut nach den Erfahrungen mit der Baustelle Hüller Straße den Zeitplanungen des Tiefbauamtes nicht mehr. Die Hüller Straße sollte ursprünglich innerhalb von 4 Monaten, bis Ende 2014 fertig gestellt werden.
Davon ist sie jedoch mittlerweile weit entfernt. Ähnliches befürchtet Henneke jetzt bei der Parkstraße. Sollten die Planungen der Verwaltung wirklich umgesetzt und mit den Ausführungen im November 2015 begonnen werden, so ist es erfahrungsgemäß extrem unwahrscheinlich, dass die Parkstraße nach gut zwei Monaten – mitten im Winter und über Weihnachten – einen neuen Kanal und eine neue Fahrbahndecke habe.

Baustelle könnte Aus für den sonntäglichen Karnevalszug bedeuten

Für den kompletten Karnevalsumzug, der seinen in Günnigfeld startet, könnte dies das Aus bedeuten, befürchtet Hans Henneke. Mit Karnevalswagen könne man nicht über eine aufgerissene Straße fahren. Für Henneke wäre das ein nicht auszudenkendes Szenario. „Da wird eine Brauchtumsveranstaltung mit mehreren 10.000 Besuchern in Gefahr gebracht und die Planer aus dem Rathaus stört es selbst auf Nachfrage offensichtlich nicht“, so Hans Henneke.

Der ehemalige Karnvelasprinz fordert alle Freunde des Wattenscheider Karnevals auf, sich
in dieser Frage für den Wattenscheider Karnevalsumzug 2016 einzusetzen.

In Wattenscheid findet auf dem Wattencheider Hellweg jedes Jahr ein Rosenmontagszug statt. Der Zug gilt den neuen Gänsereiterkönigen in Höntrop und Sevinghausen. In jedem gerade Jahr findet am Sonntag ein Karnevalszug von Günnigfeld kommenden durch die Wattenscheider Stadtmitte statt.

15Mrz/15
Base Burger

Baseburger – Pre-Opening am Sonntag aus Erfolg abgebrochen

Das Restaurant oder Café im Gertrudiscenter zum Alten Markt in Wattenscheid hatte es bisher nicht leicht. Mehrere Inhaber haben es versucht, aber keiner hat sich halten können. Die Kunden haben die Konzepte nicht akzeptiert. Ein neuer Anlauf startete jetzt mit ‚Baseburger‚. Eigentlich eröffnet wird das Restaurant erst am 21. März, aber es gab eine Pre-Opening, bei dem sich das Team einspielen sollte, wie mir beim Besuch erklärt wurde. Das Pre-Opening, dessen ich bei der Kirmeseröffnung am Samstag gewahr wurde, wurde am Sonntag gegen 17 Uhr abgebrochen. Die Burger waren ausgegangen. Die Inhaber posteten auf Facebook: „Ausverkauft

Da kann von einem Erfolg gesprochen werden. Das Pre-Opening fiel in die Zeit des Starts der Gertrudiskirmes und des verkaufsoffenen Sonntags. Die Wattenscheider Innenstadt war rappelvoll. Auch wenn es nicht das beste Wetter war, es hat zumindest nicht geregnet. Gegen 13 Uhr war zwar nur die untere Ebene des Restaurants geöffnet, aber es war auch hier rappelvoll. Wir haben am Tresen gewartet, dass ein PLatz frei wurde.
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27Feb/15
S-Bahnhof Wattenscheid-Höntrop: Schild nicht mehr lesbar

S-Bahnhof Wattenscheid-Höntrop hat ein Graffiti-Problem

Der S-Bahnhof Wattenscheid-Höntrop hat ein Graffiti-Problem. Das ist nicht nur dem aktuellen Stationsbericht des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR) zu entnehmen. Bereits bei der Fahrt über die Höntroper Straße ist es zu sehen: Großflächige Graffiti an den Brückenlagern, Schmierereien am Bahnhofsgebäude und zugesprühte Bahnhofsschilder. Flächen der DB Station&Service und der Stadt Bochum sind betroffen, aber auch Privater.
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19Feb/15
IKEA in Bochum oder Wattenscheid? Derzeit unwahrscheinlich

Zeitungsente IKEA in Bochum

In Bochum und Wattenscheid entsteht derzeit eine Blase um eine angebliche Ansiedlung eines IKEA-Möbelmarktes. Ursprung der Geschichte sind frühere Gespräche zwischen IKEA und der Wirtschaftsförderung der Stadt Bochum, der gescheiterte Versuch von IKEA sich am Harpener Feld in Bochum niederzulassen und der aktuell laufende Versuch, einen IKEA-Markt in Bottrop zu bauen.

Vorgeschichte: IKEA ist seit Jahren auf der Suche nach einem Standort im Ruhrgebiet

Der IKEA-Konzern bemüht sich seit Jahren um neue Niederlassungen im und um das Ruhrgebiet. Versucht wurde es in Bochum, Gelsenkirchen, Castrop-Rauxel, Wuppertal u. a. Seit 7 Jahren ist das zu beobachten mit wachsender Intensität.
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04Feb/15
Bauarbeiten an S1 in Höntrop

Gleisarbeiten an der S1 in Höntrop im Sommer 2015

Teilweise mit Baulärm, aber auch mit sehr ruhigen Zeit ohne Zuglärm können die Bürger in Wattenscheid-Höntrop im Sommer rechnen. Die Deutsche Bahn will zwischen den Bahnhöfen Bochum und Essen-Steele Ost 20.000 Schwellen und 42.000 Tonnen Schotter austauschen. Es handelt sich um die Strecke für die sich Anwohner derzeit für mehr Lärmschutz einsetzen. Anlass sind zusätzliche Züge nach Inbetriebnahme des Rhein-Ruhr-Expresses auf der anderen Strecken über den Bahnhof Wattenscheid.

Für Reisende aus Höntrop und Bochum-Ehrenfeld werden die Bauarbeiten aber eine echte Belastung. Die zweitweise Sperrung der Strecke wird einen umständlichen Schienenersatzverkehr mit Bussen erforderlich machen. Das wird die Fahrtzeiten auf der Strecke deutlich verlängern. Einige Höntroper können auf andere Linien, insbesondere die Straßenbahn 310 ausweichen.

Der zentral in der Siedlung Höntrop gelegene Bahnhof ist Station für viele Pendler zur Arbeit, aber auch für viel Schüler. Diese wollen zu den nicht weit vom Bahnhof liegenden Schulen oder steigen hier zum Schulzentrum in Westenfeld und den Berufsschulen in Wattenscheid um. Durch die Verlagerung der Bauzeiten in den Sommer werden daher Probleme für diese Pendler reduziert.
Die Bahnlinie, über die die S1 führt, teilt Höntrop in einen Nord- und einen Südteil
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03Feb/15
Wolfgang Wendland kandidiert als Oberbürgermeister

Wolfgang Wendland kandidiert als Oberbürgermeister

Es ist die Meldung des Tages in Bochum und in Facebook-Timelines der Region. Der Wattenscheider Punk-Sänger Wolfgang Wendland will im September bei der Wahl des Oberbürgermeisters der Stadt Bochum kandidieren. Das verspricht, den Oberbürgermeister-Wahlkampf medial überregional interessant zu machen. Erste Spitzen von Sympathisanten gehen bereits gegen den vorgeschlagenen SPD-Kandidaten, den Landtagsabgeordneten Thomas Eiskirch (SPD). Wendland verfügt im Gegensatz zu Eiskirch über eine abgeschlossene Berufsausbildung.

Ganz so abwegig ist die Kandidatur von Wolfgang Wendland, liebvoll „Woelfi“ genannt nicht. Er war immer schon politisch, nicht nur in den Liedtexte für seine Band ‚Die Kassierer‘. Da wurde schon mal der Polizeipräsident oder SPD und Grüne aufs Korn genommen. Das nur lokal bekannte, öffentliche Geheimnis ist, dass der 53-jährige sich politisch engagiert.

Der politische Weg des ‚unabhängigen‘ Wölfi

Zunächst soll Wolfgang Wendland Mitglied der CDU, Ortsverband Wattenscheid-Stadtmitte, gewesen sein. Aus dieser flog er zwangsweise raus, da die CDU keine Doppelmitgliedschaften und Kandidaturen für andere Parteien erlaubt. Wendland war Kanzlerkandidat der Anarchistischen Pogo-Partei Deutschland (APPD) geworden.
Diese Kapital wurde abgeschlossen. Die Partei Die Linke kürte Wolfgang Wendland 2009 zu ihrem Spitzenkandidaten für die Wahl zur Stadtbezirksvertretung Wattenscheid, das zur Stadt Bochum gehört. Dadurch gewann Die Linke einen Sitz im Nachfolger des Wattenscheider Stadtrates. Dort hat der parteilose Wölfi fünf Jahre lang an der Kommunalpolitik der vor 40 Jahren nach Bochum eingemeindeten Hellwegstadt mitgewirkt.
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29Jan/15
40 Jahre kommunale Neugliederung

40 Jahre kommunale Neugliederung

Kirchhellen zu Bottrop, Wanne-Eickel zu Herne, Wattenscheid zu Bochum. 40 Jahre ist die kommunale Neugliederung jetzt her. Dennoch gibt es diese Identitäten noch, denn es geht den Menschen nicht nach Verwaltungseinheiten. Allerdings kann man Wattenscheider und auch Bochumer zugleich sein.

Hier ein Beitrag der WDR Lokalzeit Ruhr dazu vom 28.01.2015, für den es hier viel Sympathie gibt.

18Nov/14
Vollsperrung Hüller Straße

Baustellenmanagement in Wattenscheid?

Die Stadt Bochum verfügt über ein Baustellenmanagment. Zumindest wird dies von der Stadtverwaltung immer wieder angeführt. Bei einem Vortrag im Rathaus wunderte ich mich schon, denn die Wahrnehmung draußen ist eine andere. Dazu tragen Erlebnisse wie dieses jetzt an der Hüllerstraße und Parkstraße in Wattenscheid-Stadtmitte bei. Hier endete die Umleitung U4 zunächst in einer Sackgasse aufgrund einer weiteren Baustelle, schließlich in der U3. Die Ursache: Kompetenzgerangel und fehlende Abstimmung zwischen Verkehrssicherern. Merke: Das städtische Baustellenmangement stimmt nicht die Verkehrssicherer ab. Was macht es dann?

Vollsperrung Hüller Straße

Umleitung! Beschilderung Marienstraße

Die Anfrage eines Bürger hatte ich hier im Blog bereits dokumentiert:

Liebe Stadt Bochum,
seit ca. eine Woche ist die Hüller Str. in 44866 Bochum Wattenscheid eine Sackgasse, durch Bauarbeiten. Vorher wurde die Hüller Str. als Umleitungsstrecke U3 ausgewiesen, was auch Sinn machte. Nun sind diese U3 Schilder Überflüssig und führen die Autos die u. a. nach Herne fahren dort rein, sie fahren bis zur Sperrung und drehen wieder. Dieser Vorgang geschieht minütlich!
Eventuell lässt sich die Umleitung noch besser ausschildern.Bitte entfernen Sie diese U3 Schilder die z.B. an der Marienstraße 57 und an der Marienstraße vor der Frittenschmiede stehen! Eventuell befinden sich an der Kreuzung Lyrenstraße/Lorheidest./Ückendorfer Str.auch noch Schilder.
Hier ein Link zur Meldung der Stadt Bochum: http://www.bochum.de/C…MDE

Mehrere Interventionen bei der Stadtverwaltung waren notwendig, um dafür zu sorgen, dass die Richtungsschilder nicht nach Herne und Günnigfeld in eine Sackgasse führen. Nach Tagen ist das Problem nicht vollständig behoben, wie die Bilder belegen.

Die Antwort des Tiefbauamtes der Stadt Bochum an Bürger: Kompetenzgerangel und fehlende Abstimmung sind Ursache (nicht das Baustellenmanagement).

Straße kommt es zu den von Ihnen angesprochen Konflikten zwischen der Umleitungsstrecke des Bauvorhabens Aschenbruch und dem Bauvorhaben Hüller Straße. Die beiden Bauvorhaben werden von unterschiedliche Verkehrssicheren betreut. Diese dürfen die Beschilderungen der anderen Firma nicht entfernen bzw. abändern. Da die Umleitung zur Maßnahme Aschenbruch mit der Sperrung der Hüller Straße kollidiert, wurde der für diese Umleitung zuständige Verkehrssicherer bereits aufgefordert, die Umleitung so abzuändern, dass diese nicht mehr in die Hüller Straße führt.

Darüber hinaus wurde der Verkehrssicherer des Bauvorhabens Hüller Straße bereits Anfang der Woche aufgefordert, die Wegweisung auf der stationären Beschilderung so zu entwerten, das auch hiermit noch einmal verdeutlicht wird, das ein Durchfahren der Hüller Straße zurzeit nicht möglich ist.

Marienstraße 61: Nach links geht's weder nach Herne, noch nach Günnigfeld

Marienstraße 61: Nach links geht’s weder nach Herne, noch nach Günnigfeld

Facebook-Gruppe

Die Abonnenten der Facebook-Gruppe ‚Du weiß, dat Du aus Wattenscheid komms, wenn…‘ können den Vorgang hier sehen und verfolgen:
https://www.facebook.com/groups/wattenscheid/permalink/1005488809476601/

14Nov/14
Baden gehen.

Schwimmbad WAT-Höntrop: Schließen oder Optimieren

Für das Schwimmbad in Wattenscheid- Höntrop wurde schon mal nach privaten Betreibern gesucht. Das nennt sich Interessenbekundungsverfahren (IBV). Die Verwaltung überlegt, eventuell ein zweites IBV anzustrengen, wie sie an den Sportausschuss der Stadt und die Bezirksvertretung Wattenscheid jetzt berichtet, siehe Vorlage Nr. 20142142.

Der Gutachter erwartet jedoch nicht, dass es überhaupt einen privaten Interessenten geben wird. Das lässt sich aus dem nachfolgenden Fazit bei mehrfachem Lesen entschlüsseln:

Es ist zu empfehlen, unter dem Aspekt des politischen und infrastrukturellen Willen sowie Gegebenheiten, die Abwägung in Bezug einer eigenen, unter „optimierten Bedingungen“ gegebenen Umsetzung, eine eigenständige Weiterbetreibung und Aufrechterhaltung des Hallenfreibades Höntrop, oder eine Schließung in Erwägung zu ziehen.

Es bleibt demnach Schließen oder Optimieren. Optimieren bedeutet Investieren, damit das Bad preiswerter betrieben werden kann. Es wird jetzt, wo die Stadt wieder Millionen einsparen muss, Geld benötigt, um langfristig das jährliche Defizit einzuschränken. Schwierig. Das liest sich so:

Nach Auffassung des Unterzeichners sind unter der Umsetzung einer betrieblichen Optimierung, enorme Einsparpotenziale vorhanden. Bei den Betriebskosten könnten ca. 20 – 30 %, bei den Personalkosten noch wesentlich mehr kompensiert werden.

Baden gehen. Vielleicht auch im Schwimmbad.

Baden gehen.

Investieren nötigt, um Personalkosten zu reduzieren

Schließen oder Optimieren bedeutet für die Stadtverwaltung in Bezug auf die Personalkosten ein Problem. Nur bei Betrieb durch einen Dritten könnte dieser Personal übernehmen. Was nützt der Stadtverwaltung zusätzliches Personal, weil es ganz oder teilweise nicht mehr im Schwimmbad benötigt wird? Es reduziert zwar die Personalkosten beim Bad, aber nicht bei der Stadt, denn betriebsbedingte Kündigungen sollen ausgeschlossen sein. Beim Abbau von Stellen liegt die Verwaltung geschätzte 100 Stellen hinter ihrer eigenen Planung. Das ist ein ganzer Batzen an Geld für eine Verwaltung, die chronisch pleite ist.

Mängel im Schwimmbad Höntrop: Wasseraufbereitungsanlage, Lüftungsanlage, Infrastrukturelle Bauliche Maßnahmen, Bauunterhaltungsmaßnahmen, Etc.

Wenn der Batzen nicht beim Schwimmbad am Südpark in Höntrop eingespart werden kann, dann wird die Verwaltung woanders zusätzlich einsparen müssen. Das gilt dann vor allem für die dauerhafte Last der Betriebskosten, aber auch für die vom Gutachter identifzierten notwendigen Maßnahmen: Wasseraufbereitungsanlage, Lüftungsanlage, Infrastrukturelle Bauliche Maßnahmen, Bauunterhaltungsmaßnahmen und „Etc.“ Bei „Bauunterhaltungsmaßnahmen“ wird der Gutachter vermutlich verschlüsseln, dass es schon an der Instandhaltung wie Malerarbeiten fehlt. Da ist manche Hypothek auf die Zukunft aufgenommen worden. Da muss von der Zukunft noch Zeit geborgt werden. Ein Dilemma.

Da bleibt mir dann nur den 20 Leuten für den Förderverein zum Schwimmbad Erfolg zu wünschen. Viel Geld wird benötigt werden, von der Stadt und/oder Förderverein. Das Motto ihrer Demo ist vieldeutig: „Wattenscheid geht baden.“ Ich sehe die Zukunft des Bads pessimistisch.

Das Gutachten ist vom 22. August 2014.

07Okt/14
Altarkerze mit Nonnendarstellung über Wappenschild

Pilgern mit Wattenscheids Stadtheiliger Gertrud von Nivelles

Die heilige Gertrud ist die Patronin der Wattenscheider Propsteikirche St. Gertrund und der gleichnamigen katholischen Kirchengemeinde. Als Stadtheilige zierte sie bis 1937 das Wappenschild der Stadt, dann wurde sie von den Nazis aus der Darstellung verbannt. Dennoch findet sich das vollständige Wappen noch recht häufig auf Darstellungen, auch an Nachkriegsfassaden im Stadtgebiet. Im benachbarten Bochum findet sich so auch häufig noch die alte Darstellung des Bochumer Stadtwappens mit den drei preußischen Zinnen, die nicht auf eine dort nie vorhandene Stadtmauer verwiesen.

Altarkerze mit Nonnendarstellung über Wappenschild

Altarkerze mit dem Stadtwappen von Wattenscheid mit St. Gertrud

Seit 1957/58 besteht eine Verbindung zwischen Wattenscheid und Nivelles, dessen Kathedrale (La Collegiale, Stiftskirche) von „den Deutschen“ zerbombt in Trümmern lag. Wattenscheider Pilger nehmen an der alljährlichen Prozession mit dem Schrein der Heiligen um die Stadt in wallonisch Brabant teil. Das wurde immer als Zeichen der Völkerverständigung gesehen und war damas nicht so selbstverständlich wie heute, wo sich in der 1984 wieder hergestellten Kathedrale im Chor neben der Fahne der Stadt Nivelles auch die der Stadt Wattenscheid anfindet.

20141005_064209 (1)Die Schutzheilige der Reisenden und Seefahrer zog auch diese Jahre wieder etwa 35 Wattenscheider nach Nivelles, wo die Heilige einst wirkte. Die meisten hatten den vom Komitee Sankt Gertrud organisierten Bus genommen. Einige wie Heinz Kessler vom Heimat- und Bürgerverein Wattenscheid sowie meine Frau und ich waren aufgrund anderer terminliche Verpflichtungen mit dem eigenen Auto angereist. Wir erreichten noch die Messe am Vorabend.

Prozession durch und um Nivelles herum

Die Prozession beginnt morgens mit einer Messe, anschließend wird der neue Schrein mit den Gebeinen der Heiligen und Elementen des historischen, zerbombten Schreins auf einer Kutsche mit starken Brauereipferden davor vor die Stadt und dann rundherum gekarrt. Dabei geht es nicht nur über Wege und Straßen, sondern auch querfeldein. Hunderte von Pilger hinterher. Es werden auch immer mehr, je heller es wird.

Dieses Jahr gab es besondere Strapazen. Es gab zwar nur ein paar Regentropfen, aber der Regen vor der Prozession hat die abgeernteten Äcker um Nivelles in Matsch verwandelt. Der Pferdewagen gab gerade bergauf nur langsam und mit vielen Pausen für die sechs Pferde voran. Die Pilger blieben im Matsch stecken, einige verloren ihre Schuhe oder die Sohlen lösten sich im Matsch. Am Ende hatte der Zug eine Stunde Verspätung. Aber das ist kein Ärgernis, denn alle nehmen das Erlebnis als kleine Abenteuer. Der Weg zur Erlösung von Sünden soll ja auch kein einfacher sein.

Nach einer Pause endet der Tag mit einem feierlichen, mittelalterlich gestalteten Festumzug durch die Altstadt von Nivelles. In diesen Zug reiht sich auch die Wattenscheider Delegation und die weiterer Gertrudenpilger ein. Die Prozession endet in der Kathedrale, wo erneut eine Messe stattfindet. Die Prozession findet jeweils am Tag des heiligen Michaels statt, falls dieser ein Sonntag ist, oder am Sonntag danach. In 2015 wird diese der 4. Oktober sein. Der Tag der Heiligen Gertrud ist der 17. März, an der sich der Termin der Gertrudiskirmes in Wattenscheid orientiert.

Bemerkenswerterweise fanden wir auf der Rückreise über Maastricht noch das kleine Örtchen Sint Geertruid. So begleitet einen die Stadtheilige.

19Jun/14
D & W Firmensitz

Tuningszene Ruhrgebiet ohne Freunde? – Eine Szene wird kriminalisiert

Es ist Zeit über eine soziale Randgruppe zu schrieben: Die Tuning Freaks. In den USA und in Deutschland werden darunter Personen verstanden, deren Hobby es ist, Autos – in der Regel ihr eigenes – „aufzumotzen“. Unter Aufmotzen verstehe ich das Verbessern der Leistung des Autos, manchmal auch nur des Scheins. Mein erstes Auto war in dem Sinne auch getunt. Meine Eltern hatten es, als sie es noch fuhren und bevor sie es mir schenkten, tiefer legen (über die Federn), verbreitern (da kam was ran), einen Sportauspuff und ein Sportlenkrad montieren lassen. Es handelte sich um einen weißen Opel Corsa B. Damit hat mein Leben als Autofahrer mit einem Unterschicht-typischen, getunten Fahrzeug begonnen !?! Ich komme mir nicht so vor. Dennoch mich nervt das Vorgehen gegen die Tuningszene in der Metropole Ruhr inzwischen.

Tuner im Gespräch

Tuner im Gespräch

Anlass meines Beitrag ist eine Sperrung auf dem Gelände von Phoenix-West in Dortmund. Mit dieser sollte die Tuning Szene getroffen werden. Vermutlich ging das Treiben einigen genervten Anwohner auf die Nerven. Allerdings wurde in Dortmund-Hörde gleich übertriebe. Die Ruhrnachrichten Dortmund schreiben:

Die Sperrung von Phoenix-West erfolge auf Kosten vieler Bürger, die ihrem Hobby nachgehen wollten. Ihr liege eine falsche Reduzierung auf „kriminelle Raser“ zugrunde. Die Verwaltung habe die Sperrung beschlossen, ohne ausreichend dokumentieren zu können, dass die Tuner tatsächlich ein Problem seien.

Genau! Das gleiche passiert gerade in Wattenscheid, wo an der A 40-Ausfahrt Dückerweg neben McDonald’s und Burger King die Tuning-Firma D & W ihren Laden hat (siehe Foto).

D & W Firmensitz

Tuner D & W am Dückerweg, Wattenscheid

SPD kämpf gegen Tuner

In Wattenscheid geht seit einigen Monaten die SPD-Kommunalpolitikerin Christina Knappe gegen die Tuning-Szene vor. Wie ich sie verstanden habe, haben sich bei ihr Anwohner der Grünstraße beschwert. Das wird ihre Klientel sein, für die sie auch schon mal für ein Stück neuen Asphalt kämpft (siehe BO 20132809(. Aus einer ihrer Anfragen (Nr. 20132331) – im Namen der SPD-Fraktion – gebe ich hier mal die Einleitung wieder, denn diese sagt alles:

Während der Jahre 1995 bis zur Einrichtung der Baustelle “Erweiterung der A 40“ zwischen Gelsenkirchen-Süd und Bochum-Hamme haben an der Ausfahrt Dückerweg nahe der Firma D&W regelmäßig Treffen so genannter “Tuning Freaks “ stattgefunden. Nach regelmäßigen Einsätzen der Polizei aufgrund erheblicher Beschwerden von Anwohnern und aus der Politik hat sich die Situation entspannt. Die “Autofreaks“ haben das Bochumer Stadtgebiet gemieden und sind in benachbarte Städte wie Oberhausen, Essen oder Duisburg ausgewichen. Diese Kommunen haben solche Treffen – auch mit Hilfe der Polizei – ab sofort unterbunden. Der Baufortschritt auf der A-40-Baustelle bis Ende 2014 lässt die Autoliebhaber wieder auf den Bereich an der Ausfahrt Dückerweg aufmerksam werden. Die Polizei ist nach Darstellung von Anwohnern personell nicht in der Lage, die Situation zufriedenstellend zu regeln.

Es liest für mich, als ob hier eine sich täglich treffende kriminelle Drogenszene o. ä. vertrieben werden müsste. In einem Antrag der SPD für eine Bürgerversammlung zum Thema heißt es: Die katastrophalen Verhältnisse im Bereich „Dückerweg“ (D&W, Burger King, Mc Donald) sind unhaltbar. Ich war jetzt ein paarmal da. Die Zustände sind nicht unhaltbar. Da stehen ein paar Wagen auf dem Parkplatz rum und einige Tuner samt Fans unterhalten sich.

Nicht jedes Wochenende gibt es ein großes Tuner-Treffen

Klar, es gibt Tage wie den Karfreitag. Da muss etwas geregelt werden. Mehr Rücksichtnahme hilft und sicher auch die Geschwindigkeitskontrollen und Fahrzeugkontrollen. Über Facebook etc. verbreiten sich die Kontrollen schnell in der Szene, so dass die viele Tuner gewarnt sind. Gewarnt sind dann gerade der Anteil der negativ auffallenden Tuner, die verbotene Autorennen veranstalten und deren Umbauten keine Zulassung haben. Die Zeitungen berichten regelmäßig dazu. Aber das sind Ausnahmen, die sich nicht jedes Wochenende ereignen. Mehrmals im Jahr wird mir jedoch von großen Tuningtreffen berichtet. Die müssen sich doch regeln lassen, ohne gleich das Hobby vieler mit einem Verbot zu belegen!

Der Dückerweg und die Grünstraße müssten quasi zum „Sperrbezirk“ werden, um die Freizügigkeit der Tuning Freaks einzuschränken. Aber das gelingt auch bald, denn erst einmal soll eine Zufahrt zum Gelände dicht gemacht werden. Das liest sich in einer Antwort der Verwaltung (20140164) so:

Die Anregung, die Fritz-Reuter-Straße im Abschnitt zwischen Ridderstraße und Westenfelder Straße aus dem Vorbehaltsnetz herauszunehmen, wurde untersucht. Eine Herausnahme dieses Straßenabschnitts aus dem Vorbehaltsnetz ist hinsichtlich der Funktion im Straßennetz denkbar.

Eine entsprechende Beschlussvorlage wird erstellt und den zuständigen Gremien vorgestellt.

Was tun? Ja, aber nicht die Tuner kriminalisieren!

Ich krieg’s Kotzen. Hier sollen Leute kriminalisiert werden. Statt nach einer Lösung für Großveranstaltungen zu suchen, werden Verbote errichtet. Mit dem Ordnungsrecht soll die Szene verdrängt werden. Das passiert dann auch noch an anderen Stellen in der Metropole Ruhr. Am Dückerweg in Wattenscheid hat noch ein mittelständisches Unternehmen seinen Sitz, das von den Tunern lebt. In Wattenscheid wird auch der falsche Weg eingeschlagen. Tuning ist ein Hobby ohne politische Lobby. Immer druff! Bei den örtlichen Wählern kann sich mit Verboten profiliert werden. Glückwunsch an SPD-Politiker wie Frau Knappe. Ich werde da nicht mitmachen. Gegen Auswüchse kann auch anders vorgegangen werden.

Parkplatz am Dückerweg, Wattenscheid

Tuner-Treff: Parkplatz vor D & W, A 40, Ausfahrt Dückerweg

Der Manta-Fahrer als Prototyp des Tuners?

Wer nicht weiß, was diese Tunigszene ist, also was die Tuning Freak da so treiben, den weise ich auf den Wikipedia-Artikel zu Fahrzeugtuning hin:

Bei Liebhabern ist Fahrzeugtuning ein mit Ernsthaftigkeit betriebenes Hobby, das Fan-Charakter haben kann. Freunde des Tunings sind in vielerlei Hinsicht vernetzt, sie geben Zeitschriften heraus, organisieren Veranstaltungen und Treffen, so dass man von einer Tuningszene bzw. von regionalen Tuningszenen sprechen kann. […] Außerhalb ihrer Szene haben Tuningfans oft ein klischeehaftes, teilweise negatives Image. Gemäß diesem Klischee werden Eigenschaften wie Imponierverhalten, prollige Umgangsformen, aggressiver Fahrstil usw. mit Fahrern von Tuningfahrzeugen assoziiert. Insbesondere der „Mantafahrer“ war ein beliebter Gegenstand von Witzen, die diese Stereotypen zum Inhalt hatten.

Der Manta-Fahrer, den es so gar nicht mehr gibt, ist als nur das Klischee des Tuning-Fans.

P.S.: Bereits 2007 konnte die Polizei keine Straßenrennen feststellen, auch nicht auf der Fritz-Reuter-Straße, siehe diese Mitteilung Nr. 20071638. Da parken auch zuviele Autos.